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12. August 2017, 07:55 Uhr

Krise in Südamerika

Trump droht auch Venezuela mit Militäreinsatz

Die USA haben bereits Sanktionen gegen Venezuela verhängt, nun spricht Donald Trump von einer möglichen militärischen Option. Eine Anfrage aus Caracas nach einem Telefonat der Staatschefs lehnte das Weiße Haus ab.

US-Präsident Donald Trump schließt eine militärische Reaktion auf die Krise in Venezuela nicht aus. Es gebe mehrere Möglichkeiten, "darunter eine militärische Option, falls nötig", sagte Trump am Freitag in New Jersey. Konkrete Pläne für ein militärisches Eingreifen in Venezuela gibt es aber offenbar nicht. Ein Pentagon-Sprecher erklärte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus.

Trump hatte in den vergangenen Tagen bereits im Konflikt mit Nordkorea den Ton verschärft und gedroht, die US-Waffen seien "geladen und entsichert". Seine Warnung an Venezuela blieb hingegen vage.

"Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg, und die Menschen dort leiden und sterben", sagte Trump in seinem Golfklub in Bedminster nach Beratungen mit US-Außenminister Rex Tillerson und der nordamerikanischen Uno-Botschafterin Nikki Haley. Er nannte die Lage in Venezuela "sehr gefährlich".

In Venezuela tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition, mehr als 120 Menschen wurden bei Unruhen seit Anfang April getötet. Die US-Regierung hatte nach der Wahl der umstrittenen verfassunggebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Staatschef Maduro verhängt und sein Vermögen in den USA eingefroren. Das Weiße Haus bezeichnete den sozialistischen Präsidenten als "Diktator" und kritisierte das neue Gremium als "rechtswidrig". Am Mittwoch erließen die USA Strafmaßnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino bezeichnete Trumps Drohung nun als "Akt der Verrücktheit" und warf Washington "Extremismus" vor.

Maduro bittet um Telefonat - Weißes Haus lehnt ab

Eine Anfrage aus Caracas für ein Telefonat der beiden Staatschefs lehnte Trump am Freitag ab. Der US-Präsident werde erst mit Maduro sprechen, wenn die Demokratie in Venezuela wiederhergestellt sei, teilte das Weiße Haus mit.

Maduro hatte Trump am Donnerstag bei einer Rede vor der verfassungsgebenden Versammlung ein Gesprächsangebot unterbreitet. Zugleich warnte er die USA: Auf mögliche Aggressionen werde Venezuela "mit den Waffen in der Hand" reagieren. Maduro wirft den USA regelmäßig vor, seine Regierung stürzen zu wollen; er bekräftigte auch seinen Vorwurf, dass Washington hinter dem Angriff auf einen venezolanischen Armeestützpunkt am vergangenen Sonntag stecke.

Die auf Geheiß von Maduro gewählte verfassungsgebende Versammlung steht über dem Parlament. Mehrere Staaten der Region verweigern ihr die Anerkennung. Am Freitag wies Peru aus Protest gegen die Regierung in Caracas den venezolanischen Botschafter Diego Molero aus. Der Diplomat müsse das Land binnen fünf Tagen verlassen, teilte das Außenministerium in Lima mit. Hintergrund sei "der Bruch der demokratischen Ordnung" in Venezuela.

hut/AFP/dpa/Reuters

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