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Bürgerkrieg: USA wollen mit Syriens Diktator Assad verhandeln 

US-Außenminister Kerry: "Letztlich müssen wir reden" Zur Großansicht
AP

US-Außenminister Kerry: "Letztlich müssen wir reden"

Die US-Regierung ist nun doch zu Gesprächen mit dem syrischen Machthaber Assad bereit: Laut Außenminister Kerry soll der Diktator möglichst schnell zu Verhandlungen gedrängt werden.

Washington - Offenbar ändern die USA ihre Haltung im Syrien-Konflikt. Hatte man Machthaber Baschar al-Assad bisher stets die Legitimation abgesprochen und seine Absetzung verlangt, scheint Washington nun doch zu Gesprächen bereit.

"Letztlich müssen wir reden", sagte Außenminister John Kerry dem US-Sender CBS am Sonntag. Man suche nun nach Möglichkeiten, um den Druck auf Assad zu erhöhen. So soll er an den Verhandlungstisch gezwungen werden. Wie dieser Druck genau aussehen könnte, erklärte Kerry nicht.

Offenbar hat der rasante Aufstieg der Terrorgruppe "Islamischer Staat" in Syrien und dem Irak zu einem Umdenken geführt. Die USA seien dazu im Rahmen der Genfer Friedensgespräche immer bereit gewesen, so der Minister.

Westliche Staaten fordern schon lange den Rücktritt Assads. Inzwischen gibt es aber mit der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" in Syrien einen gemeinsamen Gegner. So bombardieren die USA immer wieder IS-Ziele in dem Bürgerkriegsland und könnten damit indirekt auch den Regierungstruppen helfen.

Die sunnitischen Extremisten haben weite Teile Syriens eingenommen, wollen die Regierung in Damaskus stürzen und haben über die Grenze zum Irak hinweg ein Kalifat ausgerufen.

Brennan: Wollen keinen Marsch auf Damaskus

Bereits am Freitag hatte CIA-Chef John Brennan erklärt, die USA beabsichtigen keinen Sturz der syrischen Regierung. "Niemand von uns, Russland, die Vereinigten Staaten, die Koalition (gegen den "Islamischen Staat"), die Staaten in der Region, will einen Zusammenbruch der Regierung und der politischen Institutionen in Damaskus", so Brennan. Niemand wolle, dass die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) oder al-Qaida "auf Damaskus marschieren".

Deshalb sei es wichtig die gemäßigte syrische Opposition zu unterstützen. Die internationale Gemeinschaft setze bei einer Lösung des syrischen Bürgerkriegs auf eine "repräsentative Regierung", die auf die Herausforderungen im ganzen Land zu antworten versuche.

jok/Reuters/AFP

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insgesamt 43 Beiträge
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1. endlich
tariktell 15.03.2015
Wieviel Hunderttausende Menschen mussten verletzt, vertrieben, getoetet werden, bis die Koryphaen im State Department zu der Erkenntnis kommen, dass man mit den Machthabern in Syrien, und uebrigens auch denen in Teheran, verhandeln muss!
2. Die Amerikaner machen alles richtig
Baikal 15.03.2015
nachdem sie zuvor alles nur Mögliche falsch gemacht haben, wußte schon Winston Churchill und daran hat sich offenbar nichts geändert. Die Angst vor Den Haag kann es jedenfalls nichts ein, Bush ist schließlich immer noch auf freien Fuß.
3. Wieso soll Assad
mitverlaub 15.03.2015
an den Verhandlungstisch gezwungen werden? Er war doch immer bereit, mit allen Regierungen zu verhandeln. Hätte man diese Einsicht der Amerikaner schon vor zwei Jahren gehabt, hätten viele Menschen überleben können, der IS hätte sich nicht in dem Maße ausbreiten können und wäre längst besiegt. Assad ist der einzige Garant, wenn er auch ein Diktator ist, der in Syrien mit dem Westen zusammen Frieden schaffen kann. Er ist zumindest nicht so ein Menschenverachter, wie es die Saudis sind, und mit denen ist man doch gut Freund.
4. schon wieder falsch ...
drittaccount 15.03.2015
Man drängt den VerandlungsPARTNER nicht an den Tisch, sondern man läd ihn ein.
5. Verhandeln
n.nixdorff 15.03.2015
ist immer besser als schießen. Wir dürfen zum Thema Syrien einen wichtigen Punkt nicht vergessen: Es gibt den endlosen mörderischen Bürgerkrieg in Syrien aus einem einzigen Grund: Putin hatte zu Recht Angst, dass ihm sein Hafen Tartus dort abhandenkommt. Wäre Assad damals davongejagt worden, und das wäre er schnell ohne russische Unterstützung und russische Blockade in den UN, hätte dieses Abschlachten in Syrien sehr schnell beendet werden können. Was dann gekommen wäre, weiß keiner. Ganz sicher aber wäre es nicht so schlimm geworden wie es ist.
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