Verdächtiges Pulver Hanija-Mitarbeiter fallen nach Kontakt mit Brief in Ohnmacht

Mysteriöse Post für Ismail Hanija: In dem Brief an den palästinensischen Ministerpräsidenten befand sich ein verdächtiges Pulver. Mehrere Mitarbeiter Hanijas mussten ins Krankenhaus, nachdem sie mit dem Umschlag in Kontakt gekommen waren.


Ramallah - Fünf Mitarbeiter im Büro des palästinensischen Ministerpräsidenten in Ramallah wurden heute in die Klinik gebracht, nachdem sie einen an Ismail Hanija adressierten Brief mit "verdächtigem Pulver" geöffnet hatten. Nach palästinensischen Angaben mussten sich die Männer übergeben und seien in Ohnmacht gefallen, nachdem sie mit dem Brief in Kontakt gekommen waren.

Das Schreiben sei von anonymer Stelle an das Büro in Ramallah geschickt worden. Der Brief habe einen Stempel aus Tel Aviv in Israel getragen, hieß es weiter. Im Inneren sei eine Art Küchenpapier gewesen. Ein Arzt sagte, die Mitarbeiter seien mit Atembeschwerden und Reizung von Augen und Nase ins Krankenhaus eingeliefert worden. "Sie haben gesagt, dass sie nach dem Öffnen des Umschlags ein Gas eingeatmet haben", sagte der Arzt, der anonym bleiben wollte.

Hanija selbst, der zur radikalislamischen Hamas gehört, war während des Vorfalls nicht anwesend. Er hält sich seit seinem Amtsantritt im März in Gaza auf. Dem stellvertretenden Regierungschef Nasser Al-Schaer zufolge werden an Hanija adressierte Briefe meist in dessen Büro in Ramallah geöffnet, bevor sie ihm im Gazastreifen übergeben werden. Al-Schaer warf Israel vor, hinter dem Vorfall zu stehen. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

phw/dpa/reuters



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