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Reaktion auf "NYT"-Artikel: US-Regierung weist Putin in die Schranken

US-Präsident Obama: Kritik an Putin Zur Großansicht
AP/dpa

US-Präsident Obama: Kritik an Putin

In der Schweiz verhandeln die USA und Russland über eine mögliche Lösung der Syrien-Frage. Doch die Stimmung zwischen den Mächten ist äußerst angespannt. Jetzt reagiert das Weiße Haus auf Putins Kritik in der "New York Times": Moskau stehe "isoliert und allein" da.

Washington - Die Debatte über den Giftgaseinsatz in Syrien und über den Umgang mit dem Assad-Regime sorgt für weitere Spannungen zwischen Russland und den USA. Mit deutlichen Worten reagiert das Weiße Haus auf die jüngsten Vorwürfe aus Moskau.

In einem "New York Times"-Beitrag hatte der russische Präsidenten Wladimir Putin das Verhalten der Vereinigten Staaten als brutal und alarmierend bezeichnet. Nun folgte die Retourkutsche aus Washington: "Im Gegensatz zu Russland" seien die Vereinigten Staaten ein Land, das sich für demokratische Werte einsetze, ließ Präsident Barack Obama seinen Sprecher Jay Carney ausrichten.

Allein dass Putin seinen Text in einer amerikanischen Tageszeitung veröffentlichen konnte, zeige, wie wichtig die Meinungsfreiheit in den USA sei. In Russland verliere sie hingegen immer weiter an Bedeutung. Carney sagte, Moskau stehe "isoliert und allein" da mit der Behauptung, die syrischen Rebellen seien für den Giftgasangriff bei Damaskus am 21. August verantwortlich. "Russland riskiert sein Ansehen und seine Glaubwürdigkeit" in den laufenden Verhandlungen über eine Beseitigung syrischer Chemiewaffen.

Putin hatte die Amerikaner in dem Beitrag als überheblich bezeichnet, weil sie sich für etwas Außergewöhnliches hielten. Er nannte es "alarmierend", dass ein militärisches Eingreifen in interne Konflikte ausländischer Staaten für die USA zur Gewohnheit geworden sei.

Zähes Ringen in Genf

Der Schlagabtausch zwischen den beiden Großmächten belastet die Verhandlungen über eine Lösung der Syrien-Frage. In Genf diskutieren US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow über eine gemeinsame Linie. Vor allem die Frage, wie eine Überwachung und Vernichtung der C-Waffen des Assad-Regimes auf syrischem Boden ablaufen soll, ist völlig ungeklärt. Kerry betonte abermals vor Reportern, die USA würden ihre Drohung mit einem Militärschlag aufrechterhalten, wenn Damaskus seinen Ankündigungen nicht Taten folgen lasse.

Syrien hatte kurz vor Beginn der Genfer Gespräche bei der Uno in New York seinen Beitritt zur Chemiewaffenkonvention beantragt. Den Weg zur Unterzeichnung nannte Präsident Baschar al-Assad allerdings einen "beiderseitigen Prozess" mit einer "Menge von Punkten".

Er sagte weiter, sein Land werde erst einen Monat nach Unterzeichnung Informationen über das Kampfstoffarsenal liefern. Syrien wolle seine Chemiewaffen auch nur dann unter internationale Kontrolle stellen, wenn die USA ihre militärischen Drohungen gegen das Land einstellten. Den Giftgaseinsatz vom 21. August bei Damaskus bezeichnete er als eine von den USA organisierte Provokation.

Russlands Außenminister Lawrow erklärte, dass es inzwischen keinen Anlass mehr für einen US-Militärschlag gebe. Syrien wolle sich strikt an die Bestimmungen der Konvention halten. Dies werde eine gute Grundlage für eine Friedenskonferenz schaffen.

Die syrischen Rebellen haben unterdessen Berichte über Waffenlieferungen der USA an die Opposition in dem Bürgerkriegsland bestritten. "Wir warteten und warten immer noch darauf, Waffen und Munition zu erhalten", sagte der Generalstabschef der Freien Syrischen Armee (FSA), Salim Idriss, dem US-Radiosender NPR am Donnerstag. Am dringendsten benötigten seine Kämpfer Panzer- und Flugabwehrraketen, sagte Idriss. Der seit zweieinhalb Jahren tobende Bürgerkrieg hat inzwischen mehr als 100.000 Tote gefordert.

Die "Washington Post" hatte berichtet, dass der US-Geheimdienst CIA mit der Lieferung leichter Waffen, Munition sowie Kommunikations- und medizinischer Ausrüstung an die syrischen Rebellen begonnen habe. Die ersten Lieferungen seien in den vergangenen zwei Wochen nach Syrien gelangt. Auch US-Außenminister John Kerry hatte in einem Online-Videointerview am Dienstag angedeutet, dass die Rebellen nun Waffen erhielten. "Viele der Gegenstände, über deren Ausbleiben sich Leute beschwert haben, kommen nun bei ihnen (den Rebellen) an." Die Angst ist groß, dass die Waffenlieferungen in die Hände militanter Dschihadisten fallen könnten.

mia/Reuters/dpa/AFP

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1.
bazingabazinga 13.09.2013
...ein Land, das sich für demokratische Werte einsetze, ließ Präsident Barack Obama seinen Sprecher Jay Carney ausrichten.>> Muhahahahahahahahahahahahahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Der war gut!!!
2. Für demokratische Werte einsetzen...
Einfacher Bürger 13.09.2013
.... solange dies den eigenen Interessen dient. Vergaß man sicher nur zu erwähnen.
3. Wer Putin glaubt
super-kraut 13.09.2013
der ist entweder taub, blind, beides oder einfach nur ignorant. Einmal KGB, immer KGB
4.
unumvir 13.09.2013
steht nun wahrlich einzig die US-amerikanische Kriegsmaschinerie dar, der nun sehr zum Missvergnügen der Strippenzieher das Spielzeug erst einmal aus der Hand genommen wurde. Der Rest der Welt, die Bevölkerungsmehrheiten schon gar, haben die Nase voll von den teuren tödlichen Terroreskapaden des selbsternannten Weltpolizisten. Und das ist gut so!
5. Die USA setzen sich ffür demokratische Werte ein....
herrdainersinne 13.09.2013
War dass als Sie unter Vorspiegelung falscher tatsachen den Irak überfielen, Julien Assange in die Sicherheit einer fremden Botschaft trieben, oder doch vielleicht als Sie Herrn Snowden hetzten ? Nein, vielleicht doch eher das Sie die Gepräche aller Menschen überwachen und aufzeichen möchten... .............................. Die USA haben seit Ewigkeiten keine Sache mehr um Ihrer selbst Willen getan. Entweder es geht um Öl, um Rohstoffe, oder um politische Interessen. Demokratische Werte - ich kann nicht soviel essen wie ich kotzen möchte !
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