Knappe Präsidentenwahl USA fordern Stimmennachzählung in Venezuela

Der knappe Wahlsieg des Chávez-Günstlings Maduro in Venezuela ruft die US-Regierung auf den Plan. Obama-Sprecher Carney hält eine Neuauszählung der Stimmen für sinnvoll. Die venezolanische Regierung wirft den USA derweil ein Mordkomplott gegen Oppositionsführer Capriles vor.

Obama-Sprecher Carney: Neuauszählung wäre "wichtiger, weiser und notwendiger Schritt"
AP/dpa

Obama-Sprecher Carney: Neuauszählung wäre "wichtiger, weiser und notwendiger Schritt"


Washington - Die USA haben eine Neuauszählung der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl in Venezuela angemahnt. Angesichts der "Knappheit des Ergebnisses" wäre die Überprüfung ein "wichtiger, weiser und notwendiger Schritt", sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Montag in Washington.

Damit könne sichergestellt werden, dass alle Menschen in Venezuela "Vertrauen" in das Wahlergebnis hätten. Eine übereilte Entscheidung für einen Kandidaten würde dagegen nicht den Erwartungen an ein "klares und demokratisches Ergebnis" genügen.

Die Wahlbehörde in Venezuela hatte dem linksgerichteten Übergangspräsidenten Nicolás Maduro den Sieg bei dem Urnengang am Sonntag zugesprochen. Den Angaben zufolge erhielt Maduro 50,66 Prozent der Stimmen, während Oppositionskandidat Henrique Capriles auf 49,07 Prozent kam. Maduro, der vom im März verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez zum Wunschnachfolger erklärt worden war, siegte damit weit knapper als erwartet. Capriles zweifelte das Wahlergebnis an und forderte eine Neuauszählung der Stimmen. In Venezuelas Hauptstadt Caracas kam es zu Ausschreitungen zwischen den Anhängern von Regierung und Opposition.

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind angespannt, beide Länder haben seit 2010 keine Botschafter mehr in der Hauptstadt des jeweils anderen Landes. Maduro hatte der Regierung in Washington kurz vor dem Tod von Chávez vorgeworfen, gezielt die Destabilisierung des Landes zu betreiben und für Krebserkrankung des linkspopulistischen Staatschefs verantwortlich zu sein. Außerdem hatte er erklärt, in den USA werde ein Attentat auf Capriles geplant, dass der Regierung in die Schuhe geschoben werden solle. Die USA wiesen die Vorwürfe als "haarsträubende" Verschwörungstheorien zurück.

Auf die Frage, ob das Wahlergebnis die Chance zu einem Neustart der bisher schwierigen Beziehungen mit Venezuela biete, antwortete Carney demonstrativ ausweichend. "Ich möchte der Entwicklung nicht vorausgreifen."

ade/AFP/dpa/Reuters



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London_Riot 15.04.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaDer knappe Wahlsieg des Chávez-Günstlings Maduro in Venezuela ruft die US-Regierung auf den Plan. Obama-Sprecher Carney hält eine Neuauszählung der Stimmen für sinnvoll. Die venezolanische Regierung wirft den USA derweil ein Mordkomplott gegen Oppositionsführer Capriles vor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-obamas-sprecher-mahnt-neuauszaehlung-der-stimmen-an-a-894524.html
Was haben USA mit den Wahlen in Venezuela zu tun oder hat damals jemand auf die Stimmen gehört, als in Florida die Wahlzettel solange ausgezählt wurden bis Jebb Bush seinen Bruder zum Sieger erklärte,das war ein echter Betrug und das streitet niemand in USA ab. Wegen dieser Arroganz haben viele Chavez und Maduro gewählt,weilsie nicht berit sind wieder in den 90er zu landen,als die Elite das Land ausverkauft hat und die Politik dem Diktat aus Washington folgte. USA sehen es nicht ein,dass ein Hinterhof wie Venezuela über ihre Ressourcen selbst entscheiden wollen,deswegen wurde Chavez auch so gehasst und isoliert,jeder Staat das mit Venezuela Geschäfte gemacht hat wurde verbannt,jeder Verbündeter wurde von Washington gewarnt vor der Annäherung zu Venezuela und dann sagt man Chavez unterdrückt sein Volk..erst wurde das Land mit Sanktionen belegt und dann sagt man Chavez ist schuld,er wollte Exxon nicht ins Land lassen.
topodoro 15.04.2013
2. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Stenien werfen !
Zitat von sysopAP/dpaDer knappe Wahlsieg des Chávez-Günstlings Maduro in Venezuela ruft die US-Regierung auf den Plan. Obama-Sprecher Carney hält eine Neuauszählung der Stimmen für sinnvoll. Die venezolanische Regierung wirft den USA derweil ein Mordkomplott gegen Oppositionsführer Capriles vor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-obamas-sprecher-mahnt-neuauszaehlung-der-stimmen-an-a-894524.html
Anders als in den USA werfen die Wahlmaschinen in Venezuela auch einen Papierausdruck aus, der dann in die Urne kommt. Während die Beobachter der OSZE die Wahlcomputer in den USA jedoch äußerst kritisch sehen. Das E-Voting-System von Venezuela sei gegen Störungen besser abgesichert als das in Florida verwendete, sagte der polnische OSZE-Mitarbeiter Konrad Olszewski gegenüber der Zeitung "Herald Tribune" bei der letzten Wahl in den USA. Unvergessen ja auch das Florida Dekakel bei der ersten Bush "Wahl". Was wurde da alles getrickst, damit es keine Nachzählung gab. Der kanadische OSZE Beobachter Ron Gould erklärte bei der letzten Wahl in den USA, er würde die in Venezuela eingesetzten Wahlcomputer den Touchpads in Florida vorziehen. So schrieb damals der Spiegel. : "Bei jeder elektronisch abgegebene Stimme wird gleichzeitig ein Zettel ausgedruckt, der in eine Urne fällt", sagte Gould der "Herald Tribune". Anders als voll elektronische Systeme sei so immer eine Stimmnachzählung möglich, wenn der Verdacht auf Wahlbetrug bestehe. Carney soll sich eher mal um das Zustandekommen der Wahlergebnisse in den USA kümmern. Da liegt doch Einiges im Argen.
grass 15.04.2013
3. USA kritische Regierungen
USA kritische Regierungen sind immer Diktaturen, egal ob gewählt oder nicht. Die Amerikaner sagen wer frei ist und wer nicht. USA freundliche Regierungen sind immer demokratisch, egal wie viel Blut an ihren Händen klebt. Die USA werden von Uruguay bis Iran als Volksfeind gesehen. Iran 1950er, Chille 1970er und Venezuela 2002 haben die USA versucht demokratische Regierungen zu stürtzen. Doch 2002 scheiterten sie am Venezuelanischen Volk. (http://www.youtube.com/watch?v=--tuUUc3PHQ)
Kaygeebee 15.04.2013
4. optional
Bezüglich dem Thema "Wahlen" sollten die USA mal ganz ruhig sein. 2000 hat Bush gelogen und betrogen und alle haben mitgemacht, damit der verrückte Jesus-Freak, Texaner und seine verbrecherischen Kompagnons ins Weiße Haus kamen. Das Land wird im Grunde von zwei Parteien regiert, wobei es mittlerweile fast egal ist wer gewinnt. Die Politik der beiden stimmt 95% der Fälle überein. Man spricht nicht ohne Grund von einer Wahl zwischen Pepsi und Cola. Eine Opposition gibt es nicht bzw. ist kaum wahrzunehmen. Und da das Wahlsystem ("Winner Takes All") keine Alternativen begünstigt wird diese wohl auch nicht so schnell an Kraft gewinnen. Gegen die USA haben wir in Europa wirklich eine bunte Parteienlandschaft mit echten Differenzen. Und ist es nicht lustig? Die USA fordern in jedem Land, wo die Wahlen nicht zu ihrem Vorteil ausgegangen sind (Russland, Iran, Syrien), Neuwahlen. Was mischt sich Washington in die Angelegenheiten anderer Länder ein?! Alles nach dem Motto "Es wird so lange gewählt bis das Ergebnis stimmt."
-snowlife- 15.04.2013
5.
verlangt die regierung einer nation welche selbst mühe hat stimmen zu zählen und oecd beobachter nicht überall zulässt und sich ausserdem mal kritisch hinterfragen sollte ob ihre zwei parteien diktatur wirklich eine demokratie ist.
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