Krisenstaat Hyperinflation beutelt Venezuela

1,37 Millionen Prozent - so hoch soll die Preissteigerung in Venezuela im Jahr 2018 ausfallen. Das prognostiziert der Internationale Währungsfonds im aktuellen Weltwirtschaftsbericht.

Wartende Menschen in Maracaibo, Venezuela
AFP

Wartende Menschen in Maracaibo, Venezuela


Der Internationale Währungsfonds (IWF) bescheinigt Venezuela praktisch den totalen Kaufkraftverlust. 1,37 Millionen Prozent betrage die Preissteigerung am Ende des laufenden Jahres, so der Weltwirtschaftsbericht des IWF, der am Dienstag in Nusa Dua (Indonesien) vorgestellt wurde. Für das nächste Jahr prognostiziert der IWF gar Preisanstiege von zehn Millionen Prozent.

Zum Vergleich: Westliche Volkswirtschaften streben in der Regel eine Zielmarke von etwa zwei Prozent an, um Preisstabilität zu gewährleisten. In Lateinamerika bewegt sich der Preisanstieg bei etwa sechs Prozent, im Krisenland Argentinien bei mehr als 30 Prozent. Die IWF-Prognose für Venezuela wird von einigen Volkswirten kritisiert, weil eine Hyperinflation dieser Größenordnung kaum akkurat vorhergesagt werden könne.

Venezuela ist das ölreichste Land der Welt. Doch die völlige Abhängigkeit der Volkswirtschaft von den Ölvorkommen sowie politische Fehlentscheidungen haben das Land in schwere Turbulenzen gestürzt. Die Wirtschaftsleistung Venezuelas schrumpft dem IWF zufolge im dritten Jahr in Folge um einen zweistelligen Prozentsatz. Der umstrittene Präsident Nicolás Maduro versucht sich mithilfe einer neuen Kryptowährung zur Wehr zu setzen.

Auch für das Wachstum der gesamten Weltwirtschaft sagt der IWF einen Rückgang voraus. Im Vergleich zu seiner Vorhersage aus dem April erwartet der IWF für die Jahre 2018 und 2019 nun nur noch ein Wachstum von 3,7 Prozent statt 3,9 Prozent.

Im Video: Mein Leben unter Maduro

dbate.de

sth/dpa



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