Verhörmethoden Ärzte-Organisation wirft CIA Menschenversuche vor

Der US-Geheimdienst CIA sträubt sich gegen die Veröffentlichung weiterer Unterlagen über Verhörmethoden bei Terrorverdächtigen. Begründung: Die nationale Sicherheit sei in Gefahr. Mediziner werfen der CIA nun sogar vor, Ärzte für Menschenversuche angeheuert zu haben.

Reinigungsarbeiten in der CIA-Zentrale in Langley: Menschenversuche im Terrorknast?
AP

Reinigungsarbeiten in der CIA-Zentrale in Langley: Menschenversuche im Terrorknast?


Washington - Um Hunderte Seiten von internen Unterlagen des US-Geheimdienstes CIA ist ein heftiger Streit entbrannt. Hat die Öffentlichkeit ein Recht auf Details zur Befragung von Terrorverdächtigen und mutmaßlicher Folter im Namen des Staates - oder geht die Geheimhaltung vor?

Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) hatte bereits 2003 auf Herausgabe der Akten geklagt, in denen die Verhörmethoden und der Umgang der CIA mit Terrorverdächtigen beschrieben werden. Vorige Woche nun veröffentlichte die US-Regierung Teile der Unterlagen und machte sich an die Untersuchung der Vorfälle. Weitere Auszüge sollten eigentlich folgen.

Das scheitert nun aber bisher an der CIA, denn weitere Papiere will der Geheimdienst auf keinen Fall herausgeben. Als Begründung gab CIA-Mitarbeiterin Wendy Hilton laut "New York Times" an, die "nationale Sicherheit" sei in Gefahr, sollten Details zu den Verhörmethoden an die Öffentlichkeit gelangen. Aus den Unterlagen gingen nämlich Einzelheiten über Informanten und Operationen hervor, und die seien aus Sicht der CIA "streng geheim". Werde das genaue Vorgehen der Agenten bekannt, sei es wahrscheinlich, dass "die Fähigkeit der US-Regierung stark beeinträchtigt ist, Terrorverdächtige effektiv zu verhören und an Informationen zu kommen, die zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung nötig sind".

Die Reaktion der CIA ist nicht sehr verwunderlich. Schließlich geht es in den Unterlagen, die der Dienst zurückhält, um die Genehmigung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush für die Verhörmethoden. Bush erlaubte der CIA damals, Terrorverdächtige heimlich gefangen zu nehmen und zu befragen. Zu den genehmigten Verhörmethoden gehörte unter anderem Waterboarding, das dem Opfer das eigene Ertrinken simuliert und es in Todesangst versetzt. Kurz nach seinem Amtsantritt unterzeichnete Barack Obama am 22. Januar eine Anweisung, die solche Methoden verbietet. Außerdem ist in den Unterlagen Korrespondenz zwischen CIA-Agenten in den Geheimgefängnissen und ihren Vorgesetzten in Washington ebenso enthalten wie die Einschätzung der CIA-Anwälte zur Rechtmäßigkeit des Umgangs mit den Häftlingen.

Die Bürgerrechtler von ACLU wollen sich mit der Weigerung der CIA aber nicht begnügen. Sie wollen weiter versuchen, die Dokumente an die Öffentlichkeit zu bringen und sich dies laut "New York Times" notfalls vor Gericht erstreiten.

Ärzte-Organisation will Rolle der Mediziner im CIA-Programm klären

Doch die ACLU ist nicht die einzige Menschenrechtsorganisation, die der CIA schwere Vorwürfe macht. Eine Gruppe namens "Physicians for Human Rights" (PHR, zu deutsch: Mediziner für Menschenrechte) hat die Rolle von Medizinern im Ablauf der Verhöre untersucht - und will zu erschreckenden Ergebnissen gekommen sein: Mit der Teilnahme an den Verhören hätten die Ärzte sich "unrechtmäßig an Menschenversuchen" beteiligt, berichtet die britische Zeitung "Guardian".

Laut einer PHR-Untersuchung haben Ärzte "an allen Schritten der Entwicklung, Durchführung und rechtlichen Rechtfertigung des geheimen Folterprogramms der CIA" mitgewirkt. Anweisungen an das medizinische Personal, die Häftlinge während der Gefangenschaft zu überwachen. Die PHR-Aktivisten werfen Ärzten damit eine weitaus stärkere Verwicklung in das System der CIA vor als bislang bekannt. Demnach haben Mediziner die Verhörmethoden der Agenten explizit auf ihre Effektivität hin untersucht und ausgewertet - und eben das fiele in den Bereich des "Experimentierens an Menschen ohne deren Erlaubnis", was seit 1947 dem Nürnberger Code gemäß verboten ist. Auch die Genfer Konvention untersagt solche Versuche.

Eine Reaktion der CIA oder der US-Regierung auf die Vorwürfe gibt es noch nicht. Die Menschenrechtler fordern nun eine unabhängige Untersuchung, die klären soll, welche Rolle Ärzte im Programm der CIA spielten. Die Fragen, die die PHR-Leute beantwortet haben wollen: Wie viele Ärzte haben an dem Programm teilgenommen? Was genau haben sie getan? Welche Aufzeichnungen haben sie angefertigt? Und zu welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind sie gekommen?

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insgesamt 7 Beiträge
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Hubert Rudnick, 03.09.2009
1. Grausame Geschichten
Zitat von sysopDer US-Geheimdienst CIA sträubt sich gegen die Veröffentlichung weiterer Unterlagen über Verhörmethoden bei Terrorverdächtigen. Begründung: Die nationale Sicherheit sei in Gefahr. Mediziner werfen der CIA nun sogar vor, Ärzte für Menschenversuche angeheuert zu haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,646720,00.html
Ist das die Art von Demokratie die die amerikanischen Behörden über andere Völker überstülpen wollen? Wer so mit Menschen umgeht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn sich Menschen anderen radikalen Gruppen im Kampf gegen die sogenannte Demokratie anschließen. Wer dieses zu verantworten hat, so wie der Herr George W Bush gehört vor einem internationalem Tribunal und solange es die Amerikaner verweigern haben sie kein Recht mehr das Wort Freiheit und Demokratioe in den Mund zu nehmen. Man hat von der Verhörpraktiken der deutschen Faschisten anscheinend recht gut gelernt, es ist widerlich zu erfahren, dass das demokratische Staaten machen. Frau Bundeskanzlerin, Verfechterin für die Freiheit, was sagen sie denn dazu und was fordern sie nun von den Amerikanern, verlangen sie es nun von dem Nachfolger dem Herrn Barak Obamer dass er diese Verbrecher dem internationalen Tribunal zuführt und legen sie solange bis es geschied alle diplomatischen Beziehungen mit der USA aufs Eis?
Neurovore 03.09.2009
2. ...
Zitat von sysopDer US-Geheimdienst CIA sträubt sich gegen die Veröffentlichung weiterer Unterlagen über Verhörmethoden bei Terrorverdächtigen. Begründung: Die nationale Sicherheit sei in Gefahr. Mediziner werfen der CIA nun sogar vor, Ärzte für Menschenversuche angeheuert zu haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,646720,00.html
Das ist ja nun nix Neues. Das von der US-Armee und von den Gehimdiensten verwendete Folterhandbuch KUBARK (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17553/1.html) z.B. stammt aus dem Jahre 1963. Das MKULTRA (http://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA)-Progtamm nicht zu vergessen: MKULTRA umfasste nach Angaben des damaligen CIA-Direktors Admiral Stansfield Turner 149 Unterprojekte, wovon mindestens 14 sicher Menschenversuche waren, ..[].. Erforscht wurden die Wirkungen von Drogen (vor allem LSD und Mescalin), Giften, Chemikalien, Hypnose, Psychotherapie, Elektroschocks, Gas, Krankheitserregern, Erntesabotage, künstliche Gehirnerschütterung, Operationen usw. Durchgeführt wurden die Experimente an 44 Universitäten, 12 Krankenhäusern, 3 Gefängnissen und 15 nicht näher bezeichneten „Forschungseinrichtungen“. Es ist erwiesen, dass zahlreiche Versuchspersonen bei den Experimenten schwerste körperliche und psychische Schäden bis hin zum Tod davontrugen. Die Praxis von _Entführungen zu Versuchszwecken_ wurde, zumindest für das MKULTRA-Projekt, von der CIA später selbst bestätigt. Auch Fälle von Kindesmissbrauch sind bekannt. Und die von Abu Subeida beschriebenen psychologisch Foltermethoden basiern maßgeblich auf den Forschungen des kanadischen Psychologen Donald Hebb, der die sensorischer Deprivation (http://de.wikipedia.org/wiki/Sensorische_Deprivation) in den 50ern (da noch an Freiwilligen) untersuchte. Seine Ergebnisse wurden seitdem kontinuierlich vom US-Militär und vor allem vom CIA angewendet und weiterentwickelt. Vor allem an "Kriegsgefangenen". Das hat sich seit 50 Jahren nichts verändert und da wird sich auch in Zukunft nichts dran ändern. Auch nicht unter Obama (http://www.wsws.org/de/2009/aug2009/obam-a14.shtml), denn es werden immer nur ein paar untere Befehlsempfänger abgeurteilt, anstatt die wirklichen Strukturen aufzulösen. Wobei die Welt ohne die CIA ganz bestimmt sicherer und schöner wäre.
blue_plasma, 03.09.2009
3. Sauber bleiben...!
Also ich sehe für die aktuelle amerikanische Regierung eigentlich nur einen Weg, sich nicht da mit rein ziehen zu lassen: 1. Lückenlose Aufklärung 2. Entschuldigung bei den Opfern (medial und finanziell!!!) 3. Bestrafung der Schuldigen. Bei Punkt 3. meine ich wirklich alle!!! Auch wenn ein Ex-"Präsident" und ein paar Komplizen ins Gefängnis müssen. Bei dem was ich über diesen Themenkomplex bisher erfahren habe, ist dies wohl mehr als gerechtfertigt. Das sind definitv 1A-Kriegsverbrechen.... Ansonsten schließe ich mich dem Beitrag von "Hubert Rudnick" voll an. Ach ja, Wahlkampf: Ich erinner' mich ja noch gern als A. Merkel im 2. Golfkrieg in geradzu stutenhafter Devotheit (als Oppositionsführerin) zu Georgie gefahren ist und sich bei ihm für unsere Nichtteilnahme entschuldigt hat... Wie sie das wohl heute kommentiert?
lpino 03.09.2009
4. So ist Krieg.
Afrikanische Kinder hacken mit Buschmessern einander die Gliedmaßen ab. Deutsche Landser radieren ein russisches Dorf aus, ohne Pardon. Zehntausende Japaner verglühen im amerikanischen Atomblitz. Man kann es nicht aufzählen, nicht aufrechnen, aber so ist Krieg. Auch unsere amerikanischen Verbündeten sind im Krieg, im Krieg der Mächtigen für noch mehr Geld und Einfluss. Das fordert Opfer, Menschen müssen sterben, andere verkaufen Waffen und profitieren. So ist Krieg. Unsere amerikanischen Freunde kennen wenigstens Gerechtigkeit, den Unterschied zum Unrecht. Sie protestieren gegen ihre Geheimdienste, stellen Mitglieder ihrer früheren Regierung als Vertreter einer Junta der Militär- und Kriegswirtschaft bloß, sie zeigen Courage.
Hubert Rudnick, 03.09.2009
5. Ja so ist Krieg, aber?
Zitat von lpinoAfrikanische Kinder hacken mit Buschmessern einander die Gliedmaßen ab. Deutsche Landser radieren ein russisches Dorf aus, ohne Pardon. Zehntausende Japaner verglühen im amerikanischen Atomblitz. Man kann es nicht aufzählen, nicht aufrechnen, aber so ist Krieg. Auch unsere amerikanischen Verbündeten sind im Krieg, im Krieg der Mächtigen für noch mehr Geld und Einfluss. Das fordert Opfer, Menschen müssen sterben, andere verkaufen Waffen und profitieren. So ist Krieg. Unsere amerikanischen Freunde kennen wenigstens Gerechtigkeit, den Unterschied zum Unrecht. Sie protestieren gegen ihre Geheimdienste, stellen Mitglieder ihrer früheren Regierung als Vertreter einer Junta der Militär- und Kriegswirtschaft bloß, sie zeigen Courage.
---------------------------------------------------------- Ich muß ihnen leider Recht geben, ja so ist nun mal der Krieg. Aber da gibt es auch von mir einen Einspruch, denn gerade wir alle, die von sich behaupten den Völkern für eine Demokratie zu gewinnen sollten doch da ganz andere Ansprüche an uns selbst stellen. Aber sind wir denn nicht auch nur so zu bewerten wie die Menschen aus den Diktauren wo man mit den Menschenrechten nur nach gut Dünken umgeht? Sind es denn nicht die Demokratien, die die Menschen in anderen Ländern (EU Ländern) verbringen, um sie dort foltern zu können und schauen wir denn da nicht nur einfach weg und interessieren uns nicht dafür. Aber wehe es geschied was im gesamten russichen Einzugsbereich, dann stehen wir moralisch auf und wollen diese Regierung an den Pranger stellen. Liebe Abgeordnete der Parlamente und liebe demokratische Regierungen, wo bleibt denn da euer Aufschrei, warum ist nun alles stumm? Für mich sind die sogenannten demokratischen Länder auch nicht menschlicher wie die Diktauren, es gibt schon ein Unterschied, wir können es besser verheimlichen und wir haben immer eine gute Aussrede und erklären warum es notwendig ist, aber schützt das den Menschen vor Willkürmaßnahmen und Folter, nein. HR
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