Trumps Umweltchef Ein Deal, der Scott Pruitt ganz schlecht aussehen lässt

Mehrere Mitglieder des US-Kabinetts werden beschuldigt, Steuergelder verschwendet zu haben. Aktuell sorgt der Fall von Scott Pruitt für Aufsehen - der verdächtig günstig an eine Unterkunft kam.

Scott Pruitt
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Scott Pruitt


Erneute Vorwürfe gegen ein Mitglied der Regierung von US-Präsident Donald Trump - diesmal gerät Scott Pruitt in den Fokus der Medien: Der Chef der Umweltschutzbehörde EPA soll für seine Wohnung in Capitol Hill, einem beliebten Stadtteil der Hauptstadt Washington, nur ein Drittel des üblichen Mietpreises bezahlt haben. Laut ABC News habe sich Pruitt mit Steven Hart, einem Energielobbyisten und dem Eigentümer des Hauses, auf deutlich günstigere Bezüge geeinigt. Pro Nacht wurden Pruitt lediglich 50 Dollar berechnet. Und diese musste er nur zahlen, wenn er die Nacht auch tatsächlich in der Wohnung verbracht hatte.

Das Problem: Pruitt ist genau für die Themen und Unternehmen zuständig, die Steven Hart als Lobbyist vertritt. Chris Christie, republikanischer Gouverneur von New Jersey, sagte über seinen Parteikollegen, der sei schon so gut wie weg vom Fenster. "Ich weiß nicht, wie du da wieder rauskommen willst."

Es ist nicht das erste Mal, dass Pruitts ethischer Kompass infrage gestellt wird - der 49-Jährige soll gelegentlich sehr großzügig mit Steuergeldern umgegangen sein. Unter anderem soll er im ersten Amtsjahr für Linien-, Militär- und Charterflüge ungefähr 163.000 Dollar ausgegeben haben. Für Aufsehen sorgte eine Reise von Cincinnati nach Washington, die lediglich eine Stunde dauerte und rund 36.000 Dollar kostete. Auch der Bau einer schallisolierten Telefonzelle für sein Büro machte Schlagzeilen: Es soll den Steuerzahler 43.000 Dollar gekostet haben.

Trumps Steuerverschwender

Doch auch andere Namen werden immer wieder im Zusammenhang mit Steuerverschwendungen erwähnt: So soll Ryan Zinke Altbau-Schwingtüren in seinem Büro ausgetauscht haben - Kostenpunkt: 139.000 Dollar. Der Innenminister löste ebenfalls Diskussionen aus, als er sich auf Staatskosten von Bundespolizisten in den Urlaub begleiten ließ.

Zukünftiger Außenminister Mike Pompeo
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Zukünftiger Außenminister Mike Pompeo

Mike Pompeo, Trumps ehemaliger CIA-Chef und zukünftiger Außenminister, wurde von seiner Frau auf internationalen Reisen begleitet. Angeblich soll die Ehepartnerin sogar einen eigenen Mitarbeiterstab unterhalten haben - und das, obwohl sie offiziell nur ehrenamtlich bei der CIA angestellt war.

Unübertroffen, was Reisekosten angeht, ist aber Steven Mnuchin: Der Finanzminister soll binnen einem Jahr knapp eine Million Dollar auf sieben Reisen für Flüge bezahlt haben. Besondere Aufmerksamkeit erlangte ein Flug mit seiner Ehefrau. Die beiden sollen nach Fort Knox geflogen sein, um sich gemeinsam die große Sonnenfinsternis anzusehen.

bam



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