Streit um inhaftierten US-Mitarbeiter USA und Türkei frieren gegenseitige Visavergabe ein

Die US-Botschaft in Ankara stellt keine Visa mehr für türkische Bürger aus. Nun reagiert die Türkei: Sie stoppt ihrerseits die Visavergabe für US-Bürger.

Recep Tayyip Erdogan
AP

Recep Tayyip Erdogan


Nach der Ankündigung aus den USA, die Vergabe von Visa für türkische Bürger vorläufig und mit sofortiger Wirkung einzufrieren, hat die Türkei reagiert: Sie stoppt sämtliche Visavergaben in der Botschaft in Washington sowie in sämtlichen Konsulaten in den USA. Die einzige Ausnahme soll für Einwanderungsanträge gelten.

"Jüngste Ereignisse zwingen die türkische Regierung, neu zu bewerten, wie sehr sich die US-Regierung der Sicherheit von türkischen Botschafts- und Konsulatsgebäuden und ihren Mitarbeitern verpflichtet fühlt", teilte die türkische Botschaft in Washington mit. Der Wortlaut der Erklärung ist identisch mit dem der US-Regierung in Richtung Ankara.

Die türkische Regierung entschloss sich zu dem Schritt nur Stunden, nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump ihre Maßnahme verkündet hatte, in der amerikanischen Botschaft in Ankara bis auf Einwanderungsvisa keine Einreisepapiere mehr auszustellen.

Die türkischen Behörden hatten einen Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft inhaftiert und werfen ihm Spionage vor. Der Mann soll der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fetullah Gülen nahestehen. Die türkische Regierung macht ihn für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich. Die US-Botschaft in Ankara wies die Vorwürfe zurück und fordert die Freilassung ihres Mitarbeiters.

Der gegenseitige Stopp der Visavergabe belastet die ohnehin angespannten Beziehungen der beiden Nato-Staaten schwer. Außenminister Mevlut Cavusoglu hatte deswegen laut türkischen Medienberichten bereits am Samstag mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson gesprochen.

mja/Reuters/dpa



insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hoberg 09.10.2017
1. na das hätten wir auch tun sollen
..Visapflicht für Türken und keine mehr ausstellen solange Deutsche grundlos um Gefängnis sitzen . Als Gegenreaktion werden für Deutsche auch keine mehr ausgestellt. Gut so.
steinbock8 09.10.2017
2. Wenn sich die Türkei
Mit allen und jedem anlegt dann scheint in der türkischen Politik irgend etwas nicht zu stimmen in der Türkei kann jetzt kein Politiker allen Ernstes behaupten das die ganze Welt gegen die Türkei ist und alle die Türkei unterwandern wollen das ist eine typische Paranoia von allen Diktaturen
Atheist_Crusader 09.10.2017
3.
Ich hoffe, Trump schaltet sich persönlich in die Angelegenheit ein. Ein Schrei-Duell zwischen ihm und Erdogan könnte echt unterhaltsam werden. Und vielleicht der (längst überfällige) Auslöser um die Türkei endlich aus der NATO zu werfen.
Paddel2 09.10.2017
4. Zu verschmerzen
Die ganze böse Welt ist also gegen Erdogan und seine Version der Türkei! Das traurige ist, dass den Geisterfahrern in Ankara ihre Situation nicht bewusst ist. Ich bin der Meinung, dass man den kleinen Sultan bellen lassen sollte, sofern man in seinen Punkten hart bleibt. Die Türkei überschätzt nämlich ihre ökonomische Bedeutung für die Weltwirtschaft und wird früher oder später auf dem Boden der Tatsachen landen. Die Bürger der USA können es bis dahin sicher verschmerzen, nicht in die Türkei reisen zu dürfen.
aa_mode 09.10.2017
5.
Dieses alberne türkische wie-du-mir-so-ich-dir-Gehabe erinnert mich stark an meine türkischen Mitschüler damals in der Grundschule. Man schreint es auch noch für ehrenvoll zu halten. Als halbwegs klar denkender Mensch wäre mir solch ein Handeln meiner Regierung zutiefst peinlich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.