Milliardendeal USA stimmen Verkauf von Raketenabwehr an Saudi-Arabien zu

Das US-Raketenabwehrsystem "Thaad" geht für 15 Milliarden Dollar nach Saudi-Arabien. Die Zustimmung aus Washington kommt kurz nachdem ein Waffendeal zwischen den Regierungen in Riad und Moskau bekannt wurde.

Thaad-Raketenabwehr im Testversuch (Archivbild)
DPA/ Department Of Defense

Thaad-Raketenabwehr im Testversuch (Archivbild)


Die US-Regierung hat dem Verkauf des Raketenabwehrsystems Thaad an Saudi-Arabien für 15 Milliarden Dollar zugestimmt. Der Verkauf stärke die Sicherheit der USA und unterstütze die langfristige Sicherheit Saudi-Arabiens und der Golfregion "angesichts der iranischen und anderer regionaler Bedrohungen", erklärte das US-Außenministerium am Freitag.

Das Thaad-Abwehrsystem ist darauf ausgelegt, Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zu zerstören. Die USA hatten in diesem Jahr begonnen, das Thaad-System wegen des Konflikts mit Nordkorea in Südkorea aufzubauen. Das war auf harsche Kritik der chinesischen Regierung gestoßen. Zuvor hatten die USA das System bereits an Katar und an die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft.

Die Zustimmung der USA für den Verkauf kam einen Tag nach dem Besuch des saudi-arabischen Königs Salman in Russland, bei dem es unter anderem um den Kauf russischer Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 ging. Das Interesse Saudi-Arabiens an den Raketen ist bemerkenswert, weil das Land bislang vor allem mit den USA eng zusammengearbeitet hat.

Russisch-saudischer-Deal in Milliardenhöhe?

"Das saudische Militär könnte mindestens vier Divisionen von (S-400-Raketen) "Triumf" kaufen", schrieb die Zeitung "Kommersant" am Freitag unter Berufung auf Diplomatenkreise. Demnach kosten die Luftabwehrsysteme (Nato-Code: SA-21 "Growler") etwa zwei Milliarden Dollar.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Präsident Wladimir Putin und König Salman hätten bei ihrem Treffen am Donnerstag über die militärische Zusammenarbeit gesprochen. "Mehr Details als das, was bereits gesagt wurde, kann ich nicht geben", sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. An dem Thema werde weiter gearbeitet.

Saudi-Arabien wäre das dritte Land, das sich bei Russland mit S-400-Raketen ausrüstet. Nach China hatte sich kürzlich das Nato-Mitglied Türkei zum Kauf der Waffensysteme entschlossen. Dies hatte in der westlichen Militärallianz Kritik ausgelöst.

yes/AFP/dpa-AFX



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