Caracas - Zur Trauerfeier für den verstorbenen venezolanischen Staatschef Hugo Chávez strömten vergangene Woche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt - sie trauerten vor seinem Sarg mit einem gläsernen Deckel. Bei Gesprächen mit den Politikern sei die Idee entstanden, den Leichnam des Comandante für die Nachwelt zu konservieren, erklärte Venezuelas Interimspräsident Nicolás Maduro später.
Doch das bereitet jetzt Probleme. Es sei zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber nach Rücksprache mit renommierten Wissenschaftlern aus Russland und Deutschland werde die Einbalsamierung schwierig werden. "Wir haben ranghohe Wissenschaftler empfangen, die besten der Welt, aus Russland und Deutschland, und die ersten wissenschaftlichen Nachrichten und Meinungen sagen, dass es ziemlich schwierig wird", sagte Maduro bei einer vom Fernsehen übertragenen Veranstaltung.
Die Einbalsamierung erinnert an die Praxis in kommunistischen Staaten. So wurden auch die Leichen von Lenin, Stalin und Mao präpariert und anschließend öffentlich aufgebahrt.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte ihn am Mittwoch als Anwalt der Schwachen. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen gedachte Chávez zuvor mit einer Schweigeminute. Venezuelas Außenminister Elias Jaua Milano las Auszüge aus einer legendären Rede Chávez' aus dem Jahr 2006 vor, in der dieser den damaligen US-Präsidenten George W. Bush mit dem Teufel verglichen hatte. "Eine geistreiche Art, den kriegerischen Imperialismus zu verurteilen", so das Fazit des Ministers. Chávez hatte damals heftige Empörung in Washington ausgelöst.
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Nach Meinung von Venezuelas Interimspräsident Maduro hat Chávez noch etwas Wichtigeres ausgelöst: Er ist sich sicher, dass der Verstorbene bei der Wahl des neuen Papstes seine Finger im Spiel hatte. "Etwas hat die Wahl eines lateinamerikanischen Papstes beeinflusst", so Maduro. "Wir wissen, dass unser verstorbener Kommandant in den Himmel aufgestiegen ist und jetzt Jesus gegenübersteht."
kgp/Reuters/dpa
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