Verhandlungen in Genf Hoffnung auf Durchbruch im Atomstreit mit Iran

Bei den Genfer Atomgesprächen gibt es deutliche Fortschritte. Jetzt eilen die Außenminister aus den USA, Russland, Frankreich und Großbritannien nach Genf, auch Guido Westerwelle reist an. Ein Sprecher der chinesischen Delegation sagte, die Verhandlungen hätten ihren "finalen Moment" erreicht.

Irans Außenminister Dschawad Sarif in Genf: "Mit Gottes Willen ein Ergebnis"
AP

Irans Außenminister Dschawad Sarif in Genf: "Mit Gottes Willen ein Ergebnis"


Genf - Die Atomverhandlungen der Weltmächte mit Iran in Genf steuern nach Angaben Chinas auf eine Entscheidung zu. Die Außenminister der 5+1-Staaten, also der USA, Chinas, Russlands, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands, befinden sich entweder schon in Genf oder sind auf dem Weg dorthin.

Die Gespräche hätten ihren "finalen Moment" erreicht, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei. Zuvor hatte ein hochrangiger EU-Diplomat erklärt, die Minister würden nur in die Schweiz reisen, wenn ein Abkommen unterschriftsreif sei. Auch aus den an den Gesprächen beteiligten Delegationen verlautete am Freitag, den Ressortleitern der Außenministerien sei von ihren Unterhändlern geraten worden, erst zu einer unmittelbar bevorstehenden Einigung mit Iran zusammenzukommen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow war bereits am Freitagabend in der Schweiz eingetroffen, sein US-Kollege John Kerry wollte noch im Laufe des Tages von Washington aus Richtung Genf aufbrechen. Kerry habe sich nach Beratungen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton entschieden, persönlich für die USA zu verhandeln. Kerry wolle helfen, "die Meinungsverschiedenheiten zu verringern und einer Einigung näher zu kommen."

Die Delegation aus Teheran hatte sich früher am Freitag zuversichtlich über den Stand der Verhandlungen geäußert. "Heute Abend haben wir gewisse Fortschritte in den Verhandlungen gemacht", sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Der Minister betonte zugleich, dass die Ergebnisse der letzten Verhandlungen noch nicht endgültig seien. Daher werde er auch nicht ins Detail gehen.

Ein einstündiges Gespräch mit der EU-Chefunterhändlerin Ashton am Morgen wurde von der iranischen Seite als "positiv, wenn auch kurz" bezeichnet. Außenminister Sarif schrieb auf seiner Facebook-Seite, über eine "begrenzte Zahl von Themen" gebe es noch "Meinungsverschiedenheiten". Iranischen Medien sagte er: "Mit Gottes Willen werden wir ein Ergebnis erzielen."

Die 5+1-Gruppe verhandelt seit Mittwoch in Genf erneut mit Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm. Der Westen und Israel verdächtigen die Regierung in Teheran, nach Atomwaffen zu streben, was diese entschieden bestreitet. In den Gesprächen geht es zunächst um eine Übergangsvereinbarung, für die Iran seine Urananreicherung beschränken soll. Im Gegenzug würden Sanktionen gegen die Regierung in Teheran erleichtert. So könnten manche iranischen Auslandsguthaben, die eingefroren wurden, entsperrt werden.

bos/pad/AFP/dpa/Reuters

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ellenbetti 23.11.2013
1. wirtschaft über alles
da möchte wohl jeder etwas von dem Kuchen haben. Ja ja die Alliierten. Unsere Atommächte. Wäre schön wenn sich Deutschland mal etwas breitbeiniger aufstellen würde und die Verhandlungen führt. Ja, undenkbar. Dabei hatten wir mit dem IRAN immer ein gutes Verhältnis seit Jahrzehnten. Bis zum Boykott durch die USA. Könnte sich Deutschland da nicht mal profilieren ? Westerwellen reist wohl nur noch zum Vergnügen um die Welt.
ellenbetti 23.11.2013
2. Achso
Zitat von sysopAPIm Atomstreit mit Iran gibt es deutliche Fortschritte. Die Anreise der Außenminister aus den USA, Russland, Frankreich und Großbritannien weckt neue Hoffnungen auf einen Durchbruch bei den Nuklearverhandlungen in Genf. http://www.spiegel.de/politik/ausland/verhandlungen-mit-iran-hoffnung-auf-durchbruch-im-atomstreit-a-935225.html
es geht ja um Atombomben die der Iran nicht hat. Und wenn sollte die Abschreckung der Israelischen Atomwaffen nicht reichen ? Denn die kommen genauso über Teheran. Wie sagte Putin zu den NICHT gefundenen Massenvernichtungswaffen des Sadam Hussein. Wir hätten welche gefunden.
eonyx81 23.11.2013
3. Hoffentlich...
... kommt es endlich zu einer Einigung. Es ist längst überfällig. Nicht nur was die Atomverhandlungen angeht. Die Zeit ist reif, um den Iran wieder in die "international community" aufzunehmen. Ganz ehrlich. Und sorry wenn der folgende Satz gleich hart klingt aber: Jeder Mensch, der etwas gegen ein Abkommen hat, ist in meinen Augen ein Kriegshetzer. Egal wer es ist (auch wenns Bibi ist - der sowieso).
Ridick 23.11.2013
4. Atomstreit
wer gibt Israel das recht die Iraner immer wieder zu beschuldigen nach Atomwaffen zu streben, obwohl Israel das einzige Land der Welt ist das Atomwaffen besitzt und es nicht für nötig hält, es überhaupt zuzugeben geschweige denn Atomkontrolleure der IAAF in ihr Atomprogramm zugang zu gewähren!
analyse 23.11.2013
5. Niemand verbietet dem Iran die friedliche Nutzung
der Atomenergie ! Vorussetzung dafür ist eine internationale Kontrolle,die der Iran verdächtigerweise nicht zulassen will.Zu diesem notwendigen ersten Schrtt bräuchte es auch keine Übergangsregelungen.
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