Venezuela Kampfjet fängt kolumbianische Linienmaschine ab

Die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca hat vorerst alle Flüge nach Venezuela eingestellt. Grund dafür ist ein kurioser Zwischenfall im venezolanischen Luftraum.

Avianca-Flugzeug (Archivfoto)
DPA

Avianca-Flugzeug (Archivfoto)


Ein kolumbianisches Linienflugzeug ist von einem venezolanischen Kampfflugzeug abgefangen und aus dem Luftraum Venezuelas geleitet worden. Das teilte das kolumbianische Verteidigungsministerium mit. Der Vorfall ereignete sich während eines Flugs von Madrid nach Bogotá.

Vier Minuten lang geleitete ein Suchoi-Jagdbomber die Maschine der kolumbianischen Fluggesellschaft Avianca. 200 Passagieren befanden sich an Bord. Die kurze Entfernung zwischen beiden Maschinen aktivierte laut dem Sender "Blu Radio" das Kollisionswarnsystem des Passagierflugzeugs. Der Pilot nahm sofort Kontakt zu den kolumbianischen Luftfahrtbehörden auf und änderte die Flugroute.

Die Verteidigungs- und Außenministerien beider Länder nahmen Kontakt auf. Venezuelas Regierung habe den Vorfall bestätigt und eine Untersuchung versprochen, teilte das Verteidigungsministerium Kolumbiens mit. Es bestehe kein Grund zu weiterer Sorge über die Flugsicherheit, sagte Staatschef Juan Manuel Santos.

Avianca hat dennoch vorerst alle Flüge nach Venezuela suspendiert und die Flugrouten nach Europa außerhalb des venezolanischen Luftraums umgeleitet. Die Gesellschaft warte darauf, dass Venezuela die für den Flugverkehr erforderliche Sicherheit garantiere, sagte eine Avianca-Sprecherin der Nachrichtenagentur AP.

Avianca ist eine der wenigen ausländischen Fluggesellschaften, die die venezolanische Hauptstadt Caracas noch anfliegen. Mehrere Flugunternehmen hatten zuletzt den Verkauf von Flugtickets an Venezolaner eingestellt. Grund dafür ist eine Entscheidung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, Mittel in Höhe von insgesamt 3,8 Milliarden, die die Unternehmen in Venezuela halten, einzufrieren.

asa/dpa/AP



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steffen.ganzmann 22.10.2016
1. Klasse!
Das Volk verhungert, aber Hauptsache Venezuela hat eine moderne Luftwaffe (Su-30, Flanker-C) ...
degraa 22.10.2016
2.
Venezuela unter Maduro schafft es augenscheinlich mühelos, auch noch die paar verbleibenden Äste, auf denen es sitzt, abzusägen.
ihawk 23.10.2016
3. Steuer Zahlungen
Venezuela leidet wie auch andere südamerikanischen Staaten unter Konzernen mit kreativer Buchführung. Das trifft Venezuela besonders hart, weil der brutale Preisverfall des Öl eine wesentliche Einnahmequelle des Staates zusammenschmelzen lässt.
thrashmail 23.10.2016
4.
Zitat von ihawkVenezuela leidet wie auch andere südamerikanischen Staaten unter Konzernen mit kreativer Buchführung. Das trifft Venezuela besonders hart, weil der brutale Preisverfall des Öl eine wesentliche Einnahmequelle des Staates zusammenschmelzen lässt.
Venezuela ging es schon recht "beschissen" als die Öl Preise noch hoch waren. Jahrelanges laienhaftes Mismanagement in allen Belangen plus schwerste Korruption sind die wahren Gründe.
averroes 23.10.2016
5. Willkommen im Sozialismus!
Es wird wohl niemanden überraschen, was dort in Venezuela passiert. Überraschend ist allerdings die Rekordzeit, in der das Regime die wirtschaftliche Basis vernichtet. Wahrscheinlich war wohl CheGuevara noch schneller, als er "Finanzminister" in Kuba war. Dass der langsam ersaufende Sozialismus nun wild um sich schlägt, ist verständlich, aber nicht entschuldbar.
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