Weißes Haus zur Syrien-Strategie "Wir werten weiter Geheimdiensterkenntnisse aus"

Frankreich will Beweise dafür haben, dass das syrische Regime Giftgas in Duma eingesetzt hat. Aus den USA heißt es, diese würden noch gesucht. US-Präsident Trump telefoniert derweil mögliche Bündnispartner ab.

Generalstabschef Joseph Dunford und Verteidigungsminister James Mattis nach dem Treffen mit Trump
REUTERS

Generalstabschef Joseph Dunford und Verteidigungsminister James Mattis nach dem Treffen mit Trump


Ein Militäreinsatz westlicher Länder in Syrien ist trotz anhaltend massiver Drohungen offenbar noch keine beschlossene Sache. Das Weiße Haus erklärte am Donnerstag nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinen Sicherheitsberatern, eine Entscheidung sei noch immer nicht gefallen. Sprecherin Sarah Sanders erklärte: "Wir werten weiter Geheimdiensterkenntnisse aus und sind in engen Abstimmungen mit unseren Partnern und Alliierten."

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, endgültige Beweise für den Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung würden noch gesucht. Frankreich hat laut Präsident Emmanuel Macron schon Beweise gefunden.

Eine französische Beteiligung an einer Militäraktion in Syrien gilt deshalb als wahrscheinlich. Auch britische U-Boote sind nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in Position und Reichweite, um Marschflugkörper nach Syrien zu starten.

Trump telefoniert mit May

Das Büro der britischen Premierministerin Theresa May teilte in der Nacht auf Freitag mit, sie habe mit Trump telefoniert und beide stimmten darin überein, keine weiteren Chemiewaffeneinsätze in Syrien zulassen zu wollen. Syrien sei bekannt dafür, Giftgas einzusetzen, und es sei sehr wahrscheinlich, dass die Regierung von Präsident Assad auch für den "schockierenden und barbarischen Angriff" auf Duma verantwortlich sei.

May und Trump seien sich einig, dass deshalb eine internationale Antwort notwendig sei und würden "weiter eng an einer globalen Reaktion" arbeiten. Trump hatte auch erneut mit Macron telefonieren wollen, zu diesem Gespräch gab es aber keine offizielle Erklärung. Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss eine Beteiligung Deutschlands an einem Militärschlag in Syrien aus.

Trump hatte am Mittwochmorgen mit seiner Kriegsdrohung via Twitter selbst Militärs geschockt, dann ruderte das Weiße Haus zurück und Trump legte am Donnerstagmorgen nach: "Habe nie gesagt, wann ein Angriff auf Syrien stattfinden würde. Könnte sehr bald sein oder gar nicht so bald!" Auch bei seinen eigenen Beratern sorgte er damit für Verwirrung.

Der frühere US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, geht aber davon aus, "dass es eine US-Militäraktion in der einen oder anderen Form geben wird". Nach der massiven Warnung könne Trump nicht mehr zurück, sagte Kornblum den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Jetzt gar nichts zu machen, käme einem Gesichtsverlust gleich."

vet/dpa/Reuters

insgesamt 8 Beiträge
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thequickeningishappening 13.04.2018
1. Krieg ist keine Option
Die Einsätze sind so hoch dass nur Die Option "Gesichtsverlust" oder besser "gesichtswahrendes zurueckrudern" in Frage kommt! Die Tweets von Trump sollte man als Adenauer's "Geschwätz von gestern" einordnen !
pnegi 13.04.2018
2. Wow...
Wir wissen zwar alle, dass es ein gigantischer Fake der White Helmets war. ABER: "Jetzt gar nichts zu machen, käme einem Gesichtsverlust gleich." Also werden Menschen sterben, vielleicht aus Versehen der dritte Weltkrieg angezettelt, dafür haben wir aber unser Gesicht wiedergefunden, können beruhigt in den Spiegel schauen. Ach was sind wir doch für tolle Demokraten und Menschenfreunde... Und im Jemen verhungern die Kinder. Ist aber nicht unser Bier (nur unsere Waffen)...
haralddemokrat 13.04.2018
3. „Käme einem Gesichtsverlust gleich“
Hat Amerika nicht schon lange das Gesicht durch die Handlungen von Trump verloren? Ist es nicht Irrsinn genug, was momentan in Syrien, Jemen, Mali und sonst noch wo passiert? Ich habe Jeff Kornblum als moderat und immer zum Ausgleich orientiert kennengelernt, aber diese Aussage, Trump müßte jetzt reagieren um das Gesicht nicht zu verlieren, könnte als Kernaussage der Beginn einer militärischen Auseinandersetzung mit Russland sein.
CW Lomplex+ 13.04.2018
4. So tun als ob
Es wird ausgewertet ob es eine positive oder negative Auswirkung auf die Wählerstimmen haben wird. Wer denkt nur weil Zuckerberg und Cambridge Analytica jetzt ins Rampenlicht gezogen worden sind, so was macht mann nicht mehr, der täuscht sich. Kriegswichtige Einrichtungen sind schon bei dem letzten Schlag gegen Assad den POTUS hat ausführen lassen nicht gelungen. Das wird auch dieses Mal nicht sein, den alles an Kriegsgewicht untersteht Russland. Er müsste schon Assad direkt treffen um diesem Treiben in Syrien ein Ende zu setzten und dies ist auch keine Option.
keinname100 13.04.2018
5.
Ich finde Kornblums Aussage ganz fürchterlich. Sie ist aber wahr. Amerka will Krieg. Das ist schrecklich, wird sich aber nicht ändern lassen. Über kurz oder lang wollen sie immer Krieg. Dass Trump sein Gesicht angesichts der übermächtigen Dummheit der Welt nicht verlieren kann, ist die andere Sache.
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