Machtkampf in Venezuela USA ziehen letzte Diplomaten aus Caracas ab

US-Außenminister Mike Pompeo hat mitgeteilt, dass die USA das verbliebene Botschaftspersonal aus Venezuela abziehen. Dies spiegele die sich verschlechternde Situation im Land wider.

Mike Pompeo
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Zwei Gründe nannte der amerikanische Außenminister Mike Pompeo für den Abzug des verbliebenen Botschaftspersonals aus Venezuela: Es spiegele die sich verschlechternde Situation in Venezuela wider. Außerdem schränke es die US-Außenpolitik ein, wenn sich noch amerikanische Diplomaten in der Botschaft aufhielten.

In dem südamerikanischen Land kämpfen seit Wochen der selbsternannte Übergangspräsident und Parlamentspräsident Juan Guaidó und Staatschef Nicolás Maduro um die Macht.

Die USA, Deutschland und insgesamt mehr als 50 Nationen unterstützen Guaidó. In der vergangenen Woche hatten die USA weitere Sanktionen gegen das Umfeld von Maduro angekündigt. Washington werde 77 Visa von Regierungsbeamten und deren Angehörigen widerrufen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence.

Abgesehen von der tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise leidet Venezuela seit Tagen an massiven Stromausfällen. Die Regierung von Maduro macht dafür einen von den USA geplanten Hackerangriff verantwortlich. Guaidó spricht hingegen von fehlender Wartung, Korruption und Missmanagement.

In der vergangenen Woche hatte Venezuela den deutschen Botschafter, Daniel Kriener, zur unerwünschten Person erklärt und ihm ein Ultimatum von 48 Stunden gestellt, um das Land zu verlassen. Guaidó sagte im Interview mit dem SPIEGEL zu dem Fall: "Venezuela lebt in einer Diktatur, dieses Vorgehen stellt eine Drohung gegen Deutschland dar."

Maduro hatte im Januar die diplomatischen Beziehungen zu den USA abgebrochen. Ein Großteil des US-Botschaftspersonals hatte daraufhin Venezuela verlassen, eine kleine Besetzung blieb aber in der Botschaft in Caracas bestehen.

höh/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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wolla2 12.03.2019
1. Via con Dios
Dann glaubt wohl die USA auch endlich nicht mehr daran, dass ihr eingesetzt „Präsident“ das Sagen hat und beugt sich der Ausweisungsverfügung von Maduro. Warum nicht gleich so ?
dunnhaupt 12.03.2019
2. Die Nachbarn haben das Sagen über die Zukunft
Vor allem Brasilien und Kolumbien leiden am meisten unter dem Maduro-Regime. Millionen von Venezolanern sind geflohen und leben heute in riesigen Flüchtlingslagern jenseits der Grenze. Ähnlich wie das DDR-Regime fühlt Maduro sich vielleicht sicherer, da viele Regimefeinde anscheinend das Land verlassen haben.
widder58 12.03.2019
3. Wahrlich kein Verlust
vermutlich sind die Informationen über die Geheimdienste in Venezuela zu spärlich, da kann man die Bude auch gleich zumachen. Der Einfluss über die Marionette Guaido scheint auch nicht wirklich zu fruchten. Der wievielte Versuch der Einflussnahme in Kuba und Venezuela war das jetzt eigentlich - einschließlich Mordversuche? Gut, dass es Demokraten und Menschenrechtler wie die USA gibt. Dabei wollen die doch den Menschen nur helfen.
cipo 12.03.2019
4.
Zitat von wolla2Dann glaubt wohl die USA auch endlich nicht mehr daran, dass ihr eingesetzt „Präsident“ das Sagen hat und beugt sich der Ausweisungsverfügung von Maduro. Warum nicht gleich so ?
Das klingt für mich eher so, als ob da die militärische Option vorbereitet wird und das Botschaftspersonal vorher in Sicherheit gebracht werden soll.
Ole_Ostpreiß 12.03.2019
5. ja, was bleibt den USA auch Anderes Übrig ?
wieder mal verkalkuliert , wa ?! Nicht einfach sich gegen China und Russland durchzusetzen ...?! ja, ja, die mächtigen Römer sind auch von den wilden Germanen mit einfachen Mistgabeln besiegt worden ...
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