US-Warnung: Panetta wirft Iran Ausbildung syrischer Milizen vor

Es ist eine deutliche Warnung: US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Teheran aufgefordert, sich aus dem Syrien-Konflikt rauszuhalten. Es gebe Hinweise, dass Iran schiitische Milizen aufbaue und trainiere, die auf Seiten des Assad-Regimes kämpfen sollen.

Washington - Irans Einmischung in den Syrien-Krieg ist unerwünscht - das hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta deutlich gemacht. Die USA würden jeden Versuch Teherans unterbinden, die Zukunft Syriens zu bestimmen. Panetta sagte, es sei offenkundig, dass Iran mehr zur Stützung des syrischen Regimes unternehme. "Wir denken nicht, dass Iran jetzt diese Rolle spielen sollte."

Nach Informationen Washingtons mische sich Teheran immer mehr in den Konflikt ein und unterstütze das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Verteidigungsminister Leon Panetta und Stabschef Martin Dempsey warfen Iran vor, eine überwiegend schiitische Miliz auszubilden und aufzubauen. Diese solle an der Seite von Assads Armee kämpfen.

Es ist eine erste offene Warnung der USA an Iran, sich aus dem Syrien-Krieg rauszuhalten. Allerdings machte Panetta keinerlei Andeutung über ein mögliches stärkeres Engagement der USA. Er betonte, dass es keine amerikanische Waffenhilfe für die Aufständischen gebe. Auch die Frage zur Einrichtung von Flugverbotszonen sei derzeit nicht akut, so der Minister. Vor allem wollten die USA keinesfalls alleine vorgehen. Zurzeit hätten aus Sicht Washingtions humanitäre Hilfe und die Sicherheit der syrischen chemischen und biologischen Waffen Vorrang.

Allerdings unterstützt der amerikanische Geheimdienst CIA nach Medienberichten bereits die Rebellen, unter anderem in einem Kommandozentrum im türkischen Adana, das rund hundert Kilometer von der syrischen Grenze entfernt ist. Dort arbeiten türkische Regierungsvertreter, Offiziere der Freien Syrischen Armee, Gesandte aus Katar und Saudi-Arabien zusammen. US-Präsident Barack Obama hat Berichten zufolge einen Erlass unterzeichnet, die der CIA Hilfe für die Aufständischen erlaubt.

Wie zuletzt auch der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, sieht auch der US-General Dempsey Assads Armee in immer größeren Schwierigkeiten. Die syrischen Soldaten leiden unter dem andauernden Bürgerkrieg, sagte er. "Sie haben Nachschubprobleme, sie haben Probleme mit der Kampfmoral, sie haben Abnutzungserscheinungen, die ein Kampf von dieser Dauer mit sich bringt." BND-Chef Schindler hatte zuletzt gesagt, die Tage des Diktators Assad seien gezählt, und von einer "Erosion des Militärs" gesprochen.

Unterdessen zeichnet sich auf dem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) der vorläufige Ausschluss Syriens aus der Staatengruppe ab: Der Gipfel "befürwortet die Suspendierung" der Mitgliedschaft des Landes in der OIC, hieß es in der Abschlusserklärung, aus der die Nachrichtenagentur AFP zitierte. Diese soll am Mittwoch verabschiedet werden.

heb/dapd/dpa/AFP

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insgesamt 132 Beiträge
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1. Wie bei Bin Laden...
rob72 15.08.2012
Die Amis fördern mal wieder Krieger für die die USA der Todfeind ist und von denen sie später selbst bekämpft werden. Wo ist da die Logik? Warum unterstützt der Westen die Schlächter von morgen? Ägypten und Tunesien sollte doch eine Warnung sein was nach Assad passiert, nämlcih zurück ins Mittelalter.
2. x
ralf_gabriel 15.08.2012
Zitat von sysopAFPEs ist eine deutliche Warnung: US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Teheran aufgefordert, sich aus dem Syrien-Konflikt rauszuhalten. Es gebe Hinweise, dass Iran schiitische Milizen aufbaue und trainiere, die auf Seiten des Assad-Regimes kämpfen sollen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850081,00.html
Genauuuuu - das dürfen nur die westlichen Staaten und ihre Verbündeten. Die unterstützen nämlich die Aufständischen. Wäre ja unfair wenn irgendwer auf Syrischer Seite genau das gleiche machen würde. Geht's noch peinlicher?
3.
Dramidoc 15.08.2012
Zitat von sysopAFPEs ist eine deutliche Warnung: US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Teheran aufgefordert, sich aus dem Syrien-Konflikt rauszuhalten. Es gebe Hinweise, dass Iran schiitische Milizen aufbaue und trainiere, die auf Seiten des Assad-Regimes kämpfen sollen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850081,00.html
Die USA machen doch dasselbe nur auf der anderen Seite. Woher sonst haben die syrischen Rebellen die guten Waffen und sind daran auch sehr fit (wie der Abschuss von Kampfflugzeugen beweist). Wie sagte der ehemalige Bundespräsident Heinemann so trefflich: "Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt mit den restlichen auf sich selbst zurück." Deshalb würde ich einfach mal etwas ruhiger sein, lieber Herr Panetta.
4. Iran bildet syrischer Milizen aus
shayan 15.08.2012
Zitat von sysopAFPEs ist eine deutliche Warnung: US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Teheran aufgefordert, sich aus dem Syrien-Konflikt rauszuhalten. Es gebe Hinweise, dass Iran schiitische Milizen aufbaue und trainiere, die auf Seiten des Assad-Regimes kämpfen sollen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850081,00.html
nehmen wir an die Behauptung würde stimmen: wo liegt das Problem? Syrien ist Irans Verbündeter. Wenn Amerrika jeglich rechtsgerichtete Regierungen und Milizen in aller Welt ausbildet entspricht in amerikanischen und westlichen Verständnis als Ausbildung der Freiheitskämpfer zudenen auch einmal der Osama Bin laden gehörte. Wenn das aber andere Staaten wie Iran , Venezuela,.. tun, dann wird geschrien bis der Himmel selbst zum Stinken anfängt. Einfach mit diesem Doppelmoral aufhören und Klappe halten: Gemäß dem Spruch --> selbt Wein trinken und Wasser prädiegen.
5. Nicht zu glauben
immernachdenklicher 15.08.2012
Hillary Clinton macht Millionen locker um die "Rebellen" zu unterstützen. Sie fordert eine Flugverbotszone damit die "Rebellen" ungehindert ihre Anschläge durchführen können. Sie fordert Regierungschefs vor den ISGH zu stellen, den sie selbst nicht anerkennt. Und wir (die Presse und andetre Medien) spielen dieses infame Spiel auch noch mit.
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