Schwangerschaftsabbruch Mississippi plant schärfstes Abtreibungsgesetz der USA

Der US-Staat Mississippi will Abtreibungen nach der 15. Woche verbieten. Unterschriebe der republikanische Gouverneur den beschlossenen Gesetzentwurf, wäre es das strengste Gesetz der USA. Nun drohen Klagen.

Ein Demonstrant im US-Bundesstaat Mississippi
AP

Ein Demonstrant im US-Bundesstaat Mississippi


Abtreibungen sollen in dem US-Bundesstaat Mississippi nach der 15. Schwangerschaftswoche verboten werden. Das hat das Repräsentantenhaus am Weltfrauentag entschieden. Nach dem Gesetz wären Abtreibungen nach der 15. Woche nur noch in medizinischen Notfällen oder bei schweren Missbildungen des Fötus möglich.

Seit einer Supreme-Court-Entscheidung aus dem Jahr 1973 im Fall Roe versus Wade sind Schwangerschaftsabbrüche in den USA erlaubt. Die einzelnen Staaten dürfen aber Einschränkungen auferlegen, nachdem der Fötus ein Stadium erreicht hat, in dem er theoretisch lebensfähig wäre.

Der Senat von Mississippi hat den Entwurf bereits verabschiedet. Nach der Abstimmung im Repräsentantenhaus fehlt nur noch die Unterschrift des republikanischen Gouverneurs Phil Bryant. Der 63-jährige Politiker hat bereits erklärt, dass er das Gesetz unterzeichnen wolle.

Beobachter erwarten, dass es Klagen gegen das Gesetz geben wird. "Wir glauben, das Gesetz ist verfassungswidrig", sagte etwa Katherine Klein, eine Pro-Choice-Aktivistin der "American Civil Liberties Union Mississippi" der "New York Times". Die 15-Wochen-Regelung entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage.

In Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche rechtswidrig, aber bis zur 12. Woche geduldet. Nach Verstreichen dieser Frist sind Abtreibungen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Für Abtreibungen darf nicht geworben werden.

höh/dpa

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