Tränen, Beschimpfungen, Wutausbrüche: Erbittert rechnen Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit miteinander ab, machen sich gegenseitig für den Shutdown verantwortlich. Beamte und Bürger sind verärgert. Hier die stärksten Zitate.
Hamburg/Washington - Der Streit ist erbittert - und noch lange nicht vorbei. Nachdem der Finanzstopp für die Bundesregierung in Kraft getreten ist, machen sich Republikaner und Demokraten gegenseitig dafür verantwortlich. Bundesbedienstete sind verunsichert, Bürger verärgert. Einige Zitate aus der hochemotionalen Debatte:
Barack Obama, US-Präsident: "Leider hat der Kongress seine Pflicht nicht erfüllt."
Harry Reid, Mehrheitsführer der Demokraten im Senat: "Dies ist ein sehr trauriger Tag für unser Land."
John Boehner, Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus: "Wir werden nicht diejenigen sein, die zum Schluss das heiße Eisen halten."
John McCain, repulikanischer Senator, über die Strategie, Obamas Gesundheitsreform über die Haushaltspolitik zu stoppen: "Wir können nicht gewinnen."
Debbie Wasserman Schultz, demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, über Twitter: "Weil Extremisten die Republikanische Partei kapern konnten, haben wir jetzt den Shutdown und setzen unsere Wirtschaft aufs Spiel."
Barack Obama, US-Präsident, an die Adresse der Republikaner im Kongress: "Die Finanzierung der Gesundheitsreform steht. Ihr könnt sie nicht lahmlegen."
Nancy Pelosi, Chefin der demokratischen Minderheit im Repräsentantenhaus, über die Schuldigen am Finanzstopp: "Sie halten nichts von der Regierung. Sie sind Anti-Regierungs-Ideologen. Das ist der 'Tea-Party-Shutdown'."
JohnCornyn, republikanischer Senator: "Der Präsident war darauf erpicht, mit dem Präsidenten Irans über ein sehr wichtiges Thema zu verhandeln. Aber mit den Chefs der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus will er nicht sprechen."
Amy Kremer, Tea-Party-Anführerin, über den Mehrheitsführer der Demokraten im Senat: "Harry Reid benimmt sich wie ein verzogenes Gör."
Harry Reid, Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, über einen Kompromissvorschlag der Republikaner kurz vor Eintreten des Finanzstopps: "Wir werden nicht in den Vermittlungsausschuss gehen, wenn eine Waffe auf unseren Kopf gerichtet ist."
Darquez Smith, 23-jähriger Angestellter in einem Luftfahrtmuseum in Ohio und werdender Vater: "Bei mir stapeln sich die Ausgaben: Studiengebühren, Rechnungen, meine Tochter. Ich kann derzeit nur abwarten wie alle anderen."
Marlena Knight, australische Touristin in Philadelphia: "Wir können uns nicht vorstellen, kein staatliches Gesundheitssystem zu haben. Ich kann einfach nicht glauben, dass dieses Land wegen so etwas wie einem Streit über ein staatliches Gesundheitssystem lahmgelegt werden kann. Für mich als Australierin ist das total bizarr, aber gleichzeitig faszinierend."
Barbara Haxton, Chefin einer Fördereinrichtung für Kinder aus bildungsfernen Familien, der durch den Finanzstopp mittelfristig das Geld ausgehen könnte: "Aber unser Abgeordneter bekommt weiter seine Vergütung. Niemand stoppt seine Bezahlung, und auch seine Krankenversicherung wird weiter bezahlt."