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Widerstand gegen Euro-Gruppe: Lafontaine und Varoufakis rufen zu zivilem Ungehorsam auf

Yanis Varoufakis: Widerstandsgruppe mit Lafontaine Zur Großansicht
REUTERS

Yanis Varoufakis: Widerstandsgruppe mit Lafontaine

Europäische Linkspolitiker fordern einen Plan B: In einem gemeinsamen Papier rufen unter anderem der griechische Ex-Finanzminister Varoufakis und Ex-Linke-Chef Lafontaine zum zivilen Ungehorsam gegen die Euro-Gruppe auf.

Yanis Varoufakis ist wieder da: Gemeinsam mit anderen bekannten Vertretern europäischer Linksparteien will er eine Kampagne des zivilen Ungehorsams gegen die Finanzpolitik in der Eurozone starten. Zu den Unterstützern gehören der frühere deutsche Linke-Chef Oskar Lafontaine, der französische Linkspartei-Chef Jean-Luc Mélenchon und der frühere italienische Vize-Finanzminister Stefano Fassina.

In ihrem Papier schlagen sie einen "internationalen Gipfel für einen Plan B für Europa" vor. Dieses Treffen könne bereits Mitte November stattfinden und solle "allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen und Intellektuellen" offenstehen. Man wolle einen eigenen Plan A verfolgen, der Euro sei "das Werkzeug politischer und ökonomischer Dominanz einer kleinen europäischen Elite geworden", heißt es darin.

Die Autoren wollten am Samstag beim linken Volksfest "Fête de l'Humanité" bei Paris für Unterstützung werben. In dem Papier kritisieren sie hart den Umgang der Euroländer mit Griechenland. Die demokratisch gewählte Regierung von Alexis Tsipras sei "durch die Europäische Union in die Knie gezwungen" worden. Die Einigung auf das Hilfsprogramm vom Juli sei ein Staatsstreich gewesen. In dem Papier fordern die Unterzeichner eine Neuverhandlung der europäischen Verträge.

Bis dahin wollen sie als "Abschreckung" einen Plan B, zivilen Ungehorsam "gegenüber willkürlichen europäischen Praktiken". Der Plan solle dem einfachen Prinzip neue Geltung verschaffen, "dass Europa den Interessen der Europäerinnen und Europäern dienen muss und dass Währungen Werkzeuge sind, um den gemeinsamen Wohlstand zu mehren, nicht Folterinstrumente oder Waffen zur Abschaffung der Demokratie".

Dazu seien viele Vorbereitungen nötig. "Viele Ideen gibt es bereits: Die Einführung eines parallelen Zahlungssystems, Parallelwährungen, digitalisierte Eurotransaktionen, ein Austritt aus der Eurozone sowie die Umwandlung des Euro in eine (demokratische) Gemeinschaftswährung."

nck/dpa

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insgesamt 272 Beiträge
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1. Profis
ulfschnitz 12.09.2015
Mit Lafontaine und Varofakis melden sich ja auch richtige Experten zu Wort. Allerdings sind sie eher Spezialisten darin ein Land zu ruinieren als etwas konstruktiv zu gestalten.
2. Ungehorsam
claus.w.grunow 12.09.2015
Wenn man selbst unfähig ist, ruft man zum Chaos aus. Dann ist es leichter durch eine Diktatur der Armen, etwas zu verbessern. Diese kann man viel besser manipulieren. Diese Logik ist aber heute unbrauchbar.
3. 2 Selbstdarsteller
fin2010 12.09.2015
die beide nichts mehr zu meckern haben. Da greift man nach jedem Strohhalm.
4. Klingt super
tafelsilber 12.09.2015
übersieht nur eine wichtige Tatsache: Um Wohlstand zu mehren braucht man Geld - und muss mit dem Geld das man hat umgehen können, bzw. dem auch sein Geld zurückzahlen der es einem geliehen hat. Sonst wird einem künftig eben kein Geld mehr geliehen. Der große Widerspruch liegt darin, sich einerseits immer mehr Geld für immer neue Wohltaten leihen zu wollen (eigentlich löblich) und dann aufzuschreien, wenn es zurückverlangt wird (weniger löblich). Die Ausgabenpolitik, die von deutschen Mitgliedern der Linken und Teilen der SPD gefordert wird führt langfristig eben leider genau in die Sackgasse in der Griechenland jetzt steckt. Und eine Parallelwährung ist auch nur soviel wert, wie die Märkte ihr auf Dauer zubilligen. Andernfalls gibt einem nämlich niemand mehr seine Ware dafür, wenn die einfach fröhlich unters Volk verteilt wird. Ich find ökonomische Gesetzmäßigkeiten auch schrecklich doof - nur sich vor ihnen zu verschließen und alle als schlechte Menschen zu brandmarken, die ich damit rumschlagen, anstatt sie zu negieren, ist ziemlich albern - und unredlich!
5. Interessant!
lieschen müller 12.09.2015
Wir brauchen eine Alternative zu dieser gegenwärtigen unsäglichen EU- und Euro-Politik, die nichts, aber auch gar nichts mehr mit Demokratie zu tun hat. Wenn sich so kluge, gescheite Köpfe wie Lafontaine und Varoufakis darüber Gedanken machen, besteht Hoffnung. Warten wir also auf ihre Ideen und hören wir sie uns wenigstens vorbehaltlos an, bevor wir sie verteufeln oder sie uns zu eigen machen.
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