Pakistan Millionenschweres Kopfgeld für Taliban-Anführer

Mullah Fazlullah ist Chef der pakistanischen Taliban, er steckt hinter dem Attentat auf Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Die USA haben nun Fazlullahs Sohn per Drohne getötet und bieten fünf Millionen Dollar.

Mullah Fazlullah (Archiv)
AFP

Mullah Fazlullah (Archiv)


Der Tod kam aus der Luft: Mit einer Drohne haben die USA in Ostafghanistan einen Sohn von Mullah Fazlullah getötet, dem Chef der pakistanischen Taliban. Der Angriff geschah vor zwei Tagen - und nun hat das US-Außenministerium fünf Millionen Dollar Kopfgeld für Informationen über Fazlullah selbst ausgesetzt.

Er ist unter anderem verantwortlich für das Attentat auf die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai im Jahr 2012. Damals waren mehrere Taliban-Kämpfer in den Schulbus gestiegen, in dem Malala saß. Einer schoss ihr gezielt in den Kopf. Dank einer raschen Notoperation in Pakistan und einer anschließenden Behandlung in Großbritannien überlebte sie das Attentat.

Bis zu drei Millionen Dollar Belohnung werden zudem für Informationen über Abdul Wali gezahlt. Er ist der Anführer der mit den Taliban lose verbündeten pakistanischen Terrororganisation Jamaat ul-Ahrar (JUA).

Den gleichen Betrag bietet Washington für Hinweise auf den Chef der ebenfalls mit den Taliban verbundenen militanten Gruppe Lashkar-e-Islam, Mangal Bagh. Alle drei Gruppen stellten Bedrohungen für die USA und Pakistan dar, heißt es in einer Erklärung. Außerdem sei es eines ihrer Ziele, US-Truppen aus dem Nachbarland Afghanistan zu vertreiben.

Die hohen Kopfgelder sowie der Drohneneinsatz sind möglicherweise ein Versuch, die stark angespannten Beziehungen zu Pakistan zu verbessern. Die USA werfen Pakistan zunehmend scharf vor, die afghanischen Taliban zu unterstützen und so die internationalen Aufbaubemühungen in dessen Nachbarland zu destabilisieren.

dop/dpa

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