Zeichen der Entspannung USA und Nordkorea verhandeln über Kriegstote

65 Jahre nach Ende des Koreakriegs haben Nordkorea und die USA Verhandlungen über die Gebeine gefallener US-Soldaten aufgenommen.

Militärdiplomatie: US-Army-Fahrzeug unter UN-Flagge an der nordkoreanischen Grenze
REUTERS

Militärdiplomatie: US-Army-Fahrzeug unter UN-Flagge an der nordkoreanischen Grenze


Hohe Offiziere Nordkoreas und der USA haben über die Übergabe der Gebeine von US-Soldaten verhandelt, die im Koreakrieg (1950-53) fielen. Bei dem Treffen im Grenzort Panmunjom soll am Sonntag darüber gesprochen worden sein, wann und auf welche Weise die nordkoreanische Volksarmee die Überreste übergeben werde.

Die Gespräche zwischen Washington und Pjöngjang über die Rückführung der exhumierten Gefallenen seien "im Gange", bestätigte auch ein südkoreanischer Regierungsvertreter. Fernsehbilder zeigten Fahrzeuge mit Plaketten der US-Armee, die offenbar Vertreter Washingtons zu dem Grenzort brachten.

Die Gespräche waren nach Angaben von US-Außenminister Mike Pompeo ursprünglich bereits für Donnerstag angesetzt. Die nordkoreanische Seite sei allerdings nicht erschienen und habe angeboten, das Treffen am Sonntag nachzuholen, sagte Heather Nauert, Sprecherin des US-Außenministeriums.

Die US-Seite soll den Berichten zufolge von Generalmajor Michael Minihan angeführt worden sein, der zugleich Stabschef des Uno-Kommandos (UNC) in Südkorea ist. Auch zur nordkoreanischen Delegation habe ein Zweisternegeneral gehört. Es wären damit die ersten Gespräche auf Generalsebene zwischen beiden Ländern seit mehr als neun Jahren.

Die Verhandlungen gelten als Resultat der Gespräche zwischen Kim Jong Un und Donald Trump
AP

Die Verhandlungen gelten als Resultat der Gespräche zwischen Kim Jong Un und Donald Trump

Wie viele Gebeine Nordkorea übergeben will, war unklar. Die US-Seite habe zunächst 100 hölzerne Särge bereitgestellt, um die Überreste zur Identifizierung in die USA zu bringen, berichtete der Sender Arirang.

Die Gespräche sind Teil der Vereinbarungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, die beide bei ihrem aufsehenerregenden Gipfeltreffen im Juni in Singapur getroffen hatten.

Im Koreakrieg von 1950 bis 1953 wurden mehr als 35.000 US-Soldaten getötet. 7700 gelten nach Angaben des Pentagon noch als vermisst, darunter allein 5300 in Nordkorea. Nordkorea habe in Aussicht gestellt, sterbliche Überreste von 200 US-Soldaten übergeben zu können.

Schon zwischen 1996 und 2005 hatten US-Teams die sterblichen Überreste von mehr als 220 Soldaten in Nordkorea exhumiert. Die Aktion wurde jedoch 2005 von den USA wegen Sicherheitsbedenken unterbrochen.

AFP/dpa/pat



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