USAID-Rückzug: Russland wirft USA innenpolitische Einmischung vor

Washington hat das USAID-Hilfsprogramm in Russland gestoppt. Jetzt erhebt Moskau schwere Vorwürfe gegen die Behörde. Sie habe versucht, mit Milliarden Dollar Einfluss auf die Innenpolitik zu nehmen und sich auch in den Krisenregionen im Kaukasus eingemischt.

Moskau/Washington - Es ist ein Rückschlag für den Entspannungskurs zwischen Washington und Moskau: Die USA beenden nach mehr als 20 Jahren ein milliardenschweres Entwicklungshilfeprogramm für Russland. Auf Wunsch Moskaus werde die von der amerikanischen Behörde USAID bereitgestellte Hilfe für die Demokratisierung, Gesundheitsfürsorge, Kriminalitätsbekämpfung und den Umweltschutz auslaufen, hatte das US-Außenamt mitgeteilt.

Doch jetzt erhebt Russland schwere Vorwürfe gegen USAID. Durch die Gelder sei versucht worden, Einfluss auf die Innenpolitik und den Ausgang von Wahlen in Russland zu nehmen, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums. Die russische Zivilgesellschaft benötige aber keine "Führung von außen". Deshalb habe Moskau darum gebeten, das USAID das Engagement in Russland stoppt. Die US-Behörde habe auch versucht, in russischen Krisenregionen wie dem Nordkaukasus Einfluss zu nehmen, wo es immer wieder zu Anschlägen von Islamisten kommt.

Bürgerrechtler kritisierten dagegen, viele unabhängige Organisationen stünden nun vor dem Aus. Erst vor kurzem hatte der Kreml ein Gesetz erlassen, wonach sich vom Westen finanzierte Organisationen als "ausländische Agenten" brandmarken lassen müssen.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden seit 1992 rund 2,7 Milliarden Dollar (rund 2,07 Milliarden Euro) bereitgestellt worden, hatte USAID zuvor mitgeteilt. Die USA würden sich aber weiterhin für die "Demokratie, Menschenrechte und die Entwicklung einer stabileren Zivilgesellschaft" in Russland einsetzen, sagte die Außenamtssprecherin Victoria Nuland.

Die Hilfsorganisation hatte sich vor allem die Förderung einer offeneren Gesellschaft und der Stärkung der Beziehungen zwischen Washington und Moskau auf die Fahnen geschrieben.

als/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
Jan2607 19.09.2012
Au man, da schenkt man denen Geld, welches Russland eigentlich dringend benötigt, und was ist der Dank dafür? Bitte, sollen die westlichen Länder ihre Kohle halt behalten und die ganzen weniger reichen Länder bis hin zu den armen [...]
Au man, da schenkt man denen Geld, welches Russland eigentlich dringend benötigt, und was ist der Dank dafür? Bitte, sollen die westlichen Länder ihre Kohle halt behalten und die ganzen weniger reichen Länder bis hin zu den armen sollen selber zusehen, wie sie klarkommen.
maki1961 19.09.2012
vorstellen das die usa versucht in rußland gegen putin einfluß zu nehmen. aus reiner menschenliebe macht die usa nichts.
vorstellen das die usa versucht in rußland gegen putin einfluß zu nehmen. aus reiner menschenliebe macht die usa nichts.
flavius 19.09.2012
was hat man denn erwartet, Russland ist keine Bananenrepublik, die sich mit Hilfe von Soros-Stiftung, freedomhouse oder republican intitute in irgend eine bunte Revolution treiben läßt. So langsam sollte der Unterschied von [...]
was hat man denn erwartet, Russland ist keine Bananenrepublik, die sich mit Hilfe von Soros-Stiftung, freedomhouse oder republican intitute in irgend eine bunte Revolution treiben läßt. So langsam sollte der Unterschied von humanitären Organisationen, NGOs und CIA-Residenturen auch im sogenannten Westen bekannt sein.
tkgdfk 19.09.2012
Die Amis versuchen über als NGO´s getarnte Gruppierungen ihre Interessen in Russland durchzusetzten, die machen knallharte Propaganda und schrecken vor nichts zurück, nicht einmal vor der Unterstützung [...]
Zitat von Jan2607Au man, da schenkt man denen Geld, welches Russland eigentlich dringend benötigt, und was ist der Dank dafür? Bitte, sollen die westlichen Länder ihre Kohle halt behalten und die ganzen weniger reichen Länder bis hin zu den armen sollen selber zusehen, wie sie klarkommen.
Die Amis versuchen über als NGO´s getarnte Gruppierungen ihre Interessen in Russland durchzusetzten, die machen knallharte Propaganda und schrecken vor nichts zurück, nicht einmal vor der Unterstützung radikalislamisticher Terroristen im Kaukasus. Das machen die Amis überall auf der Welt.
rolandjulius 19.09.2012
Mag sein, dass zur Zeit des Kalten Krieges ein ehrliches Interesse bestand, demokratisches Gedankengut in totalitären Regime zu propagieren. Davon kann heutzutage nicht mehr die Rede sein, denn der Sponsor hat es schon seit [...]
Mag sein, dass zur Zeit des Kalten Krieges ein ehrliches Interesse bestand, demokratisches Gedankengut in totalitären Regime zu propagieren. Davon kann heutzutage nicht mehr die Rede sein, denn der Sponsor hat es schon seit vielen Jahren aufgegeben, in seinem eigenen Land die Demokratie zu wahren. Mit USAID wird gegenwärtig jegliche Gruppe finanziert, welche offen, oder auch verdeckt ,unliebsame ,nicht konforme auch oppositionelle , wenn auch durchaus demokratisch etablierte Regierungen bekämpft. Es ist bekannt, dass die USAID eng mit der CIA zusammenarbeitet, und beide zusammen schon seit längerer Zeit demokratische Werte in den Wind geschrieben haben. Die allerletzten Parolen von Herrn Mitt Romney , wo er sagt, dass ihm 47 % der Amerikaner wurscht sind sagt doch alles aus, wie es mit der Demokratie in den Staaten bestellt ist. Welche Regierungsform soll denn dann USAID unterstützen?
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  • Mittwoch, 19.09.2012 – 12:11 Uhr
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