USA Senat segnet Panetta als neuen Pentagon-Chef ab

Der bisherige CIA-Chef Leon Panetta gehört zu den engsten Vertrauten von Präsident Obama. Nun wechselt er ins Pentagon. Der Senat bestätigte den neuen Mann im Verteidigungsministerium einstimmig. Er gilt als sehr guter Manager und Organisator - und kennt sich mit Haushalts- und Sparzwängen aus.

Leon Panetta: der neue Mann im Pentagon
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Leon Panetta: der neue Mann im Pentagon


Washington - Leon Panetta ist bei Amtsantritt der bislang älteste Chef des Pentagons: Er wird in der kommenden Woche 73 Jahre alt. Dem erfahrenen Mann bringt der US-Senat offenbar großes Vertrauen entgegen. Die 100 Senatoren haben den bisherigen CIA-Chef am Mittwoch einstimmig als neuen Verteidigungsminister bestätigt. Er wird zum 1. Juli Robert Gates ablösen, der den Posten vor viereinhalb Jahren unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush übernommen hatte und nun wie seit längerem angekündigt in den Ruhestand geht.

US-Präsident Barack Obama hatte Panetta als Nachfolger nominiert. Die Zustimmung aller hundert US-Senatoren war ein seltenes Zeichen der Einmütigkeit. Die Senatoren würdigten damit Panettas Erfolge an der Spitze der CIA, besonders beim Aufspüren von Qaida-Chef Osama Bin Laden, der Anfang Mai von einem US-Spezialkommando getötet worden war.

Seine Ernennung ist Teil eines größeren Personalwechsels in Obamas Sicherheitsteam. Für ihn wird der Vier-Sterne-General und Isaf-Kommandeur David Petraeus an die Spitze des Geheimdienstes CIA rücken. Experten werten die Personalentscheidungen als Zeichen, dass Militärs und Geheimdienste noch enger zusammenrücken sollen.

Panetta kann bereits auf eine lange Regierungskarriere zurückblicken. Unter Präsident Bill Clinton war er beispielsweise Stabschef des Weißen Hauses. Die CIA leitete Panetta seit 2009. Er ist der erste Demokrat seit 1997, der das Verteidigungsministerium übernimmt. Vor ihm liegen vor allem Herausforderungen wie der Krieg in Afghanistan, der Rückzug der im Irak verbliebenen US-Truppen sowie die Beteiligung der USA am Libyen-Einsatz.

Die Obama-Regierung hofft, dass Petraeus bereits im September die Führung der CIA übernimmt, nach dem Start des US-Truppenabzugs. Die USA wollen am 1. Juli anfangen, ihre rund 100.000 Soldaten vom Hindukusch schrittweise zurückzuholen. Gates hatte sich für anfänglich 3000 bis 5000 Mann ausgesprochen. In der Regierung gibt es aber auch Stimmen, die angesichts des Todes Bin Ladens und der Kosten des Konflikts einen schnelleren Abzug befürworten.

ler/dpa/AFP

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