Hamburg - Es ist die erste Zusammenkunft dieser Art, aber weitere sollen folgen. Die Türkei und die USA begannen die Arbeit an gemeinsamen Notfallplänen für eine mögliche Intervention in Syrien. Diplomaten, Militärs und Geheimdienstler beider Staaten trafen sich am Donnerstag in Ankara, wie aus dem türkischen Außenamt verlautete.
Die Außenminister beider Länder, Ahmet Davutoglu und Hillary Clinton, hatten vor zehn Tagen in Istanbul den Beginn einer detaillierten "Operationsplanung" für Syrien angekündigt. Ankara und Washington wollen damit einen Machtwechsel beschleunigen und Vorkehrungen für die Zeit nach einem Sturz der Regierung von Präsident Baschar al-Assad treffen.
Bei den Gesprächen in Ankara am Donnerstag ging es unter anderem um mögliche Reaktionen für den Fall, dass das syrische Regime die Chemiewaffen des Landes aus den Depots holt oder gar gegen die Opposition einsetzt. Die USA hatten dies als "rote Linie" bezeichnet, deren Überschreiten eine militärische Intervention auslösen könnte. Washington ist besorgt, dass Chemiewaffen radikalen Islamisten in die Hände fallen könnten.
Nach Presseberichten wollen die USA mit der Türkei auch Übergriffe der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit gegen Aleviten, Christen oder Juden in Syrien verhindern. Für die Türkei geht es in den Gesprächen unter anderem um die mögliche Einrichtung einer Schutzzone für Flüchtlinge auf syrischem Gebiet, falls sich der Zustrom von Menschen aus dem Nachbarland in die Türkei weiter verstärkt. Derzeit halten sich rund 70.000 Syrer in türkischen Auffanglagern auf; die Türkei hat angedeutet, dass sie nicht mehr als 100.000 Menschen versorgen kann.
Daneben will Ankara mit Washington auch über die Präsenz der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Norden Syriens sprechen. Die Türkei befürchtet, dass die Kurdenrebellen das Gebiet als Ausgangspunkt für Terrorakte auf türkischem Boden nutzen könnten. Die Regierung in Ankara hat Syrien vorgeworfen, der PKK einige Gegenden in Nordsyrien regelrecht überlassen zu haben. Die Türkei behält sich Militärschläge gegen die Kurdenrebellen im Nachbarland vor.
ler/AFP/dpa
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