Basidsch-Netzwerk USA verhängen neue Sanktionen gegen iranische Revolutionsgarden

Die US-Regierung geht gegen ein Netzwerk von Firmen aus dem Iran vor, das mit den Basidsch-Milizen kooperiert. Der Untergruppe der Revolutionsgarden wird unter anderem vorgeworfen, Kindersoldaten zu rekrutieren.

Tausch von US-Dollar und Iranischen Rial
AFP

Tausch von US-Dollar und Iranischen Rial


Die US-Regierung hat neue Sanktionen gegen ein Netzwerk von Firmen aus dem Iran verhängt, das mit den Basidsch-Milizen - einem Arm der Revolutionsgarden - kooperiert. Den Strafmaßnahmen unterliegen unter anderem drei Banken und etwa 20 weitere Firmen, unter anderem aus der Automobilbranche, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte.

Zur Begründung hieß es unter anderem, die paramilitärischen Basidsch-Milizen rekrutierten und trainierten Kämpfer für den Einsatz in Syrien und in anderen Konflikten der Region. Unter ihnen seien auch Kindersoldaten, sagte eine Mitarbeiterin des Ministeriums. Die iranischen Kräfte unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad.

Betroffen von den Sanktionen ist den Angaben zufolge auch ein Netzwerk von mehr als 20 Banken und anderen Unternehmen mit dem Namen Bonjad Taavon Basidsch, das die Milizen finanziell unterstützt. Durch die Sanktionen werden mögliche Bankkonten und andere Vermögenswerte der betroffenen Organisationen und Unternehmen in den USA gesperrt und US-Bürgern oder -Unternehmen jegliche Finanztransaktionen mit ihnen untersagt.

Es sind nicht die ersten US-Sanktionen, die sich gezielt gegen die Revolutionsgarden und deren Partnerorganisationen richten. So verhängte das Finanzministerium bereits im Mai Strafmaßnahmen gegen ein Netzwerk, das Millionensummen in Dollars umgetauscht und an die Garden geschleust haben soll.

Die neuen Maßnahmen sind Teil der Kampagne des "maximalen Drucks", die US-Präsident Donald Trump gegen die Führung in Teheran fährt. Trump hatte im Mai das von ihm als unzulänglich angeprangerte Abkommen von 2015 zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms aufgekündigt. Seither zieht er die Sanktionsschraube gegen das Land kontinuierlich an.

Die Maßnahmen kommen nur wenige Wochen vor dem geplanten Inkrafttreten weiterer US-Sanktionen gegen den Iran im Zusammenhang mit den Atomaktivitäten des Landes. Mit den neuen Sanktionen, die am 4. November wirksam werden sollen, soll vor allem die Ölindustrie des Irans getroffen werden. Ziel der USA ist es, die Ölexporte des Landes auf Null zu fahren.

mal/dpa/AFP



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