Russlandaffäre Mueller knöpft sich russische Oligarchen vor

Seit knapp einem Jahr ermittelt Robert Mueller in der Russlandaffäre. Trump ist derzeit wohl kein Ziel strafrechtlicher Ermittlungen. Laut Medienberichten stehen nun russische Oligarchen im Fokus.

Robert Mueller
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Robert Mueller


In der Russlandaffäre setzt FBI-Sonderermittler Robert Mueller nun offenbar auf "eine aggressive Taktik" und fängt russische Oligarchen auf USA-Besuch ab. Das berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Ein Russe sei von Muellers Team überrascht worden, als sein Privatjet auf einem New Yorker Flughafen landete. Die elektronischen Geräte des Mannes seien durchsucht worden. Ein zweiter Oligarch sei von den Ermittlern ebenfalls während einer USA-Reise gestoppt worden, allerdings sei unklar, ob auch er durchsucht worden sei. Und ein dritter habe eine Einladung zu einem Gesprächstermin bekommen.

Die Ermittler interessiere vor allem, ob Geld russischer Oligarchen in Thinktanks oder Firmen geflossen sei, die sich im US-Wahlkampf engagiert haben, so CNN. Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass ein russisches Escort-Girl ein Treffen des russischen Vizepremiers mit einem Oligarchen gefilmt hatte, der Verbindungen zu Trumps Ex-Wahlkampfmanager hat.

Sanktionen sollen verhängt werden

Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass russische Oligarchen wegen einer möglichen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 zunehmend unter Druck geraten. Wie Reuters und die "Washington Post" melden, wollen die USA noch in dieser Woche Sanktionen gegen mindestens sechs Russen verhängen, die Russlands Präsident Wladimir Putin nahestehen.

US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland sich in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 mit Hackerangriffen und Propaganda eingemischt hat. Dies habe später zum Ziel gehabt, die Wahl zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen. Russland bestreitet das.

Das Justizministerium hatte Mueller wenige Tage nach der Entlassung des damaligen FBI-Chefs James Comey im Mai 2017 durch Trump zum Sonderermittler ernannt. Trump greift Mueller wegen der Ermittlungen immer wieder an. Mitte März hatte er ihm eine "Hexenjagd" vorgeworfen. Am Mittwoch berichtete die "Washington Post", Sonderermittler Mueller gehe aktuell nicht davon aus, dass sich US-Präsident Donald Trump strafbar gemacht habe.

Am Dienstag war es im Zuge der Ermittlungen zu einem ersten Urteil gekommen. Der niederländische Anwalt Alex van der Zwaan wurde von einem Gericht in Washington wegen Falschaussagen zu 30 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Dollar (16.300 Euro) verurteilt. Der 33-Jährige hatte sich im Februar schuldig bekannt und kooperiert mit den Ermittlern.

vet/Reuters



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