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Hetze gegen Schwule und Lesben: USA verurteilen Anti-Homosexuellen-Gesetz in Gambia

Gambias Präsident Yahya Jammeh: Schwule und Lesben sollen sein Land verlassen Zur Großansicht
DPA

Gambias Präsident Yahya Jammeh: Schwule und Lesben sollen sein Land verlassen

Die Regierung in Gambia hat Homosexualität unter Strafe gestellt. Mehrere Schwule und Lesben wurden bereits verhaftet, ihnen droht lebenslange Haft. Nun regt sich Protest in Washington.

Washington - In Gambia droht Schwulen und Lesben lebenslange Haft. Ein entsprechendes Gesetz hat Präsident Yahya Jammeh im Oktober unterschrieben, ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Doch seitdem die Nachrichtenagentur AP den Erlass öffentlich gemacht hat, regt sich Protest.

Das US-Außenministerium hat die Entscheidung scharf kritisiert. "Die Vereinigten Staaten lehnen es entschieden ab, einvernehmliche Beziehungen zwischen Erwachsenen unter Strafe zu stellen", sagte Sprecher Jeff Rathke in Washington.

Das Gesetz in Gambia ähnelt Regelungen, die das Parlament in Uganda erlassen hatte. Es verbietet "vorsätzliche Homosexualität" und richtet sich besonders an Menschen mit HIV und Aids. Bei einer Verurteilung droht lebenslange Haft. Präsident Jammeh hetzt seit Jahren gegen Homosexuelle. Schon 2008 forderte er Schwule und Lesben auf, das Land zu verlassen.

Nach Angaben von Amnesty International hat die Polizei bereits mehrere Menschen auf Grundlage des neuen Gesetzes verhaftet. Mindestens vier Männer, ein 17 Jahre alter Junge und neun Frauen wurden wegen angeblicher homosexueller Handlungen in Gewahrsam genommen. "Sie wurden gefoltert und misshandelt, um an Informationen über weitere Schwule und Lesben zu kommen", teilte Amnesty mit. Die Sicherheitskräfte sollen die Verhafteten geschlagen und mit Vergewaltigung bedroht haben.

Das US-Außenministerium zeigte sich besorgt: "Wir fordern die Regierung Gambias auf, niemanden zu verhaften nur wegen seiner sexuellen Orientierung oder Identität."

syd/AP

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Wann ?
lemmy 24.11.2014
Wann hört das endlich auf ? Es gibt leider immer noch so viele Länder, in denen Homosexualität strafbar ist. Jeder Mensch hat doch sein Selbstbestimmungsrecht, das darf ihm/ihr niemand nehmen.
2. Andere Länder, andere Sitten!
reever_de 24.11.2014
Wann hört der Westen auf, seine eigenen Ideen und Vorstellungen von Freiheit, Rechtssystemen und vor allem Moral allen anderen Ländern der Welt aufdrücken zu müssen oder zu wollen? Wenn diese Länder andere Vorstellungen haben, dann muss man das akzeptieren. Der Zwang, seine moralischen Grundlagen durch fremdes Staaten vor- und umschreiben zu lassen, kann dort nur Ablehnung und Widerwillen hervorufen. Dies wäre doch genauso bei uns, wenn völlig fremde Nationen unseren Bürgern diktieren würden, wie wir zu leben haben, oder nicht???
3. Vergangenheit vs. Heute
Korrektiv 24.11.2014
Vor mehr als tausend Jahren war es normal, dass anders geschlechtliche Orientierungen toleriert und sogar angesagt waren (bis ins 1900). "1000 Jahre schwule Liebe im Islam" Vor der westlichen Dominanz im Orient sei Homoerotik dort kein Problem gewesen, sagt Arabistikforscher Prof. Thomas Bauer Im Islam sei für die Zeit vor 1979 sei kein Fall bekannt, in dem ein Mann aufgrund von einvernehmlichen Sex mit einem anderen Mann angeklagt worden sei. Heute, so Autor: Bauer, werde der Lebensstil schwuler Männer etwa vom iranischen Regime oder von den Taliban-Milizen als „verwestlicht“ abgelehnt. Länder, die ins weite Mittelalter oder eher früher zurückgreifen, bzw. da war es ja Tolerant: Präsident Museveni unterzeichnet das Anti-Homosexuellen-Gesetz: Ungeachtet internationaler Kritik hat Ugandas Präsident Museveni ein Anti-Homosexuellen-Gesetz unterzeichnet. Bei gleichgeschlechtlichem Sex droht nun lebenslange Haft. Wer homosexuelle Bekannte nicht denunziert, muss ebenfalls mit einer Strafe rechnen. Ich fordere einfach die wirtschaflichen, finanziellen und diplomatischen Beziehungen sofort abzubrechen und das Land so zu insolieren, um zu merken, welche Sanktionen dieses selber hervorruft.
4. Entwicklungshilfe?
coolstuff 24.11.2014
Ich hoffe, die Bundesregierung zahlt keinen Cent Entwicklungshilfe an die Regime in Uganda und Gambia. Beim Geld kann man die meist korrupten Despoten in Afrika am ehesten packen. In den Ebola-Gebieten läuft etwas ähnlich wahnsinniges. Dort haben die Kirchen, insbesondere auch die katholische Kirche, einen Aufruf verfasst, der die Schuld der Ebola-Epidemie den Schwulen und Lesben dort zuschreibt. Es handele sich um eine Strafe Gottes für deren Lebenswandel. Mitunterzeichner war auch ein katholischer Erzbischof.
5.
Bearhawk 24.11.2014
Dabei ist es doch gerade der missionarische Eifer einiger amerikanischer evangelikaler Kirchen, die massivst auf die Gesetzgebung in diesen Länder Einfluss nehmen. Holt diese Idioten da raus, dann hört auch diese Art von Gesetzgebung auf!
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