"USS Gerald R. Ford" Das ist das teuerste Kriegsschiff der Welt

Es hat Platz für 75 Jets und kostet 13 Milliarden Dollar: Die USA haben das erste Schiff ihrer neuen Flugzeugträger-Klasse in Dienst gestellt. Präsident Trump wählte martialische Worte.

AP

Für die Kosten von knapp 13 Milliarden Dollar hätte man zwölf Elbphilharmonien bauen oder mehr als 400.000 Erzieher ein Jahr lang beschäftigen können: Die USA haben mit der "USS Gerald R. Ford" auf dem Marinestützpunkt Norfolk im US-Bundesstaat Virginia das teuerste Kriegsschiff der Welt in Dienst gestellt. Der Flugzeugträger ist mehr als 300 Meter lang, 40 Meter breit und rund 100.000 Tonnen schwer.

Bei dem Schiff handle es sich um den fortschrittlichsten Flugzeugträger der US-Marine. Er werde dafür sorgen, dass sich Amerikas Feinde ängstlich schütteln, wann immer sie die Silhouette des Schiffs am Horizont entdecken, sagte US-Präsident Donald Trump bei der offiziellen Feier. Er lobte ausgiebig die US-Armee, die von keiner übertroffen werde - "und mit jedem Tag unserer Regierung werden wir stärker und besser".

Diese Stärke werde durch den neuen Flugzeugträger symbolisiert, so Trump. Der Präsident war zuvor per Helikopter auf dem riesigen Flugdeck des neuen Kriegsschiffs gelandet. Über dem Publikum prangte das Banner "Made in America". "Möge Gott dieses Kriegsschiff und alle, die auf ihm fahren, segnen", sagte der Präsident.

Fotostrecke

11  Bilder
"USS Gerald R. Ford": Flugplatz auf hoher See

Mit ihren Flugzeugträgern zeigen die USA an Konfliktherden weltweit Präsenz. Sie dienen als Basis für Angriffe auf dem Festland, aber auch, um geopolitische Drohungen auszustoßen. Die Verlegung eines Verbandes mit Dutzenden Kampfjets, Bombern und Aufklärungsflugzeugen sowie zahlreichen Begleitschiffen sorgt häufig weltweit für Aufmerksamkeit. Auf der "USS Ford" sollen gut 75 Flugzeuge Platz finden.

Die "USS Gerald R. Ford", benannt nach dem 38. Präsidenten der USA, ist der erste Flugzeugträger einer neuen Klasse seit der Nimitz-Serie. Ihr Design ist das erste neue seit mehr als 40 Jahren. Sie ist der zwölfte atomgetriebene Flugzeugträger im Dienst der USA - seit der USS Enterprise 1961. Letztere wird seit Kurzem abgewrackt.

Die "USS Ford" verfügt einer Mitteilung der US-Marine zufolge unter anderem über ein hochmodernes elektromagnetisches Katapultsystem zum Start von Flugzeugen. Das bisherige System mit Dampfkatapulten ist passé, mit dem neuen sollen ein Drittel mehr Flugzeugstarts möglich sein.

"Je mehr Bomben ich in eine Zielregion bekomme, desto tödlicher bin ich", sagte der Kapitän des Schiffs, Rick McCormack, laut dem Sender CNN zu der Neuerung. Die "Ford" soll jahrzehntelang auf See bleiben können, ohne Brennstoff nachladen zu müssen. Von 2009 an wurde das neue Schiff gebaut, das sich leicht per Touchscreen steuern lassen soll.

"Das ist amerikanische Handwerkskunst in ihrer Vollendung", hatte Präsident Trump bereits vor seinem Besuch über das Schiff gesagt. "Amerikanische Arbeiter sind die größten auf der Welt." Das Kriegsschiff symbolisiere den Stolz der Nation.

Mit 2628 Mann Besatzung sind auf dem neuen Kriegsschiff laut Navy etwa 600 Menschen weniger als auf bisherigen Flugzeugträgern stationiert - dank neuer technischer Systeme. Bei einer angenommenen Laufzeit von 50 Jahren könnten so vier Milliarden Dollar eingespart werden. Medienberichten zufolge haben sich aber die Kosten für den Flugzeugträger von ursprünglich geplanten knapp acht Milliarden Dollar fast verdoppelt.

Dennoch plant die US-Regierung noch mit zwei weiteren Flugzeugträgern dieser Klasse, einer davon soll nach dem ermordeten Präsidenten John F. Kennedy benannt werden.

Auch nach der Indienststellung soll die " USS Gerald R. Ford" nun noch mehrere Jahre lang getestet werden. Die erste Mission ist nicht vor 2020 geplant.

apr/AP/dpa



insgesamt 344 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
asdf01 22.07.2017
1.
"Für die Kosten von knapp 13 Milliarden Dollar ..." "Medienberichten zufolge haben sich aber die Kosten für den Flugzeugträger von ursprünglich geplanten knapp acht Milliarden Dollar mehr als verdoppelt." Impressive math.
Miker 22.07.2017
2.
Wer die See beherrscht Wer die See beherrscht, beherrscht den Handel dieser Welt; wer den Handel der Welt beherrscht, herrscht über die Reichtümer dieser Welt und damit über sie selbst Sir Walter Raleigh
darthmax 22.07.2017
3. 2%
vieleicht sollten wir das Schiff abkaufen und zurückleasen, dann könnten beide Parteien zufrieden sein, wir geben genug Geld für Rüstung aus und entlasten den US Militärhaushalt
aschie 22.07.2017
4. Nicht von schlechten Eltern
so was braucht man heut zu tage.Deutschland gibt zu wenig für Verteidigung aus sagt Trump.Da hat er recht so ein schönes Spielzeug hat die Bundeswehr nicht. Die hätten sowieso Probleme mit dem Tiefgang in der deutschen Bucht. Klar wer so viel Geld in ein Flugzeugträger investiert möchte den bestimmt auch mal einsetzen. Leider das problem bei Waffen investiert man Geld in Schulen ...........
hugahuga 22.07.2017
5.
Ohne Worte - aber unvergessen die Bilder, wo US Amerikaner in Zelten leben, sich keine Krankenversicherung leisten können und ohne Zähne ihr erbetteltes Brot kauen müssen. So sad - and so stupid
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.