Erdrutschsieg für Opposition Venezuela wählt die Sozialisten ab

Politische Wende nach 16 Jahren: Bei den Parlamentswahlen in Venezuela haben sich die Konservativen mit deutlichem Vorsprung gegen die sozialistische Regierung durchgesetzt. Für Staatschef Maduro dürfte es jetzt eng werden.

Anhänger der Opposition: Mindestens 99 von 167 Mandaten
AFP

Anhänger der Opposition: Mindestens 99 von 167 Mandaten


Die konservative Opposition in Venezuela hat die Parlamentswahl vor den regierenden Sozialisten gewonnen. Die Oppositionsparteien errangen mindestens 99 der 167 Mandate im Parlament. Das teilte die Wahlbehörde am frühen Montag mitteilte. An die Sozialisten von Staatschef Nicolás Maduro gingen demnach mindestens 46 Sitze - eine herbe Niederlage nach 16 Jahren an der Macht. Bei den weiteren Mandaten waren die Mehrheiten noch unklar.

Maduro räumte die Niederlage umgehend ein. Er werde das Ergebnis akzeptieren, erklärte er unmittelbar nach der Veröffentlichung der Resultate.

19,5 Millionen Venezolaner waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen. Bei der Abstimmung wurden alle 167 Abgeordneten der Nationalversammlung neu gewählt, die konstituierende Sitzung ist für den 5. Januar geplant. Bis zu 200 Prozent Inflation, Mangelwirtschaft und fehlende Lebensmittel haben die Unzufriedenheit in Venezuela deutlich erhöht. Die Opposition will rasch einen Volksentscheid zur Abwahl Maduros anberaumen, dessen Amtszeit eigentlich erst im Jahr 2019 endet.

Am Sonntagabend waren die Wahllokale kurzfristig um eine Stunde länger geöffnet. Die Opposition kritisierte das als gesetzeswidrig. Begründet wurde der Schritt mit einer sehr hohen Beteiligung an der Wahl.

kev/AP/AFP/dpa



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