Venezuela Alarmzustand und Massenproteste wegen Stromausfall

Wegen des andauernden Stromausfalls erklärte die venezolanische Nationalversammlung unter Guaidó den Alarmzustand. Der selbst ernannte Interimspräsident Venezuelas rief außerdem zu Massenprotesten auf.

Menschen sammeln nach dem Stromausfall in Caracas Wasser an einem Rohr
AFP

Menschen sammeln nach dem Stromausfall in Caracas Wasser an einem Rohr


Wegen des seit Tagen andauernden Stromausfalls in Venezuela hat die Nationalversammlung den Alarmzustand erklärt. Dieser ist die Vorstufe zum Notstand. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich für die von dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó vorgelegte Initiative.

Allerdings haben Guaidó und das Parlament keine faktische Macht. Das Militär steht bisher zu dem linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro, der das Parlament entmachtet hat. Viele Länder sehen im Parlament aber die einzige demokratisch legitimierte Institution des südamerikanischen Krisenlandes.

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó vor der Nationalversammlung
AFP

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó vor der Nationalversammlung

Vor der Nationalversammlung rief Guaidó auch zu Massendemonstrationen aus Protest gegen den landesweiten Stromausfall auf. In dem Dekret des Parlaments werden unter anderem die Streitkräfte angewiesen, das Stromnetz zu schützen und Proteste gegen den Stromausfall nicht zu unterdrücken. Zudem sollen die Behörden Treibstoff für Generatoren zur Stromerzeugung zur Verfügung stellen. Öllieferungen an das mit Maduro verbündete Kuba sollten sofort eingestellt werden. Über eine Befolgung dieser Anweisungen wurde nichts bekannt.

Seit Donnerstagabend gibt es in Teilen des heruntergewirtschafteten Landes keinen Strom mehr. Die Wiederherstellung der Elektrizitätsversorgung geht nur schleppend voran und erleidet immer wieder Rückschläge. Die Regierung von Staatschef Maduro macht einen von den USA geplanten Hackerangriff für den Stromausfall verantwortlich. Die Opposition spricht hingegen von fehlender Wartung, Korruption und Missmanagement.

In der Hauptstadt Caracas begann sich die Stromversorgung allmählich zu normalisieren. Aber die Energiekrise hält an. Am Montag explodierte in Caracas eine Stromeinrichtung. Am Sonntag gab es Plünderungen von Geschäften. Weil die öffentlichen Verkehrsmittel nicht fuhren, erklärte die Regierung denMontag zum arbeits- und schulfreien Tag. Auch am Dienstag sollen Schulen und Betriebe geschlossen bleiben.

mal/Reuters/AFP/dpa



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