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Vorwürfe in Zentralafrika: Französische Soldaten sollen Kinder vergewaltigt haben

Die Vorwürfe in einem Zeitungsbericht wiegen schwer: Französische Soldaten sollen auf ihrer Friedensmission in Zentralafrika Kinder vergewaltigt haben. Das berichten Zeugen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Frankreich hatte im Dezember 2013 einen Militäreinsatz in der Zentralafrikanischen Republik gestartet, um die Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen zu beenden - und die Zivilbevölkerung zu schützen. Doch von dieser kommen nun schwere Vorwürfe: Französische Soldaten sollen mehrere Kinder vergewaltigt haben. Die Pariser Staatsanwaltschaft habe wegen der Vorwürfe Ermittlungen eingeleitet, heißt es in einem Zeitungsbericht.

Bereits im Sommer 2014 hatte das Verteidigungsministerium der Staatsanwaltschaft einen Bericht der Vereinten Nationen weitergeleitet. Laut der britischen Tageszeitung "The Guardian" enthält das Dokument Zeugenaussagen von Kindern. Sie geben an, von französischen Soldaten vergewaltigt worden zu sein.

Laut der Zeitung wurde ein schwedischer Uno-Mitarbeiter suspendiert, weil er den fraglichen Bericht an die französischen Behörden weiterleitete, nachdem die Uno nichts unternommen habe, um den Kindesmissbrauch zu stoppen. Die Suspendierung wurde von einem Uno-Sprecher in New York bestätigt.

Das französische Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Pariser Staatsanwaltschaft ermittle. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würden gegen die verantwortlichen Soldaten "härteste Strafen" verhängt. Das Ministerium wurde nach eigenen Angaben im Juli 2014 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte informiert.

"Extrem schwere" Vorwürfe

Die Zeugenaussagen wurden demnach von einem Mitarbeiter der Uno gesammelt. Rund zehn Kinder sollen zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 Opfer sexueller Gewalt geworden sein. Die Vorfälle sollen sich am Flughafen der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui ereignet, der von französischen Soldaten gesichert wurde.

Das Verteidigungsministerium berichtet, die Kinder hätten "ausführliche" Zeugenaussagen gemacht, die Vorwürfe seien "extrem schwer". Es seien umgehend nach Bekanntwerden der Vorwürfe "alle notwendigen Maßnahmen unternommen worden, damit die Vorgänge und mögliche strafrechtliche und disziplinarische Verantwortlichkeiten so schnell wie möglich festgestellt werden können". Das Ministerium habe am selben Tag, an dem es den Uno-Bericht mit den Vorwürfen erhielt, die Pariser Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Auch die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Agnes Thibault-Lecuivre, erklärte, dass seit Juli 2014 ermittelt werde. Weitere Details nannte sie nicht.

Im April 2014 wurde die Uno-Blauhelmmission für das Land beschlossen, die im September desselben Jahres begann. Unruhen und Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Bevölkerungsgruppen stehen in der ehemaligen französischen Kolonie an der Tagesordnung. Die Blauhelme sollten dabei helfen, das Land zu befrieden und zu stabilisieren.

vek/AFP/AP/Reuters

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Fläche: 622.984 km²

Bevölkerung: 4,803 Mio.

Hauptstadt: Bangui

Staatsoberhaupt:
Faustin Archange Touadéra

Regierungschef: Mathieu Simplice Sarandji

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