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29. September 2003, 16:31 Uhr

Verletzte Gefühle

China beschwert sich über japanische Massenorgie

Empörung im chinesischen Außenministerium: Japaner sollen in einem Hotel in Südchina eine Massenorgie gefeiert haben. Den Vorwürfen der chinesischen Offiziellen zufolge vergnügten sie sich mehrere Tage lang mit hunderten Prostituierten.

Fünf-Sterne-Hotel in Zhuhai: Hier soll die Massenorgie stattgefunden haben
REUTERS

Fünf-Sterne-Hotel in Zhuhai: Hier soll die Massenorgie stattgefunden haben

Peking - Das chinesische Außenministerium bestellte am Montag japanische Botschaftsangehörige ein und äußerte "starke Empörung" über die Massenorgie. In einer Mitteilung des Ministeriums heißt es, der "extrem widerliche" und "illegale Vorfall" habe die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt und Japans Bild im Ausland beschädigt. Die japanische Regierung solle ihre Bürger erziehen, damit sie chinesische Gesetze respektierten und ihr ethisches Verhalten verbesserten, heißt es weiter.

Der Vorfall soll sich Mitte September in einem Hotel in Zhuhai ereignet haben, das an Macau grenzt. Ein japanische Baufirma hatte zum 15-jährigen Firmenjubiläum die 268 Angestellten und dazu 200 bis 300 "Hostessen" eingeladen, wie das Unternehmen einräumte. Der Firmensprecher dementierte, dass es sich um Prostituierte gehandelt habe. Er schloss jedoch nicht aus, dass die Frauen auf eigene Faust gehandelt haben könnten.

Staatliche chinesische Medien berichteten, 400 Japaner zwischen 16 und 37 Jahren hätten mit mehr als 500 Prostituierten an der dreitägigen Orgie teilgenommen. Chinesische Gefühle seien umso mehr verletzt, als sie sich am Vorabend des 72. Jahrestages des japanischen Überfalls auf Nordost-China ereignet habe.

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