Machtkampf in Venezuela Maduro warnt Trump vor zweitem Vietnam

Venezuelas Staatschef Maduro droht den USA im Fall eines militärischen Eingreifens mit Gegenwehr. US-Präsident Trump sprach eine Reisewarnung für das südamerikanische Land aus.

Nicolás Maduro
AFP

Nicolás Maduro


Venezuelas unter Druck stehender Staatspräsident Nicolás Maduro hat die USA indirekt vor einer militärischen Intervention in dem südamerikanischen Land gewarnt: "Lassen wir kein Vietnam in Lateinamerika zu", sagte er in einer "an das amerikanische Volk" gerichteten Videobotschaft, die auf Facebook veröffentlicht wurde.

Damit spielte Maduro auch auf die US-Rolle im Vietnamkrieg an, der als Stellvertreterkrieg während des Kalten Krieges angesehen wurde und 1975 endete. In dem Konflikt kamen Millionen Vietnamesen und Zehntausende US-Soldaten ums Leben.

Sein Land sei das Ziel eines Medien- und Psychokrieges, sagte Maduro. Jeden Tag würden Bilder und Nachrichten erfunden. "Es ist eine Kampagne vorbereitet worden, um einen von der Regierung Donald Trumps vorbereiteten, finanzierten und aktiv unterstützten Staatsstreich in Venezuela zu rechtfertigen", ergänzte Maduro. In dem vier Minuten langen Film bat er die US-Bevölkerung um Unterstützung gegen eine Einmischung von US-Präsident Donald Trump.

Trump lobt eigene Rolle im Machtkampf

Trump hatte mit Blick auf den Machtkampf zwischen Maduro und dem oppositionellen Parlamentspräsidenten Juan Guaidó eine Reisewarnung für Venezuela ausgesprochen. "Amerikaner sollten bis auf Weiteres nicht nach Venezuela reisen", so Trump auf Twitter. Es würden massive Proteste erwartet.

Trump nahm in seiner Nachricht auch Bezug darauf, dass Maduro der von Guaidó geführten Opposition Gespräche angeboten hat und führte das auf den Druck der USA zurück. "Maduro ist bereit zu verhandeln, nachdem die USA Sanktionen verhängt haben und der Zugang zu Öleinnahmen gekappt wurde", schrieb er.

Maduro hatte in einem Interview erklärt, dass er der Forderung nach einer vorgezogenen Präsidentenwahl nicht nachgeben will. In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen Maduros Regierung und dem von den USA und zahlreichen anderen Ländern unterstützten Guaidó, der sich am vergangenen Mittwoch zum Übergangspräsidenten erklärt hatte.

Mehrere europäische Staaten - darunter Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien - hatten Maduro zuletzt ein Ultimatum gestellt. Die Drohung: Wenn er bis zum Wochenende keine freien und fairen Wahlen ausruft, wollen sie Juan Guaidó als Staatsoberhaupt anerkennen.

cht/mho/dpa



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