Militärische Provokation USA werfen Russland Verletzung des ukrainischen Luftraums vor

Russland hält Manöver an der Grenze zur Ukraine ab. Laut dem US-Verteidigungsministerium sind mehrfach russische Militärflugzeuge in den Luftraum der Ukraine eingedrungen. Das Pentagon hat Moskau zur sofortigen Deeskalation aufgerufen.


Washington - Das US-Verteidigungsministerium hält Russland vor, den ukrainischen Luftraum zu verletzen. Laut dem Pentagon überflogen in den vergangenen 24 Stunden mehrfach russische Maschinen ukrainisches Territorium. Sprecher Steven Warren rief Moskau dazu auf, "sofortige Schritte einzuleiten, um die Situation zu deeskalieren". Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht.

Zuvor hatten sich russische Bodentruppen nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums bei einem Militärmanöver bis auf einen Kilometer der gemeinsamen Grenze genähert. Die Soldaten hätten die Grenze aber nicht überschritten.

Der Kreml hat seit Beginn der Krise in der Ukraine Tausende Soldaten in der Region zusammengezogen. Die Militärübung ist nach offiziellen Angaben eine Antwort auf die "Anti-Terror-Operation" der ukrainischen Regierung im Osten des Landes.

Die Überflüge sind nach Ansicht der US-Streitkräfte ein weiterer Fall in der Reihe militärischer Provokationen. Womöglich sei es darum gegangen, die ukrainischen Radaranlagen zu testen, hieß es am Freitagabend aus dem Pentagon.

Am Donnerstag sorgten russische Flüge über der Nordsee für Aufregung. Russland bestätigte,Testflüge durchzuführen. Die Route sei jedoch über neutralen Gewässern verlaufen.

EU-Länder und USA drohen mit neuen Sanktionen

Die USA und mehrere europäische Länder hatten Russland am Freitag mit weiteren Strafmaßnahmen gedroht. "Gezielte Sanktionen" müssten als Reaktion auf Russlands Vorgehen beschlossen werden, erklärten das Weiße Haus und ein britischer Regierungssprecher. Moskau weigere sich, an der Befriedung der Ostukraine mitzuwirken. Russland müsse zu einer Deeskalation der Lage beitragen, erklärte auch das französische Präsidentenamt. Die Tür zu diplomatischen Gesprächen stehe aber weiter offen.

Wie genau neue Sanktionen aussehen könnten, wurde nicht bekannt. US-Präsident Obama hatte allerdings zuvor erklärt, was Russland im Fall einer militärischen Invasion in der Ukraine von Washington zu erwarten hat: Er drohte für diesen Fall mit Sanktionen gegen ganze Branchen der russischen Wirtschaft, etwa gegen den Energiesektor. Bislang haben USA und EU nur Strafmaßnahmen gegen Einzelpersonen oder Institutionen verhängt.

usp/Reuters/AFP

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malocher77 26.04.2014
1. Präsident Obama
Kann nicht Sanktionen auf alle Branchen beschließen,er wird EU dazu drängen was wirtschaftlich sehr hart sein wird und ich nicht glaube,dass ohne das russische Gas die Versorgung funktioniert und wie teuer das wird.Deutsche Industrie braucht viel Gas, so viel kann uns kein anderes Land liefern,auch wenn wir mehr bezahlen werden ,können wir die Lieferumfang verkleinern,das würde weh tun, nur ob die Russen dann nicht ganz den Gashahn zudrehen weiß man nicht.Also alle wieder in Genf treffen und konkrete Maßnahmen für Deeskalation beschließen.
RuthFischer 26.04.2014
2. Souverän
Wer, bitte, kontrolliert den Luftraum der Ukraine? Hier steht, die USA. Ist das eine schon abgeschlossene Kolonialisierung oder hat die erst mit Beteiligung der Bundeswehr stattgefunden?
ulrich-lr. 26.04.2014
3. Glaubwürdigkeit
Zitat von sysopREUTERSRussland hält Manöver an der Grenze zur Ukraine ab. Laut dem US-Verteidigungsministerium sind mehrfach russische Militärflugzeuge in den Luftraum der Ukraine eingedrungen. Das Pentagon hat Moskau zur sofortigen Deeskalation aufgerufen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-wirft-russland-verletzung-des-luftraums-der-ukraine-vor-a-966269.html
Solange die Information aus US-Quellen stammt ist sie unglaubwürdig und irrelevant. Denn die nehmen es bekanntlich mit der Wahrheit nicht so genau. Kann sich jemand erinnern, wann die USA vor oder in einer Konfliktsituation nicht faustdick gelogen hätten?
sersh 26.04.2014
4.
Soll nicht Ukraine es Russland vorwerfen?
attis 26.04.2014
5. 2008
hatte ich Gott und den Teufel gesehen. Ich frage mich seit geraumer Zeit, warum die meisten Menschen für gewöhnlich nicht in die Lage kommen, Gott und den Teufel zu sehen. Durch die Ukraine-Krise ist mir nun klar geworden, warum: Ganze Staaten und ganze Völker können und wollen nicht die einfachsten Mimiken und Gesten, Verhältnisse und Situationen erkennen. In der Unruhe und im Schatten stehend findet das Auge und das Hirn nicht mehr als das, was es zu sehen meint. Anders gesagt: Der Mensch ist nicht mal in der Lage, den Schatten des Räubers, der in Syrien wütet, zu bannen. Schlimmer noch: Der Schatten des Räubers beginnt nun sich auch in der Ukraine durchzufressen. Und in Sudan. Aber ich bitte ganz offiziell Papst Franziskus: Verbannt die Offenbarung des Johannes aus der Bibel. Es ist ein falsches Programm. Das muss aus den Köpfen entfernt werden. Dann kann man auch besser einander sehen. Will sagen, dass die Offenbarung des Johannes wie ein düsterer Schleier in der Seele liegt, nicht anders als der Eiserne Vorhang. Ist nur ein dringlicher Rat.
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