Nach mutmaßlichem Attentat Venezuela entzieht zwei Oppositionellen die Immunität

Die venezolanische Opposition befürchtet nach dem mutmaßlichen Angriff auf Staatschef Maduro Repressalien gegen Regierungsgegner. Zwei Politiker sind bereits im Visier des südamerikanischen Landes.

Julio Borges
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Julio Borges


Nach dem mutmaßlichen Attentatsversuch auf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung zwei oppositionellen Abgeordneten die Immunität entzogen. Durch die einstimmige Entscheidung sind die Parlamentarier Julio Borges und Juan Requesens nun nicht mehr vor Strafverfolgung geschützt.

Zuvor hatte Maduro den beiden Abgeordneten vorgeworfen, in den mutmaßlichen Anschlag gegen ihn verwickelt zu sein. Nach Angaben der Regierung hatten mutmaßliche Attentäter am Wochenende versucht, einen Bombenanschlag mit Drohnen auf Maduro zu verüben.

Während einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede des Präsidenten waren Explosionen zu hören. Maduro blieb unversehrt. Nach offiziellen Angaben wurden aber sieben Nationalgardisten zum Teil schwer verletzt.

Der Oberste Gerichtshof erließ Haftbefehl gegen Borges. Der prominente Regierungsgegner erhielt im vergangenen Jahr stellvertretend für die venezolanische Opposition den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments. Er lebt derzeit im Exil in Kolumbien. (Mehr zum angespannten Verhältnis zwischen Venezuela und Kolumbien lesen Sie hier.) Borges' Kollege Requesens hingegen war bereits am Dienstag vom Geheimdienst Sebin festgenommen worden.

Borges hatte den mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Maduro zuletzt als eine inszenierte "Farce" bezeichnet. Dies bekräftigte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP: "Es gab kein Attentat, das wurde von der Regierung erfunden." Es handle sich um einen Vorwand für "Einschüchterung und Unterdrückung". Venezuelas Opposition fürchtete nach dem mutmaßlichen Attentatsversuch eine Hexenjagd.

Video: Aufstand in Venezuela - Mein Leben unter Maduro

dbate.de

asa/dpa/AFP

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