"Clean Power Plan" US-Umweltminister will Obamas Klimaplan abschaffen

Durch den "Clean Power Plan" der Obama-Regierung sollten US-Kraftwerke weniger Kohlendioxid ausscheiden. Scott Pruitt war jahrelang entschiedener Gegner des Projekts - das er jetzt, als US-Umweltminister, kassieren will.

Scott Pruitt
AFP

Scott Pruitt


Scott Pruitt hatte schon als Chefankläger des Bundesstaats Oklahoma gegen Barack Obamas "Clean Power Plan" gekämpft; damals bezeichnete er das Projekt für sauberere Kraftwerke als "Krieg gegen die Kohle". Nun kann Pruitt, inzwischen Umweltminister der Trump-Regierung, das Projekt endgültig beerdigen: Am Dienstag werde er in Washington einen Gesetzentwurf zur Abschaffung des "Clean Power Plan" unterzeichnen, kündigte er an.

Das Klimaprojekt der Obama-Regierung sah vor, den Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken bis 2030 um 32 Prozent unter das Niveau des Jahres 2005 zu senken. Dazu sollten vermehrt erneuerbare Energien die fossilen Brennstoffe ersetzen.

Pruitt jedoch ist entschiedener Gegner von Umweltschutzauflagen auf Kosten der Öl-, Gas- und Kohleindustrie. Weder die Umweltbehörde EPA noch jede andere staatliche Institution solle die Möglichkeit haben, "irgendeinem Sektor unserer Wirtschaft den Krieg zu erklären", sagte Pruitt. Er ist enger Vertrauter der Kohle- und Ölindustrie, hat den menschengemachten Klimawandel mehrfach in Zweifel gezogen - und war wohl auch deshalb Donald Trumps Wahl für diesen Posten.

Die Wahrheit über die Erwärmung

Im Wahlkampf hatte Trump mehrfach angekündigt, die EPA abzuschaffen, vor allem weil sie zu teuer sei. Erst Anfang des Jahres hatte Trump verkündet, dass die USA aus dem Pariser Klimavertrag aussteigen würden. Das hatte für großes Unverständnis von Wissenschaftlern gesorgt, auch andere Staatsführer zeigten sich irritiert und enttäuscht von dem Schritt. Die USA und China sind die weltweit größten Kohlenstoffdioxid-Produzenten.

vks/AFP

insgesamt 56 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
noalk 09.10.2017
1. Katastrophen
Sollte Pruitt sein Vorhaben gelingen, wissen die künftigen Hurrikan-Geschädigten, bei wem sie sich bedanken können. Allein: ich setze darauf, dass es auch unter den republikanischen Abgeordneten noch so viele Vernunftbegabte geben möge, die ihm in die Parade fahren werden.
theodtiger 09.10.2017
2. Unverantwortlich
Die viel zu zögerlichen Schritte der bisherigen US Administationen noch zurückdrehen zu wollen, ist einfach unverantworlich. Die Opfer der Klimawandels jetzt und in den nächsten hundert Jahren (so lange bleibt CO2 in Atmosphäre) wissen dann, wem sie dies insbesondere zu "verdanken" haben.
paula_f 09.10.2017
3. der Preis entscheidet
mittlerweile ist es einfach preisgünstiger Strom mit Photovoltaik und Windrädern zu erzeugen, in großen Teilen der USA sind Wärmepumpen bzw. Klimaanlagen mit Wärmepumpe im Einsatz und ausreichend um Häuser zu heizen und Öl zu sparen. Mehr Leute wie Elon Musk sollte es geben um die Amerikaner aufzuklären beispielsweise über Solarthermie.
Rollerfahrer 09.10.2017
4. Die Antwort kommt von ganz allein! ....
... nicht nur über die Folgen der Klimaerwärmung, sondern auch von den Ländern, die sich auf erneuerbare Energien besinnen, denn die haben dann die Energie zu Preisen der Instandhaltung. So günstig kann vossile Enrgie dann garnicht mehr sein! Denn mit fallendem Absatz steigen auch die Förderkosten! Hoffen wir, daß das recht schnell passiert! Und dann war es das mit der amerikanischen Wirtschaftsleistung.
fortelkas 09.10.2017
5. Diese amerikanische Regierung
.....tut alles aber auch alles, um auch nur die kleinsten Fortschritte auf allen Politikfeldern zurückzudrehen. Und es waren (z. B. in der Klimapolitik) zunächst einmal kleine Fortschritte. Ich hoffe nur, dass Europa die USA mit seiner Politik (auf allen Politikfeldern) links liegen lässt und seine eigene Politik gestaltet. Mit diesem Präsidenten und seiner Regierung kann man eigentlich nicht mehr reden (warum war der eigentlich auf dem Gipfeltreffen in Hamburg?), man kann sie nur politisch bekämpfen. Erwin Fortelka
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.