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Iran-Planspiel: US-Simulation prophezeit Krieg bei Erstschlag Israels

Es war ein Planspiel, das die Folgen einer israelischen Attacke auf Irans Atomanlagen aufzeigen sollte - und das Resultat ist drastisch. Ein solcher Angriff, so Experten des Pentagon, könnte einen Krieg auslösen. Auch US-Streitkräfte würden in einen solchen Konflikt hineingezogen.

Washington - Es ist ein düsteres Szenario, das US-Top-Militärs in einer geheimen Simulation erarbeitet haben. Eine Attacke Israels auf Atomanlagen in Iran würde demnach einen regionalen Krieg auslösen - in den aber auch die USA hineingezogen werden könnten. Das Leben Hunderter US-Soldaten wäre laut dem Planspiel in größter Gefahr. Dies berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Beteiligte an dem Projekt.

Rund zwei Wochen lang hatten die Militärexperten die Simulation Internal Look laufen lassen. Eines der wahrscheinlichen Szenarien sieht einen iranischen Angriff auf US-Kriegsschiffe in der Region voraus. Als Gegenmaßnahme könnten die USA mit Angriff auf die Atomanlagen des Regimes in Teheran reagieren, so das Blatt.

Auch die Auswirkungen solcher Angriffe auf das umstrittene Nuklearprogramm wurden berechnet. Demnach würde die Entwicklung der iranischen Atomanlagen durch den israelischen Erstschlag um rund ein Jahr zurückgeworfen, durch mögliche Schläge der Amerikaner noch einmal um zwei weitere Jahre.

Der Test, der zweimal im Jahr ausgeführt wird, soll vor allem die Koordination zwischen dem Pentagon und den Einheiten im Persischen Golf verbessern. Alle Beteiligten haben laut "New York Times" betont, dass das geschilderte Szenario nur eine von zahlreichen Varianten sei. Zu unberechenbar sei vor allem das Regime in Teheran, als dass eine verlässliche Prognose getroffen werden könnte.

Das Blatt zitiert jedoch Beobachter, laut denen sich besonders General James N. Mattis von den möglichen Resultaten beeindruckt gezeigt habe. Er befürchte bei einer Eskalation "schwere Konsequenzen" für die Region und die stationierten US-Einheiten vor Ort.

Trotz des erschreckenden Szenarios hatte US-Präsident Barack Obama zuletzt erneut betont, dass die USA auch militärische Schritte nicht ausschließen. "Iran sollte keine Zweifel an der Entschlossenheit der USA haben", sagte Obama Anfang März auf der Jahrestagung der proisraelischen Lobby-Organisation Aipac in Washington. Teheran sollte auch keinen Zweifel am "souveränen Recht" Israels hegen, eigene Entscheidungen über den Schutz seiner Sicherheitsinteressen zu fällen.

Israel befürchtet seit langem, dass Teheran sein Atomprogramm nicht nur für eine zivile Nutzung ausbauen - sondern auch militärische Ziele verfolgen könnte. Iran hat jegliches Streben nach einer atomaren Bewaffnung bisher vehement zurückgewiesen.

jok

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1. Schon sagenhaft...
Mentar 20.03.2012
Als ob ein Erstschlag Israels nicht schon in sich selbst ein kriegerischer Akt sei. Aber nee, ein Krieg ist es erst, wenn Iran in irgendeiner Form zurückschlägt, hm? Es ist einfach nur unfassbar.
2. dumme Fragen
Heinz-und-Kunz 20.03.2012
Zitat von sysopREUTERSEs war ein Planspiel, das die Folgen einer israelischen Attacke auf Irans Atomanlagen aufzeigen sollte - und das Resultat ist drastisch. Ein solcher Angriff, so Experten des Pentagon, könnte Krieg auslösen. Auch US-Streitkräfte würden in einen solchen Konflikt hineingezogen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,822550,00.html
Womit? Die iranische Marine ist ein Witz. Ein paar erfolglose Angriffe auf US Schiffe machen noch lange keinen regionalen Krieg. Und was würde passieren, wenn auch die Ölindustrie und wichtige Infrastruktur wie Kraftwerke angegriffen würde? Das könnte den Iran lange, lange wirtschaftlich lähmen.
3. Hoffentlich ein Bluff
roastbeef 20.03.2012
Man kann nur hoffen, daß die Kriegsdrohungen ein gut eingeübter Bluff sind um den Iran von der Ernsthaftigkeit des Anliegens zu überzeugen. Ein wirklicher Erstschlag wäre verheerend, das kann niemand wollen. Israel würde sein eigenes Ende besiegeln. Und unseres wohl gleich mit.
4.
Celegorm 20.03.2012
Zitat von MentarAls ob ein Erstschlag Israels nicht schon in sich selbst ein kriegerischer Akt sei. Aber nee, ein Krieg ist es erst, wenn Iran in irgendeiner Form zurückschlägt, hm? Es ist einfach nur unfassbar.
Natürlich, und ein solch kriegerischer Akt von Iran müsste dann natürlich auch entsprechend verurteilt werden. Geht ja mal gar nicht, auf einen Angriff zu antworten..;) Aber das Ganze kann kaum überraschen, in der Iran-Frage ist jede sprachliche und sonstige Logik sowieso längst aus der Balance gekommen. Da kann es kaum überraschen, wenn selbst bei der Definition von Krieg völlig neue Massstäbe erfunden werden.
5. Kriegestreiber Westen
rondon 20.03.2012
Die Aggression geht eindeutig vom Westen aus...und welches Land würde sich nicht verteidigen wenn es angegriffen wird? Warum der Westen den Iran angreifen will? Ganz einfach. Aus ökonomischen Gründen! In diesem System bedeutet Krieg und Zerstörung "Wachstum". So weit ist es mit dem Neusprech gekommen. Zu den Hintergründen: Die Ökonomie des Krieges | thebabyshambler (http://the-babyshambler.com/2012/01/10/die-okonomie-des-krieges/)
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Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
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Hassan Rohani

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Irans Atomprogramm
Streit
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen
Arak : geplanter Schwerwasserreaktor
Buschehr : Atomkraftwerk, im Mai 2011 nach mehrfachen Terminverschiebungen in Betrieb genommen - zunächst zu Testzwecken. Im September 2011 ging der Reaktor in Regelbetrieb, allerdings noch nicht auf voller Leistung
Isfahan : Forschungsreaktor
Jasd: Uranminen
Natans : Anlage zur Urananreicherung, angeblich mit 6000 Zentrifugen in Betrieb. Im Herbst 2009 gab Iran bekannt, nahe der Stadt Ghom eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu besitzen.
Teheran : Forschungsreaktor
Geschichte
1974: Unter Beteiligung von Siemens beginnt bei Buschehr der Bau eines Kernkraftwerks.
1979: Nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik wird das Atomprogramm nicht weiter betrieben.
1980-1988: Im Irak-Iran-Krieg wird der Atomreaktor in Buschehr mehrfach bombardiert und dabei schwer beschädigt.
Neunziger Jahre: Deals auf dem Schwarzmarkt mit Abdul Qadir Khan , Pakistans "Vater der Atombombe"
1995: Abkommen mit Russland zum Wiederaufbau des Atomreaktors von Buschehr
2002: Iranische Oppositionelle im Exil berichten über ein geheimes Atomprogramm.
2003: Iran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (bislang aber nicht vom Parlament ratifiziert).
2006: Der Uno-Sicherheitsrat verlangt in seiner Resolution 1696 erstmals den Stopp der Urananreicherung .
Juli 2008: Iran droht bei einem Angriff auf seine Atomanlagen mit militärischen Gegenschlägen. Das Regime testet Schahab-3-Raketen, die auch Ziele in Israel erreichen könnten.
November 2008: Iran hat nach eigenen Angaben die Zahl seiner für die Urananreicherung benötigten Zentrifugen auf 5000 erhöht.
Juni 2009: Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA weitere tausend Gaszentrifugen im Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert.
Mai 2010: Nach Verhandlungen mit dem brasilianischen Präsidenten Lula und dem türkischen Regierungschef Erdogan erklärt sich Iran bereit, schwach angereichertes Uran im Ausland zu tauschen. Wenig später kündigt Teheran an, an der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent festhalten zu wollen.
Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat, die EU und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Obama spricht von den bisher härtesten Sanktionen überhaupt - doch Beobachter bleiben skeptisch, ob die Strafmaßnahmen Erfolg bringen.
Sanktionen
REUTERS
Uno-Sanktionen: Verbot von Waffen- und Nuklearhandel, Einfrieren von Konten, Reisebeschränkungen, verhängt in Resolution 1737 (23.12.2006), Resolution 1747 (24.03.2007), Resolution 1803 (03.03.2008)

Sanktionen der USA: Vollständiger Handels- und Investitionsboykott, beruhend auf Executive Order 12959 von 1995, neue Sanktionen im Juni 2010

Sanktionen der EU: Einschränkungen für Handel und Investitionen, Einfrieren von Vermögen, Reisebeschränkungen, beruhend auf Verordnung (EG) Nr. 423/2007 des Rates (19.04.2007)

Nahost
dpa
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, das israelische "Besatzungsregime" müsse "aus den Annalen der Geschichte verschwinden".
Israelische Politiker, darunter auch Kabinettsmitglieder, sprechen sich für präventive Militärschläge gegen Iran aus.
Personen
Said Dschalili , Atomunterhändler seit Oktober 2007
Yukiya Amano , Generaldirektor der IAEA
Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung
Oktober 2009: Vertreter Irans, Deutschlands und der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat kommen zu Atom-Gesprächen in Genf zusammen.
November 2009: Die IAEA kritisiert in einer Resolution die jahrelang geheim gehaltene iranische Urananreicherungsanlage bei Ghom. Teheran reagiert mit der Ankündigung, zehn neue Uran-Anlagen zu bauen.
Dezember 2009: Iran testet die Mittelstreckenrakete Sedschil 2. Diese habe größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3.
2. Februar 2010: Ahmadinedschad zeigt sich bereit, auf einen Vorschlag der IAEA einzugehen, der eine Anreicherung iranischen Urans auf 20 Prozent im Ausland vorsieht. Wenige Tage später rudert er wieder zurück.
7. Februar 2010: Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran von 3,5 auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.
11. Februar 2010: US-Präsident Barack Obama kündigt als Reaktion umfangreiche neue Sanktionen gegen Iran an.
1. April 2010: Nach langem Widerstand gegen neue Sanktionen ist China bereit, sich an den Verhandlungen über den Text einer verschärften Uno-Resolution zu beteiligen.
25. April 2010: Zur Abwehr neuer Sanktionen besucht Irans Außenminister Manutschehr Mottaki Österreich. Gespräche mit dem Chef der IAEA, Yukija Amano, und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bringen jedoch keinen Durchbruch.
17. Mai 2010: Nach Verhandlungen mit Brasilien und der Türkei lenkt Iran ein und will Uran im Ausland anreichern lassen. Doch die internationale Gemeinschaft reagiert skeptisch auf die Ankündigung.
9. Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat beschließt schärfere Sanktionen gegen Iran. Sie beinhalten weitere Hürden für die iranische Finanzbranche und eine Ausweitung des Waffenembargos. Auch die USA und die EU setzen schärfere Maßnahmen gegen Iran in Kraft.
Januar 2011: Die Atomgespräche zwischen Iran und den westlichen Mächten in Istanbul scheitern. Teheran hatte weiterhin "ein Recht auf Urananreicherung" gefordert.

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