Mutmaßliche Schall-Attacken USA weisen 15 kubanische Diplomaten aus

Die USA reagieren mit einem drastischen Schritt auf eine Reihe mysteriöser Erkrankungen von US-Diplomaten in Kuba: Sie weisen 15 Mitarbeiter der kubanischen Botschaft in Washington aus.

Kubanische Botschaft in Washington D.C.
REUTERS

Kubanische Botschaft in Washington D.C.


Die USA haben als Reaktion auf die mutmaßlichen "Akustik-Attacken" gegen ihr Botschaftspersonal in Havanna 15 kubanische Diplomaten des Landes verwiesen. Sie haben nun sieben Tage Zeit, die Vereinigten Staaten zu verlassen.

Mit dem Schritt sorge man für Gerechtigkeit, da die USA 60 Prozent des Botschaftspersonals in Havanna habe abziehen müssen, erklärte US-Außenminister Rex Tillerson am Dienstag in Washington. Kuba habe es bislang versäumt, angemessene Maßnahmen zum Schutz der amerikanischen Diplomaten einzuleiten.

Rätselhafte Angriffe auf Kuba

Nach US-Angaben erlitten 22 Botschaftsmitarbeiter in Havanna gesundheitliche Schäden durch mysteriöse akustische "Attacken", die vergangenes Jahr begonnen haben sollen. Einige der Betroffenen hätten dauerhaft ihr Gehör verloren, andere litten unter Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen.

In der US-Botschaft auf Kuba soll es bis auf Weiteres keine Visavergabe mehr geben. Außerdem sprach das State Department eine Reisewarnung aus.

Die kubanische Regierung weist eine Verwicklung in die Angelegenheit zurück.

Die USA und Kuba hatten sich in den vergangenen Jahren eigentlich wieder angenähert. Unter Barack Obama leiteten beide Regierungen eine Wende in ihrem jahrzehntelang zerrütteten Verhältnis ein. Im Sommer 2015 nahmen sie wieder diplomatische Beziehungen auf.

vet/Reuters



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