Venezuela: Maduro als neuer Präsident vereidigt

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Nicolas Maduro beim Amtseid: Schwur auf den "Comandante"

Er ist die Wunschnachfolge des toten "Comandante" Chávez: Maduro ist als neuer Präsident Venezuelas vereidigt worden. Die Opposition erkennt das Ergebnis nicht an - die Wahlbehörde hat eine Neuauszählung zugesichert.

Caracas - Fünf Tage nach der Präsidentschaftswahl in Venezuela hat der zum Wahlsieger erklärte Sozialist Nicolás Maduro offiziell sein Amt angetreten. Der 50-jährige Nachfolger des gestorbenen Hugo Chávez legte am Freitag den Amtseid ab - und bekam die Präsidentenschärpe überreicht. Bei der Zeremonie im Parlament in Caracas waren zahlreiche Amtskollegen Maduros anwesend, darunter Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad und Kubas Präsident Raúl Castro. Oppositionsabgeordnete blieben der Vereidigung aus Protest fern.

Maduro hatte die Wahl am vergangenen Sonntag mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Oppositionskandidaten Henrique Capriles Radonski gewonnen. Capriles will Maduro erst nach einer Neuauszählung aller Stimmen anerkennen. Die nationale Wahlbehörde hat dies zugesichert. Capriles rief seine Anhänger auf, während der Vereidigung Salsa-Musik zu spielen und auf Töpfe und Kessel zu schlagen. In Caracas war der Protest lautstark zu hören.

Das Mandat des neuen Staatschefs dauert bis 2019. "Ich schwöre im Namen des venezolanischen Volkes und des ewigen Gedächtnisses des obersten Comandante, die Verfassung einzuhalten", so Maduro.

Bei seiner ersten Ansprache wurde Maduro für einige Sekunden von einer Person direkt am Rednerpult unterbrochen. Der Hintergrund des Zwischenfalls ist allerdings noch unklar.

Nach der umstrittenen Wahl, bei der Capriles mit 1,8 Prozent unterlag, hatte es massive Proteste in Venezuela gegeben, acht Menschen wurden getötet.

lei/dpa/AFP

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1. Eve of destruction - Barry McGuire
SimJaeg 20.04.2013
Wenn ich meine persönlichen politischen Präferenzen einmal zurückstelle und mir die Situation im Land anschaue, bin ich sehr traurig. Ein Volk, welches an Herzenswärme, Gastfreundlichkeit und Fröhlichkeit kaum zu übertreffen ist, ist tief gespalten. Ein Hass macht sich breit, der mich bestürzt. Dabei geht es einmal nicht darum mit dem Finger auf die möglichen Übeltäter zu zeigen, sondern die politisch motivierte Gewalt als solche wahrzunehmen. Hier einige News der vergangenen Tage, die der Spiegel nicht thematisiert. Sie sind jedoch alarmierend: "Im venezolanischen Bundesstaat Bolívar sind in der vergangenen Nacht erneut Anschläge verübt worden. In der Wohnsiedlung Ezequiel Zamora in Upata wurden drei Häuser in Brand gesetzt, die im Rahmen des Wohnungsbauprogrammes Misión Vivienda vor kurzem neu gebaut worden waren. Zwei der Häuser wurden durch das Feuer vollständig zerstört." "Einsatzkräfte der "Guardia del Pueblo", einer Einheit der Nationalgarde, sind ab sofort zum Schutz der Bewohner von La Limonera eingesetzt. Dies ordnete Präsident Maduro gestern an.Die Siedlung La Limonera wurde im Rahmen des staatlichen Wohnungsbauprogrammes Misión Vivienda im Stadtteil Baruta gebaut. Dieser reiche Teil von Caracas gehört zum Bundesstaat Miranda. Anhänger der Opposition hatten nach der Wahl am vergangenen Sonntag aus einem Fahrzeugkonvoi auf eine Versammlung von Maduro-Anhängern geschossen. José Luis Ponce, ein bekannter Stadtteilaktivist und die PSUV-Aktivistin Rosiris Reyes erlagen den Schussverletzungen." "Der Gouverneur des Bundesstaates, Francisco Rangel, gab bekannt, dass medizinische Einrichtungen, in denen kubanische Ärzte arbeiten, nach wiederholten Angriffen jetzt von Polizei und Nationalgarde bewacht werden." "Offenbar ist es auch in Europa zu Übergriffen durch Anhänger der venezolanischen Opposition gekommen. Nach Angaben der Botschaft des südamerikanischen Landes in Großbritannien wurde die Konsularabteilung der diplomatischen Vertretung Mitte der Woche von Regierungsgegnern attackiert. " "Am gestrigen Freitag hat es in Venezuela ein weiteres Todesopfer gegeben: Johny Pacheco ist durch einen Kopfschuss getötet worden. Er gehörte zu einer Gruppe von Regierungsanhängern, die die lokale Krankenstation (CDI) in Piedra Azul im Bezirk Baruta bewachte. (Centro de Diagnóstico Integral) genannten Diagnose-und Behandlungszentren, in denen vor allem kubanische Mediziner arbeiten, waren seit ihrer Wahlniederlage am vergangenen Sonntag wiederholt Zielscheibe von gewalttätigen Übergriffen von Anhängern der Opposition." Was auch immer in Zukunft passieren mag, ich bete für uns als venozelanisches Volk, dass irgendwann Frieden einkehren mag und wir eine unabhängige und starke Zukunft haben, in der sich alle Bevölkerungsschichten wohlfühlen. Möge der innenpolitische und außenpolitische Druck nicht unsere Herzensbildung und Liebe nehmen. Wir sind ein Volk, welches unabhängig der politischen Gesinnung immer gern die Arepa und das Bier mit Freunden sowie Fremden geteilt hat.
2. es starb gestern ein Venezolaner ?
bicho 20.04.2013
Seit Jahren werden alle 24 Stunden mindestens 50 Venezolaner umgebracht, die Aufklärungsquote liegt bei 7 %. Das ist das Ergebniss wenn das organisierte Verbrechen der Gewalt freien Lauf lásst. So bleibt das Volk freiwillig jeden Abend zu Hause und ihre Waffen haben die Bürger auch abgegeben. Bewaffnet sind jetzt nur noch die Horden die von der Regierung bewaffnet wird und wurde- gegen das Volk. Man kennt dies gut aus Cuba, Maduro, der Ziehsohn der Castrobrüder wird Venezuela schon auf den " richtigen " Weg führen. Ein geschummelter Wahlsieg von der Cubadiktatur.
3.
SimJaeg 20.04.2013
[QUOTE=bicho;12542738] "So bleibt das Volk freiwillig jeden Abend zu Hause und ihre Waffen haben die Bürger auch abgegeben." Dies ist nicht richtig und wer hier lebt, weiß /müßte dies bestens wissen. Es ging mir nicht um die alltägliche Gewalt. Die ist schrecklich, ja. Es ging um die ausufernde Gewalt wegen der Wahlen und dass das Volk gegeneinander aufgehetzt wird. Es sind diesbezüglich schlimmere Stimmungen als vor ein paar Jahren. Dabei ist es erst einmal egal, von wem die Gewalt ausgeht. Es sind traurige, sinnlose Einzelfälle, die die Opposition und die Maduro-Anhänger betreffen.
4.
wernergat 20.04.2013
wen man das gestern gesehen hat wie die Einschwoerung des Inmaduro verlaufen ist, kommen mir Gedanken wie Udssr in den 80-zigern oder Nord Korea heute. Eine 3 stuendige Militaerparade haetten damalige Faschisten nicht besser hingekriegt. Vor drei Tagen wurde mein Sohn angeschossen weil er sein recht verteidigte, er hatte einen Geisterfahrer auf der Einfahrtstrasse einen Verstoss reklamiert. Der verstosser griff zur Waffe und die Kugel streifte die Hand. Diese Situatione gibt es zu Hauf hier, nicht immer gehen sie so glimpflich aus. Aus meiner Sicht wird sich die Situation verschlimmern bei einer gallopierenden Inflation, wegfall von Arbeitsplaetzen etc. werden Gewalt und Ueberfaelle zunehmen. Warum es soweit kam, Devisenkontrolle ueber Jahre, nicht haltbare Subventionierungen und Korruption, Benzin wird praktisch verschenkt. Schon langsam denke ich da steckt eine Strategie dahinter, nach dem Motto erst kaputtmachen und dann mit dem rest eine kommunistische Diktaur hochziehen.
5. Neuer Präsident
Peternase6 21.04.2013
Seit Jahren besuche ich dieses Land und bin sehr gerne bei diesen Menschen. Venezuela bringt sich selbst in eine immer schwierigere Situation weil die politischen Standpunkte so dogmatisch sind. Es gibt keine Toleranz der unterschiedlichen Meinungen und nicht einmal den Versuch eine Gemeinsamkeit zu finden. Ich wünsche diesen Menschen einen Weg zu finden der allen Bedürfnissen gerecht wird und diesen unsäglichen Hass beendet.
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