Nach Trumps Treffen mit Kim USA setzen gemeinsame Manöver mit Südkorea aus

Donald Trump löst ein Versprechen an Pjöngjang ein: Die Vereinigten Staaten stoppen weitere Militärmanöver mit Südkorea. Allerdings warnt der US-Präsident mittlerweile wieder vor Kims Atomwaffen.

US-südkoreanische Militärübung
REUTERS

US-südkoreanische Militärübung


Es war eines der Versprechen, die US-Präsident Donald Trump bei seinem historischen Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gegeben hatte: Ein Stopp der gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea sollte die Bereitschaft zur Deeskalation signalisieren.

Anderthalb Wochen nach dem historischen Gipfel in Singapur haben die Vereinigten Staaten nun erneut konkrete Schritte angekündigt. Verteidigungsminister James Mattis habe in Abstimmung mit dem Verbündeten Südkorea ausgewählte Manöver auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, teilte Pentagon-Sprecherin Dana White mit.

Am Dienstag hatte das koreanische Verteidigungsministerium bereits die großangelegte Übung "Ulchi Freedom Guardian" abgesagt, an der auch rund 17.500 US-Soldaten teilnehmen sollten. Nun sollen zwei weitere Manöver der koreanischen Marine verschoben werden, die in den kommenden drei Monaten geplant waren.

White fügte hinzu, weitere Entscheidungen zur Unterstützung der bevorstehenden, von Außenminister Mike Pompeo geleiteten Verhandlungen mit Nordkorea würden von deren Verlauf abhängig gemacht. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Gespräche über eine atomare Abrüstung in Nordkorea gingen voran. Die Denuklearisierung, wie die USA und Nordkorea den Prozess der Abrüstung nennen, sei bereits im Gange.

Abschreckung und Bedrohung

Trump hatte nach dem Gipfel mit Kim am 12. Juni zunächst offengelassen, wann die Übungen eingestellt werden sollten. Die jährlichen Manöver der USA mit Südkorea sind ein wichtiger Bestandteil ihres Sicherheitsbündnisses. Die USA haben derzeit 28.500 Soldaten in Südkorea als Abschreckung gegen Bedrohungen durch Nordkorea stationiert.

Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

Allerdings schlug Trump nun auch kritische Töne gegenüber Pjöngjang an. Das Atomwaffenarsenal des Landes sei eine "außergewöhnliche Bedrohung". Mit diesen Worten begründete er am Freitag die Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang um ein weiteres Jahr.

Konkret hieß es in einem Schreiben des US-Präsidenten an den amerikanischen Kongress, die "Existenz und das Risiko der Weiterverbreitung von waffenfähigem spaltbarem Material auf der koreanischen Halbinsel und das Vorgehen und die Politik der Regierung Nordkoreas" stellten weiterhin eine "außergewöhnliche Gefahr für die nationale Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft der Vereinigten Staaten dar".

Einen Tag nach dem historischen Gipfeltreffen in Singapur hatte Trump noch erklärt, von Nordkorea gehe nun keine "atomare Bedrohung" mehr aus.

kev/AFP/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.