Venezuela G7-Staaten erkennen Maduros Wahlsieg nicht an

Die Wiederwahl von Nicolás Maduro in Venezuela steht in der Kritik. Die Opposition spricht von Manipulation, die USA verhängten neue Sanktionen. Nun schließen sich weitere Staaten dem Protest an.

Nicolás Maduro
DPA

Nicolás Maduro


Viel Zeit für Feierlichkeiten blieb Venezuelas Präsident Nicolás Maduro nach seinem erneuten Wahlsieg nicht - denn schnell folgte internationaler Protest gegen die umstrittene Abstimmung. Auch die G7-Staaten haben nun erklärt, dass sie das Ergebnis der Wahl nicht anerkennen.

Die Stimmabgabe habe gegen internationale Standards verstoßen, erklärten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Kanadas, Italiens, Japans, der USA sowie die EU in einer gemeinsamen Mitteilung. Demokratische Grundrechte seien missachtet worden. Die Wahl und das Ergebnis seien daher weder legitim noch glaubwürdig.

Die sieben führenden Industriestaaten warfen Maduro eine "autoritäre" Herrschaft vor und beklagten Verstöße gegen die Menschenrechte in Venezuela. Sie forderten "freie und gerechte" Neuwahlen in Venezuela.

Wahlbeteiligung unter 50 Prozent

Nach monatelangen Protesten der Opposition im vergangenen Jahr, bei denen 125 Menschen getötet worden waren, hatte der sozialistische Präsident durch eine verfassungsgebende Versammlung de facto das Parlament entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte. Das lateinamerikanische Land leidet außerdem unter einer schweren Wirtschaftskrise. Lebensmittel, Medikamente sowie Dinge des täglichen Bedarfs sind vielerorts knapp.

Maduro hatte sich bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl am Sonntag mit deutlichem Vorsprung gegen seine Herausforderer durchgesetzt und damit eine zweite Amtszeit bis 2025 gesichert. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD hatte den Urnengang boykottiert, die Wahlbeteiligung lag bei unter 50 Prozent.

Die USA verhängten schon einen Tag nach der Wahl neue Sanktionen. Maduro reagierte, indem er US-Diplomaten auswies. Die EU erwägt ebenfalls neue Strafmaßnahmen. Auch mehrere lateinamerikanische Länder erkannten das Wahlergebnis nicht an.

aev/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.