Venezuela USA bestreiten Beteiligung an mutmaßlichem Anschlag auf Maduro

Für Venezuelas Staatschef Maduro ist klar: Kolumbien, Ultrarechte und die USA stecken hinter dem mutmaßlichen Angriff auf ihn. US-Sicherheitsberater Bolton weist die Vorwürfe unmissverständlich zurück.


Die USA haben jede Beteiligung an dem möglichen Mordanschlag auf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro zurückgewiesen. "Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die US-Regierung in all das nicht involviert ist", sagte der Nationale Sicherheitsberater John Bolton dem Nachrichtensender Fox News.

Maduro hatte am Samstag nach einem lauten Knall eine Rede bei einem militärischen Festakt in Caracas unterbrochen. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie Leibwächter sich hektisch bemühen, den Staatschef mit schusssicheren Matten abzuschirmen und von der Bühne zu geleiten, während Hunderte Soldaten Deckung suchend vom Platz flüchten.

Nach Regierungsangaben sollen Gegner Maduros versucht haben, den Präsidenten bei einem Sprengstoffanschlag mit zwei Drohnen zu ermorden. Die Drohnen seien in der Nähe des Präsidenten explodiert. Nur drei Stunden nach dem möglichen Mordanschlag trat Maduro vor die Presse und nannte angebliche Täter, Hintermänner und Geldgeber der Tat.

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Möglicher Anschlag auf den Staatschef: Panik in Caracas

"Heute hat man versucht, mich zu töten", sagte der linksnationalistische Präsident und machte direkt die scheidende Regierung des Nachbarlandes Kolumbien verantwortlich. "Ich habe keinen Zweifel, dass die Ultrarechte Venezuelas mit der Ultrarechten Kolumbiens konspiriert hat und Präsident Juan Manuel Santos hinter dem Komplott steckt."

Doch auch die USA seien involviert, behauptete Maduro. Erste Erkenntnisse zeigten, dass die Geldgeber in Florida säßen. "Ich hoffe, dass Trumps Regierung bereit ist, diese Terrorgruppen zu bekämpfen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur AVN den Sozialisten. Beweise wurden nicht vorgelegt. Generalstaatsanwalt Tarek William Saab kündigte für Montag nähere Angaben an.

Im Video: Möglicher Anschlag auf Venezuelas Staatschef

Kolumbiens Regierung hatte die Vorwürfe Maduros umgehend zurückgewiesen. "Das entbehrt jeder Grundlage", sagte ein Sprecher in Bogotá. Die Beziehung zwischen Venezuela und dem Nachbarland Kolumbien ist angespannt. Die USA machen Maduro regelmäßig für die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela mitverantwortlich.

Unterdessen mehren sich die Zweifel an der Version des venezolanischen Präsidenten. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, Feuerwehrleute vor Ort hätten der Darstellung der Regierung widersprochen. Tatsächlich sei nur ein Gastank in einem nahe gelegenen Gebäude explodiert. Oppositionelle äußerten in Medien die Befürchtung, dass der wegen einer extremen Wirtschafts- und Sozialkrise unter Druck stehende Maduro nun noch härter gegen seine politischen Gegner vorgehen werde.

brk/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
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isleño 05.08.2018
1. Ultrarechte ?
Vielleicht kann mir mal einer von den usern hier erklären wer damit gemeint ist ? USA darf in Ven. nicht eingreifen.....China und Russland hätten Angst das die Milliarden Dollar illegaler Kredite beim Wechsel zur Demokratie von Ven. nicht zurückbezahlt werden. Ausserdem :welcher Angriff ? In Südamerika nennt man dies ein " autogolpe "....das wird immer wieder konstruiert wenn das Wasser dem Regime bis zum Hals steht.
soisses1 05.08.2018
2. Die
Geschichte hat uns gelehrt, dass noch jeder Anführer, der seinem Volk das Paradies auf Erden versprochen hat, sein Volk auf direktem Weg in die Hölle geführt hat. Und sie hat uns auch gelehrt, dass kein Despot auf Ewigkeiten Bestand hat.
elkadi 05.08.2018
3. Ganz traurig
Bolton kann diesmal "mit Sicherheit behaupten", dass die Beteiligung nicht wahr ist, das impliziert schon die Aussage eines kleinen Kindes:"Diesmal war ich´s echt nicht!" (Sonst nämlich schon). Abgesehen davon denke ich, dass die USA das nicht so stümperhaft getan hätten. Und Geldgeber? Bitte? Für zwei Drohnen, Wert max. 6000 € plus Logistik-Kosten und Ausweise? Das hätte ein mittelständiger Möbelhändler stemmen können. Das Ganze ist eine Farce.
dwg 05.08.2018
4.
Ich bin ja selten geneigt Herrn Bolton zu glauben, aber hier - trotz aller früheren Pannen - denke ich, daß die USA da keine Basteldrohne eingesetzt hätten, sondern - hüstel - etwas funktionierendes. Haben sie oft genug in Afghanistan "geübt". Und um mit Herrn Maduro nicht einverstanden zu sein, braucht man kein Ultrarechter zu sein.
vitalik 05.08.2018
5.
Zitat von dwgIch bin ja selten geneigt Herrn Bolton zu glauben, aber hier - trotz aller früheren Pannen - denke ich, daß die USA da keine Basteldrohne eingesetzt hätten, sondern - hüstel - etwas funktionierendes. Haben sie oft genug in Afghanistan "geübt". Und um mit Herrn Maduro nicht einverstanden zu sein, braucht man kein Ultrarechter zu sein.
Die Geheimdienste operieren ungern offen. Einfach eine normale Drone schicken, ist möglich, hätte aber einen riesigen Aufschrei verursacht. Es gibt übriges ein Unterschied, ob man mit jemanden nicht einverstanden ist oder eine beliebige Person irgendwo aus der Welt einfach mit einer Drone ausschaltet.
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