Wirtschafts- und Versorgungskrise Machthaber Maduro verkündet Abbruch der Beziehungen zu Kolumbien

"Die faschistische Regierung von Kolumbien": Venezuelas Staatschef Maduro wendet sich vom Nachbarstaat ab, nachdem von dort aus versucht wurde, Hilfsgüter für die Hungernden ins Land zu schaffen.

Ein Lastwagen mit Hilfsgütern auf der Grenzbrücke
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Ein Lastwagen mit Hilfsgütern auf der Grenzbrücke


Venezuelas umstrittener Staatschef Nicolás Maduro hat den Abbruch aller diplomatischer Beziehungen zu Kolumbien verkündet. Die "faschistische Regierung von Kolumbien" habe die vom selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó initiierten ausländischen Hilfslieferungen nach Venezuela aktiv unterstützt, sagte Maduro bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas. Deshalb müssten alle diplomatischen Vertreter des Nachbarlandes Venezuela binnen 24 Stunden verlassen.

Nahe dem Grenzort Ureña hatten zuvor vier Lastwagen mit Hilfsgütern für die notleidende Bevölkerung Venezuelas auf einer Brücke die Grenze durchbrochen. Sicherheitskräfte Maduros beschossen den Konvoi und die ihn zu Fuß begleitenden Menschen daraufhin mit Tränengas und Gummigeschossen. Mindestens sechs Menschen wurden verletzt, wie die Sender VPI-TV und CNN en Español berichteten.

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Fotostrecke: Showdown an der Grenze

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann das rohstoffreiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó hatte den Bürgern die Lieferung von Hilfsgütern für diesen Samstag versprochen. Sie sollen von einem Lager in Cúcuta auf der kolumbianischen Seite nach Ureña in Venezuela eingeführt werden. Doch bereits am Vormittag eskalierte die Situation.

Die Übergänge sind auf Geheiß der sozialistischen Regierung blockiert. Die vier Lastwagen passierten nur eine erste Barriere in der Mitte der Grenzbrücke Francisco de Paula Santander, dann wurden sie auf venezolanischer Seite von den Sicherheitskräften angehalten.

Kolumbiens Staatschef Iván Duque forderte die freie Einfuhr von Hilfsgütern. Die Blockade der Transporte sei ein "Attentat gegen die Menschenrechte", sagte Duque in Cúcuta auf einer Pressekonferenz mit Guaidó und dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera.

Zwei Menschen an brasilianischer Grenze gestorben

Nach Ansicht Maduros hat die Hilfsgüteraktion seines Kontrahenten Guaidó das Ziel, eine militärische Intervention der USA und den Sturz der Regierung einzuleiten. Zu Maduros wichtigsten Stützen zählt die Armee, doch sein Rückhalt bröckelt auch hier: Die kolumbianische Einwanderungsbehörde erklärte am Samstag, elf weitere venezolanische Soldaten sowie zwei Polizisten seien desertiert und über die Grenze nach Kolumbien geflohen.

Währenddessen sind bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften an der brasilianischen Grenze zwei Menschen gestorben. Sie seien in Santa Elena de Uairen zu Tode gekommen, sagte ein Arzt eines örtlichen Krankenhauses. Der Nachrichtenagentur AP zufolge sagte der Mediziner, dass weitere 18 Menschen verletzt seien. Auch an dieser Grenze stehen Lastwagen mit Hilfsgütern, die auf Maduros Befehl ebenfalls nicht hereingelassen werden.

Im Video: Armee feuert in Venezuela Tränengas auf Demonstanten

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kko/AFP/dpa



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Seite 1
solosola 23.02.2019
1. soso, was ein Grosskotz der Busfahrer
Aber durchfüttern und medizinisch versorgen, das sollen die Kolumbianer seine vor ihm geflohenen Millionen Venezuelaner, Ich hoffe der Spuk ist bald vorbei und der Spinner hinter Gittern
mtec. 23.02.2019
2. 11 Soldaten von geschätzten 75.000 bis 200 000
Na nach meiner Hochrechnung dauert dann die Revolution noch ein paar Jährchen wäre es nicht einfacher das Modell Putin zu wählen an der Krimm Bolivien Brasilien die USA und weitere Anlieger Länder geben ihren soldaten Freizeit schicken wie im Urlaub und die können in ihrer Freizeit machen was sie wollen wenn die keine Hoheitsabzeichen tragen und wie die kleinen Männchen stehen sie eines Tages nicht auf der Krim sondern bei Maduro vor der Tür und geben die Pakete persönlich ab ist das nicht effektiver Pudding kann gar nicht meckern weil niemand weiß wo die herkommen die haben ja keine Hoheitsabzeichen dazu würde ich das Modell Berliner Luftbrücke sehen und empfehlen Bolivien meldet Eindringlinge in den Luftraum an Venezuela und sagt dir wissen nicht welche Flugzeuge eindringen wir wollen euch vorwarnen und ratz fatz werden die Pakete abgeworfen und Heim geht's wieder nach Hause aller Berliner Luftbrücke aber bei 11 Überläufern bei geschätzten nach 150000 soldaten die am mobilisiert haben wird könnte die Revolution noch etwas dauern
mig68 23.02.2019
3. Botschafts und Konsultaspersonal
Ich kann mir schon das Gejammer des venezolanischen Botschafts- und Konsularpersonals vorstellen, die nach Venezuela in die Misere zurückkehren müssen. Wie in New York werden einige einfach versuchen in Kolumbien illegal zu bleiben...
mig68 23.02.2019
4. Kubaner
Zitat von mtec.Na nach meiner Hochrechnung dauert dann die Revolution noch ein paar Jährchen wäre es nicht einfacher das Modell Putin zu wählen an der Krimm Bolivien Brasilien die USA und weitere Anlieger Länder geben ihren soldaten Freizeit schicken wie im Urlaub und die können in ihrer Freizeit machen was sie wollen wenn die keine Hoheitsabzeichen tragen und wie die kleinen Männchen stehen sie eines Tages nicht auf der Krim sondern bei Maduro vor der Tür und geben die Pakete persönlich ab ist das nicht effektiver Pudding kann gar nicht meckern weil niemand weiß wo die herkommen die haben ja keine Hoheitsabzeichen dazu würde ich das Modell Berliner Luftbrücke sehen und empfehlen Bolivien meldet Eindringlinge in den Luftraum an Venezuela und sagt dir wissen nicht welche Flugzeuge eindringen wir wollen euch vorwarnen und ratz fatz werden die Pakete abgeworfen und Heim geht's wieder nach Hause aller Berliner Luftbrücke aber bei 11 Überläufern bei geschätzten nach 150000 soldaten die am mobilisiert haben wird könnte die Revolution noch etwas dauern
Das Problem sind nicht die 150000, sondern die 60000 Kubaner die die Armee überwachen.
mig68 23.02.2019
5. Verletzung der genfer Konvention
Juan Guaido:"Seguimos recibiendo el respaldo de la comunidad internacional, que ha podido ver, con sus propios ojos, como el régimen usurpador viola el protocolo de Ginebra, donde se dice claramente que destruir la ayuda humanitaria es un crimen de lesa humanidad." Übersetzt der entscheidende Satz, die Vernichtung humanitärer Hilfe ist eine Verletzung der Genfer Konvention. Dies öffnet endlich die Möglichkeit auch militärisch gegen das kriminelle Regime von Nicolas Maduro und Diosdado Cabello vorzugehen. Die Würfel sind gefallen...
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