Terrorwarnung USA schließen Botschaften in islamischen Ländern

Normalerweise haben US-Botschaften in der islamischen Welt an Sonntagen geöffnet - nicht so in dieser Woche. Aus Furcht vor Terroranschlägen von al-Qaida hat das Außenministerium in Washington angeordnet, dass die Vertretungen am 4. August geschlossen bleiben.

Unruhen vor US-Botschaft im Jemen (2012): Warnung für die letzten Tage des Ramadan
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Unruhen vor US-Botschaft im Jemen (2012): Warnung für die letzten Tage des Ramadan


Washington - Aus Sorge vor einem möglichen Terroranschlag hat sich das US-Außenministerium zu einem außergewöhnlichen Schritt entschieden: Am Sonntag sollen alle Botschaften der Vereinigten Staaten in der islamischen Welt schließen, in einigen Staaten auch darüber hinaus. Diesen Entschluss gab das Außenministerium am späten Donnerstagabend in Washington bekannt.

Die Regierung handle "aus höchster Vorsorge" für ihre Botschaftsmitarbeiter und all jene, die ihre Vertretungen besuchen, teilte Sprecherin Marie Harf mit. Namentlich nicht genannte US-Beamte sagten, es gebe glaubwürdige Informationen, dass al-Qaida oder mit ihr verbündete Organisationen für die kommenden Tage einen Anschlag planten.

Die meisten US-Botschaften in islamischen Staaten sind an Freitagen und Samstagen geschlossen, öffnen aber am Sonntag. Zu den Vertretungen, die an diesem Sonntag geschlossen bleiben, gehören unter anderem die Botschaften in Afghanistan, Ägypten, Kuwait, Saudi-Arabien, im Irak, aber auch in Israel.

Die Warnung fällt zusammen mit den letzten Tagen des Ramadan. In diesem Jahr wurde der islamische Fastenmonat besonders im Irak, aber auch in Ägypten von Anschlägen und Unruhen überschattet.

Im vergangenen Jahr hatten wegen eines islamfeindlichen Videos, das in den USA produziert worden war, radikale Islamisten die US-Botschaften in mehreren Staaten gestürmt. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Hafenstadt Bengasi wurden am 11. September 2012 US-Botschafter Christopher Stevens und drei Mitarbeiter getötet.

syd/AP

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liberator_ 02.08.2013
1. orientalische Kletterkunst
Klettern können sie ja wie man sieht...die würden auch viele Bäume leichtfüßig besteigen, was wir Westler in den letzten Jahrhunderten verlernt haben.
klein-alban 02.08.2013
2. Das klingt ein wenig ...
... danach, dass die USA jetzt auch ihrer eigenen Bevölkerung gegenüber konstruierte oder tatsächliche Rechtfertigungen für ihre weltumfassende Datensammelwut in die Öffentlichkeit streut. Dass sich mir sofort so ein Gedanke aufdrängt, zeigt wie nachhaltig die letzten Monate mein USA-Bild verändert haben...
RudiLeuchtenbrink 02.08.2013
3. Das ist schon seltsam
USA schließen nach Terrorwarnung Botschaften in islamischen Ländern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-schliessen-nach-terrorwarnung-botschaften-in-islamischen-laendern-a-914414.html)[/QUOTE] Die USA mühen sich überall in der islamischen Welt um Frieden und Demokratie und es wird ihnen einfach nicht genügend gedankt. Kein Wunder wenn so beliebte Staaten wie Israel und die USA dazu übergehen ihre Botschaften virtuell im Internet zu eröffnen. Wer die Welt mit so viel Liebe und Frieden beglücken möchte, der muß neue Wege gehen. Mehr Überwachung, mehr Drohnen und mehr Frieden verbreiten. Jetzt in Syrien und Ägypten, bald im Iran und der Türkei.
Calex 02.08.2013
4. Gutes Ablenkungsmanöver
Zitat von sysopAPNormalerweise haben US-Botschaften in der islamischen Welt an Sonntagen geöffnet - nicht so in dieser Woche. Aus Furcht vor Terroranschlägen von al-Qaida hat das Außenministerium in Washington angeordnet, dass die Vertretungen am 4. August geschlossen bleiben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-schliessen-nach-terrorwarnung-botschaften-in-islamischen-laendern-a-914414.html
Ein gutes Ablenkungsmanöver von der Obama Regierung, allerdings allz durchschaubar. Ich denke, auch der nächste "Terroranschlag" a la Boston Bomber wird nicht lange auf sich warten lassen, man muss ja schließlich argumentieren können warum man die ganze Welt abhört. Allerdings wird der Anschlag sicher "kurz vorher" vereitelt, weil man ja die "wertvollen" Informationen aus PRISM und anderen NSA-Tools bekommt. Die Farce dabei ist ja, dass man in Syrien die Al Quaida monetär, militärisch und logistisch unterstützt.
Beorn 02.08.2013
5. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ...
auch wenn doch die Wahrheit spricht. - Wenn das mal nicht nur ein politischer Schachzug ist, um die Angst vor Terrorismus zu schüren und umfangreiche Spionage zu legitimieren. Nachprüfen kann's eh keiner und selbst wenn was passiert, bleibt ungewiss, wer's eingefädelt hat. Die Mächtigen haben gute Karten ihr Spiel zu spielen.
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