Spardiktat: USA verzichten auf zweiten Flugzeugträger im Golf

US-Flugzeugträger "USS John C. Stennis": Allein im Persischen Golf Zur Großansicht
REUTERS/ U.S. Navy/ Kenneth Abbate

US-Flugzeugträger "USS John C. Stennis": Allein im Persischen Golf

Die USA schicken die "USS Harry S. Truman" nicht mehr in den Persischen Golf - trotz der angespannten Lage im Iran-Konflikt. Grund ist der Haushaltsstreit in Washington: Das Pentagon muss spürbar sparen. Nun ist nur noch ein Flugzeugträger vor Ort.

Washington - Noch im vergangenen Sommer übertrafen sich die USA und Iran gegenseitig mit der Demonstration militärischer Präsenz im Persischen Golf - nun sorgen Kostengründe dafür, dass die Militärführung vorerst nur einen Flugzeugträger in der Region belässt. Die Entsendung der "USS Harry S. Truman" sei bis auf weiteres ausgesetzt worden, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington. Damit spare die Marine mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr.

"Angesichts der Unsicherheiten bezüglich des Haushalts hat die amerikanische Marine dies beim Verteidigungsminister beantragt, der es genehmigt hat", begründete der Sprecher die Entscheidung. Diese ist deshalb überraschend, weil die USA in der Region vor allem wegen der anhaltenden Spannungen mit Iran wegen dessen Atomprogramms seit mehreren Jahren zumeist zwei Flugzeugträger im Einsatz hatten.

Derzeit ist die "USS John C. Stennis" im Persischen Golf im Einsatz, im März soll sie von der "USS Dwight Eisenhower" abgelöst werden. Eigentlich war geplant, zusätzlich die "USS Harry S. Truman" zu entsenden - was nun abgesagt wurde.

Pentagon drohen Einschnitte von 50 Milliarden Dollar im Jahr

Die Entscheidung des Verteidigungsministeriums verdeutlicht, welche Auswirkungen der seit Jahren andauernde Zwist im US-Kongress über die richtige Strategie für eine Verringerung des Staatsdefizits haben kann. Ab März könnten in den USA automatisch drastische Budgetkürzungen in Kraft treten, wenn sich Demokraten und Republikaner im Kongress nicht bis zum 1. des Monats auf einen Haushaltskompromiss einigen. Für das Verteidigungsressort stünden dann 50 Milliarden Dollar weniger im Jahr zur Verfügung.

Unklar ist, ob ein zweiter Flugzeugträger in den Persischen Golf geschickt wird, sollten sich die Parteien auf weniger drastische Einschnitte im Verteidigungshaushalt einigen.

In den vergangenen Jahren hatten die USA ihre Militärpräsenz im Persischen Golf Schritt für Schritt ausgeweitet. Vor allem die Straße von Hormus gilt als sensibles Gebiet, sie gilt als wichtigste Schiffsroute für Öllieferungen aus der Golfregion nach Westeuropa und die USA. Durch die nur 50 Kilometer breite Wasserstraße laufen rund 35 Prozent des per Schiff abgewickelten Ölhandels weltweit. Das Pentagon hatte im Sommer 2012 mehrere Minenräumboote, Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in die Region geschickt. Iran wiederum hielt demonstrativ Manöver in der Straße von Hormus ab und drohte damit, die Meerenge zu blockieren.

fdi/AFP

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insgesamt 44 Beiträge
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1. schülerjournalismus
roline 07.02.2013
na hoffentlich mit einer wasserfesten farbe
2. Oooch, die arme Weltmacht, die tut mir ja so leid
Gerdtrader50 07.02.2013
Sowas Schlimmes. ein Flugzeugträger weniger im Einsatz . Und dann müssen die ganzen Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen dauernd gepflegt werden, bodenstationiert, landfahrzeugstationiert, auf Atom-U-Booten unterwegs und wahrscheinlich auch noch ein paar im Orbit ? So ein armes Land. Spenden Sie reichlich. Es ist nötig.
3.
Synapsenkitzler 07.02.2013
Zitat von rolinena hoffentlich mit einer wasserfesten farbe
Ah, Humor ist Trumpf.
4.
t.h.wolff 07.02.2013
Die US-Präsenz im Golf ist keine Reaktion auf eine Krise. Die US-Präsenz im Golf ist die Krise.
5. optional
tijeras 07.02.2013
Die Drohnenbasis in Saudi-Arabien ist deutlich billiger und auch dicht dabei.
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