Iranabkommen USA verlangen weltweiten Import-Stopp für iranisches Öl

Die USA fordern von allen Ländern einen Importstopp von iranischem Öl. Gegen Länder, die dem nicht Folge leisten, würden Sanktionen verhängt, drohte ein Vertreter des US-Außenministeriums.

Eine Gasflamme auf einer iranischen Ölplattform
REUTERS

Eine Gasflamme auf einer iranischen Ölplattform


Die amerikanische Regierung verlangt von allen Ländern, bis November ihren Öl-Import aus Iran auf Null zu reduzieren. Vom 4. November an würden die Länder, die sich nicht an einem Importstopp beteiligten, von den USA sanktioniert, sagte ein hochrangiger Beamter des amerikanischen Außenministeriums laut mehreren Nachrichtenagenturen.

Der Beamte, der nicht namentlich genannt wurde, gab außerdem an, die USA würden in etwa einer Woche in Gespräche mit anderen Ländern des Mittleren Ostens treten, um sicherzustellen, dass das weltweite Ölangebot nicht betroffen sein werde.

Gespräche mit China, Indien und der Türkei seien geplant

Die USA seien sich im Klaren, dass dies bei den US-Verbündeten nicht nur auf Zustimmung stoßen werde, besonders bei Öl-Importeuren. "Der Grund, warum sie es dennoch machen werden, ist ihre Beziehung zu uns", betonte der Beamte. Grundsätzlich seien alle Länder betroffen, es stünden Gespräche unter anderem mit China, Indien und der Türkei bevor.

"Maximaler ökonomischer Druck"

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den einseitigen Rückzug seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran angekündigt und im Rahmen des Abkommens ausgesetzte Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik wieder eingesetzt. Trump hatte in den vergangenen Tagen von ersten Erfolgen der Politik gesprochen, die der Beamte des Außenministeriums als "Strategie des maximalen ökonomischen Drucks" bezeichnete.

"Der Iran ist ein anderes Land, seit wir ausgestiegen sind", sagte Trump. Teheran habe sein aggressives Verhalten in der Region bereits geändert. Nach Überzeugung des Außenministeriums bekommt die Regierung in Teheran auch den Druck aus der eigenen Bevölkerung über die wirtschaftliche Situation zu spüren. Die Menschen im Iran seien es leid, ständig die Folgen der Politik elitärer Kleriker ausbaden zu müssen.

höh/dpa/AP/AFP/

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