Venezuela Wieder gewaltsame Proteste gegen Präsident Maduro

Die Staatskrise in Venezuela spitzt sich zu: Bei Demonstrationen gegen Präsident Maduro wurde ein Teenager getötet, es gab fast 200 Verletzte. In den kommenden Tagen soll es weitere Kundgebungen geben.

Gewalttätige Demo in Venezuela
REUTERS

Gewalttätige Demo in Venezuela


In Venezuela gehen viele Menschen seit April auf die Straße, um gegen Präsident Nicolás Maduro zu protestieren. Am Mittwoch ist es nun wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Nationalgarde und Demonstranten gekommen. Ein 17-Jähriger kam dabei ums Leben, fast 200 Oppositionelle wurden verletzt. Sie fordern vorgezogene Wahlen und einen Rücktritt des Präsidenten.

Die seit Monaten andauernden Proteste fordern immer wieder Tote, bislang mehr als 60. Unter den Todesopfern sind Anhänger der Regierung und der Opposition ebenso wie Sicherheitskräfte und Unbeteiligte. Jede Seite beschuldigt die andere, für die Gewalt verantwortlich zu sein. So auch im Fall des 17-Jährigen.

Nach offiziellen Angaben starb der Demonstrant in der Hauptstadt Caracas, weil eine selbst gebaute Granate in seiner Hand explodierte. Abgeordnete der Opposition sagten indes, er sei von einer Tränengasgranate getroffen worden, die direkt auf ihn abgefeuert worden sei. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Demonstranten kündigen neue Proteste an

In der Bevölkerung herrscht große Wut über die Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land, die Lebensmittel und Medikamente knapp werden lässt. Kritiker werfen Maduro vor, wie ein Diktator zu herrschen.

Der Präsident hingegen spricht von einer Verschwörung der Opposition und des Auslands. Er kündigte Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung an. Die Regierungsgegner lehnen den Vorschlag ab.

Sie bemängeln, dass ein Teil der Delegierten von regierungsnahen Organisationen entsandt werden soll und befürchten, dass Maduro mehr Kompetenzen an sich zieht. Für die kommenden Tage kündigten die Regierungsgegner weitere Demonstrationen an.

dop/dpa/Reuters



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