Südchinesisches Meer USA warnen Peking vor Eskalation im Inselstreit

Die Kritik ist ungewöhnlich scharf formuliert: US-Verteidigungsminister Hagel hat China aggressives Verhalten im Streit um Inseln und Hoheitsgewässer vorgeworfen. Japans Küstenwache meldete eine neue Grenzverletzung durch chinesische Boote.

AP

Singapur - Die USA haben Chinas Rolle im Territorialstreit mit Nachbarländern mit deutlichen Worten kritisiert. Während des sogenannten Shangri-La-Dialogs, einer jährlichen Sicherheitskonferenz in Singapur, warf US-Verteidigungsminister Chuck Hagel der Führung in Peking vor, sie wolle mit "destabilisierenden einseitigen Maßnahmen" territoriale Ansprüche durchsetzen.

China beansprucht weite Teile des rohstoffreichen Südchinesischen Meers für sich, auch Regionen vor den Küsten von Nachbarländern. Die Volksrepublik beruft sich auf "historische Rechte", die sie zunehmend aggressiv durchsetzen will. Zudem gibt es mit Ländern wie Japan und Taiwan Konflikte um verschiedene unbewohnte Inselgruppen in der Region. In den vergangenen Wochen hatte sich die Lage zugespitzt, unter anderem wegen der Verlegung einer chinesischen Bohrinsel in die Nähe der vietnamesischen Küste.

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Am Samstag warf Japan der chinesischen Küstenwache vor, mit zwei Booten erneut in das Hoheitsgewässer zweier umstrittener Inseln im Ostchinesischen Meer vorgedrungen zu sein. Die beiden Schiffe seien gegen zehn Uhr morgens Ortszeit in die Zwölf-Meilen-Zone vor den Senkaku-Inseln eingedrungen, teilte die japanische Küstenwache mit. Nach ihren Angaben war es der zwölfte derartige Zwischenfall in diesem Jahr.

Die unbewohnte Inselgruppe wird von Tokio kontrolliert, aber auch China erhebt Anspruch auf die Inseln, die in der Volksrepublik unter dem Namen Diaoyu bekannt sind. Sie liegen in fischreichen Gewässern, in der Umgebung werden größere Öl- und Gasvorkommen vermutet. China schickt immer wieder Schiffe in das Seegebiet um die Insel, um Stärke zu zeigen.

"Wir sind entschieden gegen Einschüchterung, Nötigung oder die Androhung von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung solcher Ansprüche", sagte Hagel in Singapur. Die USA würden nicht wegsehen, "wenn die fundamentalen Prinzipien der internationalen Ordnung herausgefordert werden". Den US-Verbündeten in der Region sicherte Hagel zu, mögliche Kürzungen im amerikanischen Wehretat würden nicht zulasten der Verpflichtungen der USA im Asien-Pazifik-Raum gehen.

Der chinesische Präsident Xi Jinping widersprach den Vorwürfen. "Wir werden niemals Ärger schüren, aber auf Provokationen der beteiligten Länder angemessen reagieren", zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua nach einem Treffen mit dem Premierminister von Malaysia, das ebenfalls mit China über Hoheitsgebiete streitet.

dab/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 312 Beiträge
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noelkenproettel 31.05.2014
1. USA warnt China?
Die müssen doch wirklich Größenwahnsinnig sein diese Amerikaner, schaffen es nichtmal in Afganistan, oder Irak Ruhe zu machen und drohen China.... Im Weissen Haus müssen doch wirklich ein paar leute sitzen die an kompletten Realitätsverlust leiden , anders ist soein Quatsch doch wirklich nicht zu erklären!
multimusicman 31.05.2014
2. Wir werden niemals Ärger schüren..
was für eine lachhafte Äußerung... Tibet, Platz des himmlischen Friedens, eingesperrte Dissidenten....aber nein, so etwas macht doch keinen Ärger....
web-physio 31.05.2014
3. Unglaublich!
Was mischt sich die USA erneut in Angelegenheiten, die sie nichts angehen? Der Größenwahn dieser Nation ist pathologisch und muss gestoppt werden!
schmusel 31.05.2014
4. Schlechte Berater
Die chinesische KP scheint der Ansicht zu sein, das "russische Modell" wäre nachahmungswert - aggress Fakten schaffen im Glauben, die anderen Parteien würden ihre rechtmässigen Ansprüche einfach aufgeben. Der Schuss wird aber definitiv nach hinten losgehen.
tao chatai 31.05.2014
5.
* Der Streit war von den USA vorprogrammiert* Die USA wollte den zukuenftigen Konflikt mit China als sie die Inseln nicht an den rechtmaessigen Besitzer China sondern an Japan mit Verzoegerung, ob Japan auch stramm US hoerig wird, nach dem WW2 zurueckgab... Die Loesung ist hier sehr einfach,Japan gibt die Inseln an China zuruck und dann kann China mit Japan eine Waehrungsunion bilden wie vorgesehen und im Freihandel mit ASEAN wie auch geplant zusammenarbeiten!
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