Krise in Venezuela Uno-Generalsekretär ruft zu Gewaltverzicht auf

In Venezuela sollen bei Zusammenstößen zwischen Militär und Regimegegnern mindestens zwei Menschen erschossen worden sein. Die Uno und die US-Regierung warnen vor einer Eskalation der Gewalt.


Der Generalsekretär der Uno, Antonio Guterres, hat die venezolanischen Sicherheitskräfte aufgefordert, keine tödliche Gewalt gegen Demonstranten einzusetzen. Die US-Regierung drohte mit Blick auf die politische Krise in dem südamerikanischen Land, dass Verstöße gegen Menschenrechte "nicht ungestraft" bleiben würden.

Das Militär in Venezuela soll bei Zusammenstößen mit Regimegegnern an der Grenze zu Brasilien mindestens zwei Menschen erschossen haben. Machthaber Nicolas Maduro blockiert zudem den Import von Hilfsgütern in sein von Hungersnot und Rekordinflation geplagtes Land, er lässt zudem die Grenzen zu Nachbarländern wie Brasilien und Kolumbien systematisch abriegeln.

Maduros Widersacher Juan Guaido hatte sich im Januar zum Präsidenten erklärt. Er will trotz des Verbots durch Maduro Hilfslieferungen aus den Nachbarstaaten ins Land holen.

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"Venezuela Aid Live": Tausende kamen zum Benefizkonzert

Am Freitag besuchte Guaidó trotz des bestehenden Ausreiseverbots das Benefizkonzert "Venezuela Aid Live" seiner Anhänger im kolumbianischen Grenzort Cúcuta. In der Nähe der Bühne traf er auf den kolumbianischen Staatschef Iván Duque, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Guaidó wurde nach eigenen Worten bei seiner Ausreise durch die venezolanische Armee unterstützt. Mit deren Hilfe habe er die Sperrungen der Grenzübergänge zu Luft, Wasser und Land überwunden, sagte er. Die angebliche Hilfe der Soldaten wäre bemerkenswert. Das Militär galt bislang als die wichtigste Stütze des offiziell noch amtierenden venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro.

Zu dem Konzert in Cúcuta waren zehntausende Anhänger Guaidós gekommen. An der Veranstaltung nahmen Stars wie Alejandro Sanz und Miguel Bosé aus Spanien, Juanes aus Kolumbien und der durch den Hit "Despacito" bekannte Puertoricaner Luis Fonsi teil. Der Erlös soll der Bevölkerung in dem südamerikanischen Krisenstaat zugutekommen.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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Felix Blech 23.02.2019
1. Endlich eine sinnvolle Stimme
Bisher wurden nur brandbeschleunigende Sprüche von der EU abgesetzt...aus Maidan u Kosovo nichts gelernt
lila.liechtenstein 23.02.2019
2. Artikel 233 der venezolanischen Verfassung
Das Datum 23.02.2019 für den geplanten Show-Down zeigt den ganzen Zynismus der US-amerikanischen Regimechange Fraktion: Wem es jemals um einen Konflikt von demokratischen Institutionen ging und für wen die Berufung von Guaido und seiner westlichen Unterstützer auf Art. 233 der Verfassung Venezuelas nicht von Anfang an eine Farce war, für den steht der Herr seit heute endgültig als Putschist und ohne jede demokratische Legitimation dar. Denn Art. 233 gibt dem Interims-Präsidenten maximal 30 Tage Zeit, um Präsidentschaftswahlen abzuhalten. Danach endet sein Amt und der Wertewesten steht einmal mehr auf der falschen Seite der Geschichte. !No Passaran!
fr.rottenmeier 23.02.2019
3. Konzerte für den Frieden
Ich finde das mit dem Konzert eine feine Sache. Vor allem weil geplant ist, dass nächste Woche an der Grenze zwischen Saudi Arabien und dem Yemen dieses Konzert, natürlich Musikstilistisch der Region angepasst, fortgesetzt werden soll. Oder?
Kommentator3 23.02.2019
4. Die Folgen der Sanktionen
Durch US Sanktionen gingen Venezuela ca. $30 Mrd verloren. Jetzt stellt die US Hilfslieferungen für $20 Mio vor die Tür, gekoppelt mit politischen Forderungen. Ein US Stadthalter soll die Übernahme der Ölfelder für Chevron, Exxon, Halliburton in die Wege leiten. Der US Sonderbeauftragte Elliott Abrams war bereits bei der Unterwerfung anderer Südamerikanischer Staaten für Massaker verantwortlich. Dies und viel mehr hier: https://theintercept.com/podcasts und hier: https://www.democracynow.org/topics/venezuela. Warum berichtet SPON nicht darüber?
freddygrant 23.02.2019
5. Warum ist so wichtig ...
... die politische Position der trump´schen US-Administration in der Presse voranzustellen um aus inner-venezolanische Schwierigkeiten und Konflikte einseitig zu berichten und einzuwirken?
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