Atomkonflikt USA schicken Bomber vor Nordkoreas Küste

"Demonstration amerikanischer Entschlossenheit": US-Bomber und Kampfjets sind entlang der Ostküste Nordkoreas nach Norden geflogen. Das Pentagon sprach von einer klaren Botschaft, Pjöngjang reagierte mit neuen Drohungen.

F-15 Kampfjets eskortieren B-1B-Bomber
REUTERS

F-15 Kampfjets eskortieren B-1B-Bomber


Im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffen-Programm haben die USA mehrere B-1B-Bomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea geschickt.

Es sei das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge oder Bomber so weit nördlich der entmilitarisierten Zone vor der nordkoreanischen Küste geflogen seien, teilte das Pentagon mit. Das unterstreiche, wie ernst die USA das rücksichtslose Verhalten Pjöngjangs nähmen. Den Angaben zufolge flogen die US-Kampfbomber flankiert von Kampfjets entlang der Ostküste Nordkoreas nach Norden.

Nordkorea verstößt mit seinen Nuklear- und Waffenplänen gegen Uno-Resolutionen. Zuletzt hatte der international weitgehend isolierte Staat mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik gedroht. Die USA unter Präsident Donald Trump haben Südkorea und Japan Unterstützung zugesichert und Nordkorea mit Vernichtung gedroht.

Nordkoreas Außenminister: Raketenangriff auf USA "unvermeidlich"

"Die Mission ist eine Demonstration amerikanischer Entschlossenheit und eine klare Botschaft, dass der Präsident viele militärische Optionen hat, jeder Bedrohung zu begegnen", hieß es weiter. "Wir sind bereit, die volle Bandbreite militärischer Fähigkeiten zu nutzen, um unser Heimatland und unsere Verbündeten zu schützen."

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA über die Raketen- und Nukleartests von Pjöngjang hatte sich am Freitag zugespitzt. Als Reaktion auf Trumps aggressive Rede vor den Vereinten Nationen erklärte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un: "Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen."

Nordkoreas Außenminister griff Kims Kriegsrhetorik am Samstag in seiner Rede bei der Uno-Generaldebatte auf: Der "Besuch unserer Raketen im gesamten US-Festland ist unvermeidlich geworden", sagte Ri Yong Ho in New York. Nordkorea werde "erbarmungslose, präventive Schritte" ergreifen, wenn die USA versuchten, das Hauptquartier in Pjöngjang oder das Militär Nordkoreas zu "köpfen".

brt/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ptb29 23.09.2017
1. Was ist das Problem mit Nordkorea?
Die USA, GB, Indien, Israel, Russland und andere haben Atomwaffen. In Deutschland lagern auch welche. Warum ist die UNO der Meinung, ausgerechnet Nordkorea darf keine haben? Leider hat Trump offensichtlich keine Vorstellung, was ein Atomschlag bedeutet, anders kann ich die Drohgebärden nicht interpretieren.
Tolotos 23.09.2017
2. Sind Uno-Resolutionen bei Aktionen gegen Nordkorea überhaupt verbindlich?
Schließlich beachtet Nordkorea sie ja auch nicht. Die Chinesen würden ihre Meinung vielleicht ändern, wenn die USA die Möglichkeit erwägen würden, Japan oder Südkorea zum Selbstschutz vor Nordkorea mit Atomwaffen auszurüsten.
Pfaffenwinkel 23.09.2017
3. Was soll der Quatsch?
Kann denn niemand Trump und Kim dazu bringen, mit diesem Kindergarten-Spielchen aufzuhören?
KingTut 23.09.2017
4. Bedenklich
Zitat von ptb29Die USA, GB, Indien, Israel, Russland und andere haben Atomwaffen. In Deutschland lagern auch welche. Warum ist die UNO der Meinung, ausgerechnet Nordkorea darf keine haben? Leider hat Trump offensichtlich keine Vorstellung, was ein Atomschlag bedeutet, anders kann ich die Drohgebärden nicht interpretieren.
Ich sehe schon ein Problem darin, wenn gewissenlose Despoten in den Besitz von Atomwaffen kommen und sogar unverholen damit drohen, diese einzusetzen. Das Argument, andere hätten auch Atomwaffen, ist abwegig. Denn: das Risiko einer atomaren Auseinandersetzung, das ohnehin nicht bei null liegt, vervielfacht sich damit gewaltig. Wollen Sie, dass auch der Iran, Saudi-Arabien, vielleicht noch einige afrikanische Despoten sich atomar bewaffnen, oder sollte man diese gefährlichen Waffen nicht bei den klassischen Atommächten belassen, die bisher verantwortungsvoll damit umgegangen sind? Nur so lässt sich das Risiko für die gesamte Menschheit minimieren, um vielleicht später alle Atomwaffen abzuschaffen, wie es Präsident Obama angestrebt hat. Ich bin kein Freund von Trump, aber ich gebe ihm Recht, wenn er sagt, dass das Problem Kim schon lange hätte gelöst werden müssen. Alle Verhandlungen haben ihm lediglich einen Zeitgewinn beschert, den er für die atomare Aufrüstung genutzt hat. Den einzigen Lösungsweg sehe ich darin, dass China in NK interveniert, dem Kim sein Spielzeug wegnimmt und so den USA zuvorkommt.
fkfkalle3 23.09.2017
5. Abgesprochene Aktion
Machen wir einmal einbischen den " Dicken " . Der Anflug auf die nordkorianische Küste ist sicher mit China und Russland abgesprochen. Es wird dann erst richtig heiss, wenn dem nicht so wäre . Beide Staaten haben kein Interesse an einer Konfrontation. Sollten allerdings ein aktives Bedrohungsszenario entstehen , sind die Chinesen und Russen hellwach.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.